Vor allem im Jahr 2020, dem ersten Pandemiejahr, fiel die RSV-Welle vielerorts nahezu komplett aus, denn die weltweit gegen die Pandemie getroffenen Maßnahmen bremsten neben Influenza auch die Zirkulation des RS-Virus. Im vergangenen Jahr startete die RSV-Welle in Deutschland dann ungewöhnlich früh, statt im November schon im Spätsommer. Und sie war ungewohnt steil. Es infizierten sich also viele Kinder in kurzer Zeit, was schon vergangenes Jahr für volle Kliniken sorgte.

Als Hauptursache gilt, dass viele Kinder, die sich 2020 nicht zum ersten Mal mit RSV ansteckten, diese Infektion vergangenes Jahr nachholten. Weil mehrere Jahrgänge sich das erste Mal infizierten, erkrankten besonders viele Kinder gleichzeitig. "Und offenbar sehen wir Reste dieses Nachholeffekts auch noch in diesem Jahr", sagt Förster. Es gibt also wahrscheinlich immer noch Kleinkinder, die noch keinen Kontakt zu RSV hatten und derzeit erstmals erkranken.