Die Bundesanwaltschaft ist an diesem Freitagmorgen mit einer Razzia gegen eine mutmaßliche rechtsterroristische Vereinigung vorgegangen und hat dabei 12 der insgesamt 13 Beschuldigten festgenommen. Demnach wollten die Männer bürgerkriegsähnliche Zustände in Deutschland herbeiführen und so die Staats- und Gesellschaftsordnung zerstören. Erreicht werden sollte dies durch noch nicht näher konkretisierte Anschläge auf Politiker, Asylsuchende und Menschen muslimischen Glaubens.

Nach Angaben der obersten deutschen Anklagebehörde bilden vier der Beschuldigten den Kern einer Gruppierung, die seit September solch mutmaßliche rechtsterroristische Ziele verfolgt haben soll. Sie gelten als eigentliche Mitglieder dieser Vereinigung, die anderen acht Festgenommenen als mutmaßliche Unterstützer. Sie sollen zugesagt haben, die Vereinigung mit Geld und Waffen zu unterstützen sowie bei künftigen Anschlägen zu helfen.

Unter Federführung des Landeskriminalamts Baden-Württemberg wurden nun Wohnungen und sonstige Räumlichkeiten der Verdächtigen durchsucht. Die Ermittler – darunter nach Angaben des Spiegel auch mehrere Spezialeinsatzkommandos – griffen dabei zeitgleich an 13 Orten in Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt zu.

Die Beamte wollten vor allem herausfinden, ob die Gruppierung bereits über Waffen oder sonstige Gegenstände für Anschläge verfügte. Wie der Kölner Stadt-Anzeiger unter Berufung auf Berliner Sicherheitskreise berichtet, habe man Schusswaffen und Handgranaten gefunden. Demnach wurden auch verfassungswidrige NS-Symbole sichergestellt. Nach Spiegel-Informationen handelt es sich bei einer der sichergestellten Waffe um eine selbst gebaute "Slam"-Gun. Eine ähnliche Schusswaffe besaß demnach auch der antisemitische Attentäter von Halle.

Suspendierter Polizeimitarbeiter festgenommen

Wie Nordrhein-Westfalens Landesinnenminister Herbert Reul mitteilte, setzte sich die Gruppierung aus Mitgliedern einer rechtsextremen Szene zusammen, "die wir schon länger im Blick hatten". Laut des CDU-Politikers hatten sich die Akteure online kennengelernt.

Reul zufolge wurde auch ein Verwaltungsmitarbeiter der nordrhein-westfälischen Polizei festgenommen. Der Mann war zuvor suspendiert worden. Wie der Spiegel berichtet, zählen die Ermittler ihn zum Unterstützerkreis der mutmaßlichen Terrorzelle.

Alle Beschuldigten sollen nun dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden.