Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen vier Männer aus der Neonazi-Szene in Thüringen erhoben. Ihnen wird vorgeworfen, im Frühjahr 2019 die rechtsextreme Kampfsportgruppe Knockout 51 gegründet zu haben. Konkret werden ihnen 14 Gewaltdelikte vorgeworfen. Die Anklage richtet sich gegen drei mutmaßliche Gründungsmitglieder sowie gegen ein weiteres Mitglied.
Die Angeklagten wurden im April 2022 im Rahmen einer großangelegten Razzia verhaftet und sitzen seitdem in Untersuchungshaft, wie ein Sprecher der Bundesanwaltschaft ZEIT ONLINE bestätigte. Bei der Razzia wurden bundesweit 61 Objekte in 11 Bundesländern durchsucht. Die Ermittlungen richteten sich gegen verschiedene mutmaßlich rechtsterroristische Gruppen, darunter das verbotene Neonazi-Netzwerk Combat 18. Etwa 800 Polizisten waren dabei im Einsatz – auch der Militärische Abschirmdienst (MAD).
Weitere Verfahren sind zu erwarten
Die Anklage gegen die mutmaßlichen Mitglieder von Knockout 51 ist bisher das erste Verfahren, das sich aus den Ermittlungen ergeben hat. Andere dauerten noch an, sagte der Sprecher der Bundesanwaltschaft. Insgesamt gab es in den Verfahren über 40 Beschuldigte.
Die Eisenacher Gruppe Knockout 51 sei von Beginn
an auf Körperverletzungsdelikte angelegt gewesen, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Die Gruppe soll etwa zehn Mitglieder gehabt haben und
bundesweit mit ähnlichen Gruppen vernetzt gewesen sein. Ein Gründungsmitglied wird verdächtigt, auch der US-amerikanischen Neonazi-Gruppe Atomwaffen Division nahezustehen.
Schwer bewaffnet in den Straßenkampf
Ein Gründungsmitglied hat Anfang dieses Jahres in einem anderen Prozess als Zeuge ausgesagt: Der Eisenacher Neonazi soll von einer linksextremen Gruppe angegriffen worden sein. Seitdem habe auch die Tötung von Angehörigen der linksextremen Szene zu den Zielen von Knockout 51 gehört, führt die Bundesanwaltschaft aus.
Laut Anklageschrift sollen sich die Verdächtigen bewaffnet haben – mit Messern und "anderen Hieb- und Stichwaffen". Zudem sollen sich Mitglieder der Gruppe "wesentliche Teile für halbautomatische Schusswaffen" besorgt haben. Es sollen auch Schießtrainings stattgefunden haben.
Laut Anklageschrift handelt es sich bei Knockout 51 um eine Kampfsportgruppe, "die unter dem Deckmantel des gemeinsamen Trainings junge,
nationalistisch gesinnte Männer anlockte" und diese bewusst indoktrinierte und für körperliche Auseinandersetzungen ausbildete. Die Kampfsporttrainings sollen in der NPD-Landesgeschäftsstelle in Eisenach, dem "Flieder Volkshaus" stattgefunden haben.
Flaschenwürfe auf Querdenker-Demos
Um die NPD-Zentrale herum sollen die Angeklagten versucht haben, sich "als bestimmende Ordnungsmacht" zu etablieren. Hierfür sollen die Mitglieder von Knockout 51 "Kiezstreifen" durchgeführt haben, mit dem Ziel einen "Nazi-Kiez" zu schaffen, teilte die Generalbundesanwaltschaft hat. Hierbei soll es zu massiver körperlicher Gewalt gegen andere Personen gekommen sein.
Zahlreiche Straftaten, wegen denen die Bundesanwaltschaft Anklage erhoben hat, sollen auf einer Querdenker-Demonstration 2020 in Leipzig begangen worden sein. Hier sollen die Knockout-51-Mitglieder unter anderem Gegenstände auf Polizisten geworfen haben.
Im November 2021 hat einer der Angeklagten die Auflösung der Kampfsportgruppe verkündet. Die Bundesanwaltschaft geht aber davon aus, dass es sich nur um eine scheinbare Auflösung gehandelt habe. Anwärter würden seitdem in die Jugendorganisation der NPD eintreten. Dort habe ein weiterer der Angeklagten eine Führungsposition innegehabt.
Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen vier Männer aus der Neonazi-Szene in Thüringen erhoben. Ihnen wird vorgeworfen, im Frühjahr 2019 die rechtsextreme Kampfsportgruppe Knockout 51 gegründet zu haben. Konkret werden ihnen 14 Gewaltdelikte vorgeworfen. Die Anklage richtet sich gegen drei mutmaßliche Gründungsmitglieder sowie gegen ein weiteres Mitglied.
Die Angeklagten wurden im April 2022 im Rahmen einer großangelegten Razzia verhaftet und sitzen seitdem in Untersuchungshaft, wie ein Sprecher der Bundesanwaltschaft ZEIT ONLINE bestätigte. Bei der Razzia wurden bundesweit 61 Objekte in 11 Bundesländern durchsucht. Die Ermittlungen richteten sich gegen verschiedene mutmaßlich rechtsterroristische Gruppen, darunter das verbotene Neonazi-Netzwerk Combat 18. Etwa 800 Polizisten waren dabei im Einsatz – auch der Militärische Abschirmdienst (MAD).