Im japanischen Nagasaki ist des Atombombenabwurfs auf die Stadt durch die USA vor 79 Jahren gedacht worden. Überschattet wurde der Festakt von diplomatischen Verstimmungen wegen der Absage an Israels Teilnahme. Mehrere Botschafter, darunter auch die Deutschlands, haben ihre Teilnahme abgesagt, nachdem die Stadt beschlossen hatte, Israel nicht einzuladen. Die diplomatischen Vertreter der USA, Großbritanniens, Kanadas, Frankreichs, Italiens und der Europäischen Union blieben daraufhin der Zeremonie fern.

In einem Brief an den Bürgermeister der Stadt, Shiro Suzuki, äußerten die Diplomaten Medienberichten zufolge ihre Besorgnis, Israel könne mit Ländern wie Russland und Belarus auf eine Stufe gestellt werden. Die Vertreter beider Länder wurden infolge von Russlands Invasionskrieg weder zu den Gedenkfeierlichkeiten in Hiroshima noch in Nagasaki eingeladen.

Ausladung Israels soll nicht politisch gemeint gewesen sein

Als Grund für die ausgebliebene Einladung Israels sagte Suzuki, vor dem Hintergrund des Gazakrieges jegliche Störung der Zeremonie vermeiden zu wollen. Die Entscheidung sei nicht politisch. Bei der Zeremonie äußerte er angesichts der Kriege in der Ukraine und im Gazastreifen seine Sorge um den Weltfrieden. In seiner Friedenserklärung forderte Suzuki die Abschaffung von Atomwaffen.

Statt der Zeremonie in Nagasaki beizuwohnen, nahmen die Diplomaten der USA und Großbritanniens gemeinsam mit ihrem israelischen Kollegen an einer Gedenkfeier in der Hauptstadt Tokio teil. In Nagasaki wurden ihre Länder nach Angaben der jeweiligen Botschaften durch weniger hochrangige Diplomaten vertreten.

Hiroshima lud palästinensischen Vertreter aus

Drei Tage zuvor war der israelische Vertreter zudem zur Gedenkfeier in Hiroshima eingeladen. Dafür hatte Hiroshima den palästinensischen Repräsentanten nicht eingeladen, während er in Nagasaki dabei sein durfte, wie japanische Medien festhielten.

Um 11.02 Uhr (Ortszeit), dem Zeitpunkt, als am 9. August 1945 die von einem US-Bomber abgeworfene Atombombe Fat Man über Nagasaki explodierte, legten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Gedenkveranstaltung eine Schweigeminute ein. Hiroshima und Nagasaki wurden als die ersten und bislang einzigen von einer Atombombe verwüsteten Städte weltweit als Symbol für die Schrecken von Krieg und für Frieden bekannt. Heute nimmt die atomare Bedrohung angesichts Russlands Invasion in der Ukraine wieder zu.