Wilhelm Heitmeyer, 77, ist einer der bedeutendsten deutschen Soziologen. Er ist Gründungsdirektor des Bielefelder Instituts für interdisziplinäre Gewalt- und Konfliktforschung, an dem er bis heute forscht. Heitmeyer prägte den Begriff der "Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit", unter dem er die Diskriminierung von Juden, Muslimen, People of Color, LGBTQI, Obdachlosen und anderen Gruppen untersuchte.

ZEIT ONLINE: Herr Heitmeyer, Sie haben zusammen mit dem Frankfurter Kollegen Günter Frankenberg ein Buch über Krisen und andere Treiber autoritärer Entwicklungen herausgebracht. Zwischen Fertigstellung und Erscheinen begann Russland seinen erweiterten Angriffskrieg auf die Ukraine. In was für einer Krise befinden wir uns jetzt?