Am Flughafen Lübeck haben Polizei und Kommunaler Ordnungsdienst eine unzulässige Impfaktion beendet. Es bestehe der Verdacht, dass der Impfstoff nicht zugelassen sei und damit eine Straftat nach dem Arzneimittelgesetz darstelle, teilte die Polizeidirektion Lübeck mit. 50 Personen seien wahrscheinlich damit geimpft worden, bevor die Aktion gestoppt worden sei.

Bei Eintreffen der Beamten gegen 15 Uhr seien 80 Personen vor dem Flughafengebäude festgestellt worden, weitere Menschen seien zugeströmt. Etwa 150 Impfwillige hätten sich laut den Beamten in der Abfertigungshalle aufgehalten.

Geimpft wurde den Angaben zufolge in einem zu diesem Zweck hergerichteten Büroraum. Die Beamten stellten Impfproben, genutzte Spritzen sowie Impflisten sicher und nahmen von den anwesenden Personen die Personalien auf. Flugverkehr gab es nicht.

"Nicht lange um eine amtliche Genehmigung gebeten"

Der Flughafen Lübeck gehört dem Unternehmer und promovierten Mediziner Winfried Stöcker, der nach eigener Auskunft einen Impfstoff gegen das Coronavirus entwickelt hat. Im April 2020 hatte sein Büro bestätigt, dass er diesen im Selbstversuch erforscht. Ob der am Flughafen verabreichte Corona-Impfstoff das von Stöcker entwickelte Präparat war, ist bisher nicht bestätigt.

Nachdem Stöcker im vergangenen Jahr mitgeteilt hatte, seinen Impfstoff an anderen Personen getestet zu haben, zeigte ihn das für die Zulassung von Impfstoffen zuständige Paul-Ehrlich-Institut an. "Um Zeit zu sparen, habe ich nicht lange um eine amtliche Genehmigung gebeten", schrieb Stöcker auf seinem Blog.