Nach Einschätzung der Nichtregierungsorganisation Transparency International gibt es in den meisten Staaten keine Verbesserungen im Kampf gegen Korruption. Viele Staaten machen sogar Rückschritte, wie die Organisation mitteilte. Von den insgesamt 180 untersuchten Ländern haben sich demzufolge nur wenige im von Transparency aufgestellten Korruptionsindex verbessert, mehr als zwei Drittel stagnierten im Ranking oder machten Rückschritte. Deutschland kam wie im vergangenen Jahr auf 80 von 100 möglichen Punkten und lag damit auf Platz 9.

Der Index misst die Wahrnehmung von Korruption in einem Land. Ein Wert von 100 bedeutet, dass keine Korruption wahrgenommen wird, bei 0 wäre es ein Höchstmaß davon. Der Index wird von Dänemark und Neuseeland mit je 87 Punkten angeführt, auf dem letzten Platz steht Somalia mit 9 Punkten. Der weltweite Durchschnitt liegt bei 43 Punkten, ebenso wie im vergangenen Jahr. Im kontinentalen Vergleich fallen besonders Verwerfungen innerhalb Europas auf: Während Westeuropa und EU mit einem Durchschnittswert von 66 Punkten die am wenigsten korrupte Weltregion sind, liegt der Durchschnittswert von Osteuropa, das allerdings zusammen mit Zentralasien gewertet wird, bei nur 35 Punkten und damit nur drei Punkte über dem afrikanischen Kontinent, der in dem Vergleich den letzten Platz belegt.

USA mit schlechtestem Korruptionswert seit acht Jahren


Im Vergleich zu 2012 hätten sich nur 22 Länder deutlich im Korruptionsranking verbessert, schreibt die Organisation in ihrem Bericht. Den größten Sprung machte dabei Griechenland mit einem Plus an 12 Punkten. Am meisten zurückgefallen ist in dieser Zeit Australien, das sich seitdem von 85 auf 77 Punkte verschlechtert hat. Die Organisation hob die Ergebnisse der G7-Länder hervor: Kanada, Frankreich, Großbritannien und die USA verschlechterten sich im Vergleich zum vergangenen Jahr.

Vor allem auf den US-Wert wies die Organisation hin: Mit 69 Punkten ist er so schlecht wie vor acht Jahren. "Der Mangel an wirklichen Fortschritten gegen Korruption in den meisten Ländern ist enttäuschend und hat tiefgreifende negative Folgen für die Bürger auf der ganzen Welt", sagte Transparency-Chefin Patricia Moreira.

Regulierung der Wahlkampffinanzierung ist ein zentraler Faktor


In ihrem Bericht nannte Transparency auch konkrete Empfehlungen für Regierungen, um die Korruption zu mindern. Dazu gehören vor allem das Verhindern von Interessenkonflikten durch Regulierung der Finanzierung von politischen Parteien und Institutionen, die strengere Überwachung von Lobbyaktivitäten sowie der Schutz von Aktivisten, Whistleblower und Journalisten.

Grundsätzlich stellte die Organisation fest, dass gut im Index abschneidende Länder sich durch starke Regularien rund um Wahlkampfgelder und deren Durchsetzung auszeichneten. Staaten mit entsprechenden Wahlgesetzen haben im Durchschnitt 70 Punkte, doppelt so viel wie Staaten, die Wahlkampffinanzierung nicht regulieren oder darin versagen, die Regelungen dazu durchzusetzen. "Um überhaupt eine Chance zu haben, die Korruption zu beenden und das Leben der Menschen zu verbessern, müssen wir das Verhältnis zwischen der Politik und dem Geld angehen", sagte Moreira.