Ihre Augen sind von hellem Braun, mehr sieht man nicht von ihrem Körper. Der Schleier bedeckt Nase und Mund, sie trägt einen schwarzen Umhang, ihre Hände werden von Handschuhen verdeckt. Ouafa ist 28 Jahre alt, ihre Familie ist marokkanischer Herkunft, ihr Nachname, sagt sie, tue nichts zur Sache. Sie steht am vergangenen Samstag in einer Gruppe verschleierter Frauen auf der Berliner Corona-Demo. Ouafa formuliert druckreif und mit der Bestimmtheit einer Frau, die es gewohnt ist, sich zu verteidigen. Das muss sie oft, seit sie vor eineinhalb Jahren beschloss, Vollverschleierung zu tragen. "Jede Frau entscheidet für sich selbst. Ich habe jahrelang mit mir gekämpft, für mich hat etwas gefehlt." Meist kämen die Standardsprüche. "Geh doch dahin, wo du herkommst." Oder: "So was wollen wir in Deutschland nicht haben." Jetzt seien die Anfeindungen weniger geworden, sagt Ouafa. "Die Leute denken, die ist zwar bedeckt, aber okay, die macht das jetzt wegen Corona." Nichts läge ihr ferner.
Corona-Demos: "Die Maske ist aufgezwungen"
Ouafa ist verschleiert, Feliciano wurde oft rassistisch diskriminiert. Beide waren in Berlin bei der Corona-Demo dabei. Dass auch Nazis da waren, stört sie nicht.