Bei den Ermittlungen zum Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) sind Fahnder bei einem der Verdächtigen auf vertrauliche Polizeiunterlagen gestoßen. Wie der Spiegel berichtet, fanden sie auf einem Mobiltelefon des mutmaßlichen Mordhelfers Markus H. ein abfotografiertes Dokument der Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung, das als "Verschlusssache – nur für den Dienstgebrauch" eingestuft war. Demnach war H. im Besitz einer Schulungsunterlage zur Polizistenausbildung, in der es um Fahndungen in Fällen "terroristischer Gewaltkriminalität von bundesweiter Bedeutung" ging.
Wie das interne Dokument auf das Smartphone des Rechtsextremisten gelangte, konnten die Ermittler bislang nicht klären. Neben dem Dokument fanden die Ermittler bei dem 44-Jährigen einen Szeneleitfaden mit Tipps, wie Rechtsextremisten einer Überwachung durch die Sicherheitsbehörden entgehen können.
Markus H. ist wegen Beihilfe zum Mord an Walter Lübcke angeklagt. Für eine direkte Beteiligung an dem Anschlag auf den Kasseler Regierungspräsidenten fand die Bundesanwaltschaft jedoch keine Beweise.
Weiterführende Erkenntnisse hätten womöglich Chats zwischen Markus H. und dem mutmaßlichen Attentäter Stephan E. liefern können: In den zweieinhalb Monaten vor dem Mord tauschten sie nach Erkenntnissen der Fahnder über einen verschlüsselten Messenger zahlreiche Nachrichten aus. Zwei Tage nach dem Anschlag löschte E. jedoch 250 Datensätze, auch auf Markus H.s Handys konnten Kriminaltechniker die Chats nicht mehr finden. Die Bundesanwaltschaft glaubt, dass es sich bei den gelöschten Daten um "tatbezogene Kommunikation" handelte.
Der Mord an Walter Lübcke jährt sich am 1. Juni zum ersten Mal. Stephan E. wird vorgeworfen, den Politiker auf der Terrasse seines Hauses aus nächster Nähe erschossen zu haben, um ihn für seine "Haltung in der
Flüchtlingspolitik abzustrafen". Die Anklageschrift liegt der ZEIT vor. Die Bundesanwaltschaft stützt sich demnach in ihrer Rekonstruktion der Tat und
deren Vorgeschichte wesentlich auf die mehr als vierstündige Vernehmung
von E., in der er einige Tage nach seiner Festnahme zwei Polizisten den
Mord gestand.
Mittlerweile behauptet Stephan E., nicht er selbst, sondern Markus H. habe
auf der Terrasse den Revolver in der Hand gehalten. Die Ermittler haben jedoch für die Anwesenheit von Markus H. keine Beweise gefunden.
Bei den Ermittlungen zum Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) sind Fahnder bei einem der Verdächtigen auf vertrauliche Polizeiunterlagen gestoßen. Wie der Spiegel berichtet, fanden sie auf einem Mobiltelefon des mutmaßlichen Mordhelfers Markus H. ein abfotografiertes Dokument der Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung, das als "Verschlusssache – nur für den Dienstgebrauch" eingestuft war. Demnach war H. im Besitz einer Schulungsunterlage zur Polizistenausbildung, in der es um Fahndungen in Fällen "terroristischer Gewaltkriminalität von bundesweiter Bedeutung" ging.