Hunderte Anhänger der
linken Szene sind trotz des Versammlungsverbots in der Corona-Krise in mehreren deutschen Städten zu teils gewaltsamen Maiprotesten zusammengekommen. In Berlin-Kreuzberg waren mehr als 1.000 Menschen dicht an dicht auf Straßen und
Plätzen unterwegs, nach Einbruch der Dunkelheit kam es zu Rangeleien mit
Polizisten. Vereinzelt seien Flaschen und Steine geflogen,
Einsatzkräfte seien verletzt worden, teilte die Polizei auf Twitter mit. Nach Angaben
von Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik gab es 50
Festnahmen.
Innensenator Andreas Geisel (SPD) bemängelte die "geballte Unvernunft" angesichts der zahlreichen Menschengruppen im Stadtteil Kreuzberg, die den Mindestabstand nicht einhielten.
Im Hamburger Schanzenviertel löste die Polizei eine nicht genehmigte Versammlung linker Demonstrantinnen und Demonstranten mit Wasserwerfern auf. Zuvor seien die Beamten mit Gegenständen beworfen worden, sagte eine
Polizeisprecherin. Demonstranten hätten zudem Mülltonnen auf die
Straße gezogen und Feuerwerkskörper gezündet.
Auch auf der Reeperbahn schritt die Polizei ein, weil sich dort am Freitagabend rund 350 Menschen aus der linken Szene trotz Verbots versammelt und antifaschistische Slogans skandiert hatten.
In einer Seitenstraße der Hamburger Amüsiermeile seien Polizisten zudem von einer
rund 20-köpfigen Gruppe mit Pfefferspray angegriffen worden. Drei Beamte
hätten Augenreizungen erlitten, die Angreifer seien entkommen, sagte eine Polizeisprecherin. Kurze Zeit später sei in der Nähe des Fischmarkts
der Geldautomat einer Bankfiliale mit Bodenplatten beworfen worden.
Vier Tatverdächtige seien festgenommen worden.
Angriff auf ein ZDF-Kamerateam
Ursprünglich hatten Linksextremisten in Hamburg für Freitagabend zu
einer "Revolutionären 1. Mai-Demo" aufgerufen. Die Behörden hatten den Aufzug, bei dem es in früheren Jahren immer wieder zu Auseinandersetzungen mit der
Polizei gekommen war, sowohl in Hamburg als auch in Berlin untersagt. Linke und Linksautonome hatten im
Internet aber zu spontanen Aktionen aufgerufen.
In der Hauptstadt Berlin, wo die Polizei insgesamt mit 5.000 Kräften im Einsatz war, zogen Beamte mit Helmen immer wieder einzelne Menschen aus der Menge. Es gab teils heftigen Widerstand gegen die Festnahmen. Die Polizei sei aber konsequent eingeschritten, sagte Polizeipräsidentin Slowik. Nun arbeiteten die Beamten daran, Strafverfahren einzuleiten. Neben den Festnahmen hätten die Einsatzkräfte die Personalien von fast 100 Personen aufgenommen. Sechs Menschen würden einem Haftrichter vorgeführt.
Bereits während des Tages kam es in Berlin-Mitte zu einem Angriff auf ein Kamerateam des ZDF, bei dem fünf Fernsehmitarbeiter verletzt wurden. Vier von ihnen mussten im Krankenhaus behandelt werden.
In Leipzig nahmen nach Polizeischätzungen mehr als 200 Menschen an Kundgebungen teil. Die Polizei in Chemnitz teilte mit, aus einer unerlaubten Ansammlung von etwa hundert Menschen hätten Einzelne Polizisten angegriffen, als diese auf den Mindestabstand hingewiesen hätten.
In der Corona-Krise sind größere Ansammlungen von Menschen verboten. Die Stadt Berlin hatte laut Innensenator Geisel am 1. Mai 27 Versammlungen mit jeweils bis zu 20 Teilnehmern genehmigt, darunter ein Autokorso ins Villenviertel Grunewald. Die Teilnahme an nicht genehmigten Demonstrationen ist derzeit eine Straftat.
Hunderte Anhänger der
linken Szene sind trotz des Versammlungsverbots in der Corona-Krise in mehreren deutschen Städten zu teils gewaltsamen Maiprotesten zusammengekommen. In Berlin-Kreuzberg waren mehr als 1.000 Menschen dicht an dicht auf Straßen und
Plätzen unterwegs, nach Einbruch der Dunkelheit kam es zu Rangeleien mit
Polizisten. Vereinzelt seien Flaschen und Steine geflogen,
Einsatzkräfte seien verletzt worden, teilte die Polizei auf Twitter mit. Nach Angaben
von Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik gab es 50
Festnahmen.