Islamismus - Einsatzkräfte durchsuchen Wohnungen In vier Bundesländern haben Ermittler mehrere Wohnungen durchsucht. Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin ermittelt wegen des Verdachts auf Vorbereitung einer Gewalttat. © Foto: picture alliance/Dennis Brätsch/dpa

In vier Bundesländern wurden wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat Razzien durchgeführt. Dies teilte die Generalstaatsanwaltschaft Berlin auf Twitter mit. Demnach würden die entsprechenden Durchsuchungsbeschlüsse in Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Thüringen vollstreckt. In Berlin rückten Polizisten in Hellersdorf, Hohenschönhausen, Spandau und Köpenick an. In Brandenburg waren sie in Ludwigsfelde im Einsatz, in Nordrhein-Westfalen in Hagen und in Thüringen in Arnstadt, wie die Berliner Generalstaatsanwaltschaft twitterte. Rund 180 Einsatzkräfte waren daran beteiligt.

Wie die Anklagebehörde weiter mitteilte, gelten die Durchsuchungen "tschetschenischstämmigen Beschuldigten aus dem islamistischen Milieu". Die Ermittlungsbehörden verdächtigen dabei mehrere Männer, Orte für einen islamistischen Anschlag in Deutschland ausgespäht zu haben. Eine konkrete Anschlagsgefahr habe aber nach "jetzigem Informationsstand" nicht bestanden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft und Polizei in Berlin mit.

Synagoge als mögliches Anschlagsziel

Die mutmaßlichen Islamisten sollen als mögliche Anschlagsziele eine Synagoge und ein Einkaufszentrum ausgespäht haben. Das sagte der Sprecher der Berliner Generalstaatsanwaltschaft Martin Steltner. Wo sich die mutmaßlich ausgespähten Örtlichkeiten befinden und weitere Details dazu nannte er nicht. "Auf dem Handy eines Beschuldigten befanden sich Bilder eines möglichen Anschlagziels", sagte Steltner. Deshalb seien die Ermittlungsbehörden in einem "frühen Stadium" eingeschritten.

Einem Bericht des Spiegel zufolge war womöglich die Neue Synagoge in Berlin-Mitte ein potenzielles Ziel der Verdächtigen. Ende September sollen sie die Synagoge ausgekundschaftet und Videoaufnahmen des Gebäudes gemacht haben, berichtete das Magazin.

Den Angaben zufolge handelt es sich bei den Verdächtigen um Männer im Alter von 23 bis 28 Jahren. Bei einem von ihnen seien bei einer Polizeikontrolle verdächtige Bilder auf dem Handy festgestellt worden. Die Durchsuchungen haben Klarheit über die Motivlage bringen sollen. Beschlagnahmt wurden Bargeld, Hieb- und Stichwaffen sowie Datenträger, welche jetzt ausgewertet würden.