Vor dem ersten von drei Konzerten im Berliner Olympiastadion der Band Rammstein ist es an diesem Samstag wegen der Vorwürfe gegen Sänger Till Lindemann zu Protesten gekommen. Nach Angaben der Polizei forderten rund 300 Menschen ein Verbot der Veranstaltungen. Die Protestierenden waren zuvor in einem Demonstrationszug zum Stadion gegangen.

Bei den Konzerten am Samstag, Sonntag (16. Juli) und Dienstag (18. Juli) werden jeweils mehr als 60.000 Menschen erwartet.  

Mehrere Frauen hatten öffentlich Vorwürfe gegen Lindemann erhoben. Die Staatsanwaltschaft Berlin hat nach Berichten über die Vorwürfe ein Ermittlungsverfahren gegen Lindemann eingeleitet.

Lindemann wies die Vorwürfe zurück. "In den sozialen Netzwerken, insbesondere auf Instagram, Twitter und bei YouTube, wurden von diversen Frauen schwerwiegende Vorwürfe zulasten unseres Mandanten erhoben", hieß es in einer Mitteilung seiner Anwälte. "So wurde wiederholt behauptet, Frauen seien bei Konzerten von Rammstein mithilfe von K.-o.-Tropfen beziehungsweise Alkohol betäubt worden, um unserem Mandanten zu ermöglichen, sexuelle Handlungen an ihnen vornehmen zu können. Diese Vorwürfe sind ausnahmslos unwahr." 

Berlins Kultursenator Joe Chialo hatte Forderungen nach einem Verbot der Auftritte zuvor zurückgewiesen. "Die Forderung ist emotional verständlich, rechtlich gibt es keinen Hebel", hatte der CDU-Politiker vor den Konzerten gesagt. 

"Ich stehe immer auf der Seite der Opfer, ganz klar, und nehme die Vorwürfe dieser Frauen sehr ernst", hatte Chialo gesagt. Allerdings gelte die Unschuldsvermutung. "Ich habe das Gefühl, dass gerade die Geschwindigkeit der Ereignisse alles zu einer besonderen Herausforderung macht." Außerdem hatte Chialo vor übereilten Forderungen gewarnt. "Ich bin sehr vorsichtig, aus diesem Spin immer gleich Handlungsanleitungen abzuleiten", sagte der Kulturpolitiker.