In Österreich sind Ermittlungen gegen einen sächsischen Rechtsreferendar wegen eines Hakenkreuz-Tattoos eingestellt worden. Ein Vorsatz sei dem Mann nicht eindeutig nachzuweisen, teilte die Staatsanwaltschaft im österreichischen Wels mit. Die Behörden hatten gegen den Mann ermittelt, weil er öffentlich nationalsozialistische Symbole auf seinem Körper gezeigt haben soll.

Einem Bericht des Leipziger Stadtmagazins Kreuzer zufolge gingen die Ermittlungen auf ein Foto zurück, das ein Leipziger Kampfsportverein im vergangenen Juni auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht hatte. Es zeige den Leipziger Rechtsreferendar Brian E. mit einer großflächigen Tätowierung, in die mehrere Hakenkreuze und eine sogenannte schwarze Sonne eingearbeitet seien. Eine schwarze Sonne ist eine Abbildung aus mehreren übereinanderliegenden Hakenkreuzen, die bei Rechtsextremen beliebt ist. Zudem enthalte das Tattoo ein weiteres Hakenkreuz, das dem Truppenkennzeichen der 5. SS-Panzerdivision Wiking gleiche.

Wie der Kreuzer berichtete, übernahmen die Behörden in Österreich die Ermittlungen, da das Foto dort entstanden sei. Die Anzeige gegen E. habe der Präsident des Oberlandesgerichts Dresden, zuständig für die Ausbildung sächsischer Rechtsreferendare zuständig, gestellt. Wie die österreichische Staatsanwaltschaft weiter ausführte, habe jedoch die Darstellung des Rechtsreferendars, wonach die Tätowierungen auf seiner Brust keinen NS-Hintergrund hätten, sondern "auf nordischer/griechischer Mythologie basieren", nicht widerlegt werden können. Deshalb hätten die Behörden das Verfahren Ende Dezember eingestellt.

Wegen Angriffen in Connewitz verurteilt

Das Oberlandesgericht Dresden will sich dem MDR zufolge trotz der Einstellung der Ermittlungen in Österreich weiter mit dem Fall beschäftigen. Das Gericht werde den Fall neu bewerten, sagte eine Sprecherin dem Sender. 

In einem anderen Verfahren war der Mann den Berichten zufolge bereits zu einer Bewährungsstrafe von 16 Monaten wegen schweren Landfriedensbruchs verurteilt worden. Er soll sich Anfang 2016 bei Angriffen im Leipziger Stadtteil Connewitz beteiligt haben. Knapp 250 vermummte Neonazi und Hooligans waren damals durch Connewitz gezogen und hatten und illegale Sprengkörper in Kneipen und Imbisse geworfen. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig, der Rechtsreferendar legte Revision ein.