Ostafrika - Heuschreckenschwärme erreichen Uganda Die Heuschreckenplage im Osten Afrikas weitet sich aus. Die Insekten fressen Anbaufelder kahl und bedrohen laut UN die Lebensgrundlage von etwa 13 Millionen Menschen. © Foto: Patrick Ngugi/dpa

Die Vereinten Nationen haben die internationale Gemeinschaft zum gemeinsamen Kampf gegen die Heuschreckenplage in Ostafrika aufgerufen. Etwa 13 Millionen Menschen seien aufgrund dieser Plage stark gefährdet, sagte UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock laut US-Medien. Sollte die internationale Gemeinschaft nicht rasch reagieren, könne die Nahrungsmittelversorgung in der Region zu einem riesigen Problem werden. Von der Heuschreckenplage seien insbesondere Kenia, Somalia, Uganda und Äthiopien betroffen. Aufgrund der aktuellen Wetterbedingungen vermehrten sich die Wüstenheuschrecken ungewöhnlich schnell, hieß es weiter.

Am Wochenende seien unzählige Schwärme von Kenia aus über den Kilimandscharo nach Tansania weitergewandert, sagte Keith Cressman von der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation. Im selben Zeitraum hätten sich Massen an Heuschrecken in den Nordosten Ugandas bewegt. Es werde erwartet, dass sie bald die Grenze zum Südosten des Südsudans überquerten. Dort sind mehrere Millionen Menschen ohnehin von Hunger bedroht, da das Land seit Jahren in einem Bürgerkrieg feststeckt.

Die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) schätzt den Angaben zufolge die Kosten für einen wirksamen Kampf gegen die Heuschreckenplage auf 76 Millionen Dollar. Davon habe man bisher aber erst 20 Millionen zusammen.

Besonders betroffen sei Kenia, wo schon seit Jahresbeginn "Wellen um Wellen von Schwärmen" eingefallen seien, sagte Cressman. Eine solche Plage hat das Land seit 70 Jahren nicht erlebt, in Somalia und Äthiopien ist es der schlimmste Ausbruch seit einem Vierteljahrhundert.

Nach ungewöhnlich starkem Regen und Überschwemmungen in der Region profitieren die Insekten von günstigen Brutbedingungen. Experten erwarten, dass der Klimawandel solche Phänomene verstärken dürfte.

UN-Vertreter fordert Sofortmaßnahmen, ehe weiterer Regenfall in den kommenden Wochen für frischen Pflanzenwuchs sorge, von dem sich dann neue Generationen von Heuschrecken ernähren könnten. Ansonsten könnte deren Zahl um das 500-fache anwachsen, ehe trockeneres Wetter einsetzt.

Schon jetzt ist der Schaden immens. Ein Heuschreckenschwarm von mittlerer Größe könne die gleiche Menge Lebensmittel vertilgen wie die ganze Bevölkerung von Kenia, sagte Cressman. "Wenn man also nicht rechtzeitig in Aktion tritt, sieht man die Konsequenzen".

Die Zahl der Menschen, die im Sudan von Hunger bedroht sind, wurde korrigiert. Dabei handelt es sich nicht um "mehrere Hunderte Millionen Menschen" sondern um "mehrere Millionen Menschen". Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.