Eine 13-jährige transidente Autorin hat ihre Teilnahme an einer Lesung für Kinder mit einer Dragqueen und einem Dragking in München abgesagt. Ihre Familie begründete die Entscheidung mit "Angst vor Gewalt", berichtete das LGBTQ-Medium queer.de. Man ziehe sich aus der Öffentlichkeit zurück. Den Angaben zufolge bekam das Mädchen telefonische Drohungen.

In der Münchner Stadtbibliothek findet an diesem Dienstag eine Lesung unter dem Motto "Wir lesen euch die Welt, wie sie euch gefällt" mit der Dragqueen Vicky Voyage und dem Dragking Eric BigClit für Kinder ab vier Jahren statt. Die junge Autorin wollte dort ihr Buch vorstellen.

Im Vorfeld hatten Konservative und Rechte gegen die Veranstaltung mobil gemacht. Die AfD sprach von "Frühsexualisierung" und hängte Plakate in München mit Parolen wie "Hände weg von unseren Kindern!" auf. Dagegen gab es mehrere Anzeigen. Nach Auffassung des Kreisverwaltungsreferats München erfüllten sie jedoch keinen Straftatbestand, wie die Abendzeitung München berichtete.

Mehrere Demonstrationen während der Lesung

Laut Süddeutscher Zeitung wurden fünf Demonstrationen im Vorfeld angemeldet, vier davon von Gegnern der Veranstaltung, eine von Befürwortern. Demnach waren knapp 200 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz.

Der Verein München ist bunt rief zur Solidaritätsdemo auf. In München sei "kein Platz für die homofeindliche Propaganda der AfD", twitterte der bayrische Fraktionsvize der Grünen, Florian Siekmann, von der Demo.