Bei einer Gedenkdemonstration zum 105. Jahrestag der Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht in Berlin sind laut Polizeiangaben 21 Polizisten verletzt worden. Vier Beamte mussten im Krankenhaus behandelt werden, teilte ein Polizeisprecher mit. 16 Demonstranten wurden festgenommen. Ein Redner hatte bei dem Demonstrationszug in Höhe der Frankfurter Allee "strafbare Parolen" auf einem Lautsprecherwagen skandiert, schrieb die Polizei auf der Plattform X. 

"Ein Einwirken auf den Redner über den Versammlungsleiter war erfolglos, sodass der Aufzug angehalten, der Redner vom Versammlungsleiter ausgeschlossen und von Einsatzkräften vorläufig festgenommen wurde", teilte die Berliner Polizei mit. Daraufhin hätten Teilnehmer mehrere Polizisten angegriffen, die dann unter anderem Pfefferspray eingesetzt hätten. Nach der Eskalation zog die Demonstration lokalen Medien zufolge weiter zum Zentralfriedhof Friedrichsfelde.
Eine Sprecherin der Polizei bestätigte gegenüber dem Tagesspiegel, dass ein Demonstrant verletzt wurde, als er zu Boden stürzte. Dem Berufsverband Unabhängige in der Polizei zufolge wurden bei dem Einsatz zwei Polizisten schwer verletzt. Rund 3.000 Menschen nahmen der Polizei zufolge an der Demo teil. Unter die Demonstrantinnen und Demonstranten hätten sich auch Anhänger propalästinensischer Gruppen gemischt.

Bürgermeister Kai Wegner verspricht Schutz

Berlins Regierender Bürgermeister schrieb am Abend auf X: "Wenn sich Linksradikale mit Terroristen solidarisieren und zur Vernichtung Israels aufrufen", sei das "eine Straftat und keine Meinung. Wir werden die schützen, die uns schützen und mit aller Konsequenz dagegen vorgehen."

Tausende Menschen hatten am Sonntag in Berlin der Ermordung der Kommunistenführer Liebknecht und Luxemburg vor 105 Jahren gedacht. An der Gedenkstätte der Sozialisten am Zentralfriedhof Berlin-Friedrichsfelde legten Teilnehmerinnen und Teilnehmer rote Nelken nieder.