.text { font-size: 12px; line-height: 16px; margin-left: 50px; margin-right: 10px; margin-bottom: 10px; } .textlinknoul:link { color: #920404; } .textlinknoul:visited { color: #920404; } .textlinknoul:active { color: #920404; } .textlinknoul:hover { background-color: #F0F0F0; color: #920404; }Stimulanzien: Ephedrina, Amphetamine, Kokain" So sehr die Dopingdebatte auch um Epo, Blutdoping, Testosteron und Clenbuterol kreiselt: Rauschmittel, vor allem Amphetamine, sind die am häufigsten nachgewiesenen verbotenen Substanzen im Profisport - und die gefährlichsten. Die Palette der Nebenwirkungen reicht von leichter Übelkeit bis hin zu Schlaganfall und Nierenversagen. Hinzu kommen Selbstüberschätzung, das Risiko von überzogenem Training und Überdosis, von der quasi vorprogrammierten Abhängigkeit einmal ganz abgesehen. Dafür gelingt es den Athleten, die Strapazen ihres Sports zu ertragen. Schmerzen, Erschöpfung, Demotivation, all das kann mit den Stimulanzien schnell ausgeblendet werden. Marathonläufer und Radfahrer pushen sich seit dem 19. Jahrhundert mit diesen Substanzen ins Ziel, heute sind unter anderem Amphetaminpräparate, Exctasy (3,4-Methylendioxy-Methamphetamin), Ephedrin im Rennen - und natürlich Kokain. Die Droge, die dem Sportler im Wettkampf jede Angst nimmt, gar Allmachts-Gefühle auslöst, und die Bewegungsfähigkeit, im Gegensatz zu Heroin oder Alkohol, nicht einschränkt, sondern verbessert, ist nicht ohne Grund auch unter Radsportlern beliebt. Mit oft tragischen Folgen, wie der Fall von Marco Pantani zeigt: Der Italiener gewann 1996 die Tour de France. Sechs Jahre später starb er an einer Überdosis Kokain. Schließen " Narkotika Schmerzen sind ein Warnsignal des Körpers, im Sport aber werden sie oft nur als lästiges Hindernis empfunden: Morphin und Morphiumderivate wie Heroin unterdrücken das Schmerzempfinden und beruhigen sehr stark, sie wurden daher lange Zeit auch im Sport eingesetzt. Wegen ihres hohen Suchtpotentials, der tödlichen Risiken und einer leichten Nachweisbarkeit wird heute kaum noch mit solchen Substanzen gedopt. Schließen " Anabole Wirkstoffe/androgene anabole Wirkstoffe Für viele sind Anabolika nach wie vor der Inbegriff des Dopings. Im Kern dreht sich dabei alles um das männliche Sexualhormon Testosteron. Es macht stark, straff, aggressiv und wach, steigert die Motivation, verkürzt die Regeneration. In der Leichtathletik und im Kraftsport haben Anabolika seit fast einem halben Jahrhundert Konjunktur, im Radsport sind sie seit den Achtziger Jahren verbreitet, und mittlerweile hat sie selbst den Freizeit- und Breitensport infiltriert. Die Präparate sind mehr oder weniger ausgetüftelte Variationen desselben Themas: Ihre Struktur lehnt sich an das natürliche Testosteron an, das im Wesentlichen zwei Wirkungen hat: Die gewünschte anabole, die sich vor allem in Muskelmasse und dem Abbau von Fett niederschlägt. Und die eher lästige androgene Wirkung, die vor allem bei Frauen zu augenfälliger Vermännlichung führt. Synthetische Steroide wurden und werden noch heute so designt, dass sie besonders rasch oder stark wirken, und vor allem schneller abgebaut werden als Testosteron.
Je nach Grad des Missbrauchs führen Steroidanabolika zu schweren Nebenwirkungen. Akne, Wassereinlagerungen und die Vermännlichung von Frauen sind dabei noch als harmlos zu betrachten. Gravierend ist vor allem der Einfluss auf die Blutfette, der Atherosklerose und Herzinfarkt nach sich ziehen kann. Auch extrem vergrößerte, aber unzureichend durchblutete Herzmuskel sind im Tierversuch nachgewiesen worden. Hinzu wird den Anabolika auch eine psychoaktive Wirkung nachgesagt: In Berichten von gedopten Sportlern ist immer wieder von Depressionen, extrem aggressivem Verhalten und suizidalen Gedanken die Rede. Männer wandeln einen Teil der Steroide in weibliche Hormone um und bekommen Brüste. Ein augenfälliges Indiz für den Missbrauch, das oft mit der Gabe von Antiöstrogenen behandelt wird.
Der größte Nachteil der künstlichen Substanzen gegenüber dem natürlichen Testosteron aber ist die relativ einfache Nachweisbarkeit. Während sich viele Sportler dem Nachweis des Testosterondopings mittlerweile durch gut geplante Langzeitkuren mit geringen Dosen entziehen können, fliegt der Missbrauch synthetischer Präparate in vielen Fällen auf. Auch 100-Meter-Olympiasieger Ben Johnson stolperte 1988 über einen positiven Test auf das synthetische Stanozolol - einem Anabolikum, das zur Behandlung von Hunden, Katzen und Pferden entwickelt wurde. Schließen " Kortikosteroide (Kortisol) Das Stresshormon Kortisol ist in der medizinischen Therapie von Autoimmunerkrankungen, Krebs und Entzündungen unentbehrlich. Es kann aber auch Sportlern auf die Sprünge helfen, weil es - wie auch seine synthetischen Abkömmlinge - den Stoffwechsel günstig beeinflusst, Entzündungen unterdrückt und ein geringeres Belastungsempfinden vermittelt. Dafür müssen die Athleten bei starkem Missbrauch äußerliche Veränderungen hinnehmen: Gewichtszunahme, Mondgesicht, Stiernacken. Langfristig wird die körerpeigene Produktion des lebenswichtigen Hormons in der Niere reduziert, es kommt zur Niereninsuffizienz. Kortikosteroide werden im Doping oft mit Anabolika und Amphetaminen kombiniert. Synthetische Varianten sind mittlerweile gut nachweisbar. Schließen " Clenbuterol Clenbuterol ist ein nicht-steroidaler anaboler Wirkstoff und eigentlich ein Asthmamittel (Beta-Sympathomimetikum). Es erweitert die Bronchien und wirkt entspannend auf die verkrampfte Atemmuskulatur der Patienten. In der Kälbermast und im Sport hat sich sich das Präparat wegen seiner anabolen Nebenwirkung etabliert. Clenbuterol bremst den Abbau von Muskeln und schraubt den körpereigenen Thermostaten einen Tick nach oben. Die Folge sind ein verbesserter Muskelaufbau und weniger Körperfett. Anders als echte Anabolika wie Nandrolon oder Testosteron wirkt Clenbuterol nicht auf die Achse der Sexualhormone. Vermännlichung (von Frauen), gesteigerte Aggresivität und andere Nebenwirkungen bleiben aus. Dafür leiden die Konsumenten oft unter Herzflimmern und Muskelzittern - und das Mittel ist gut nachweisbar. Während der Wettkämpfe vermeiden die Athleten daher tunlichst, Clenbuterol einzunehmen, was auch kein Problem ist, denn der Effekt ist langfristig und eine Clenbuterolkur lohnt am meisten, wenn sie zwei bis drei Monate vor dem Stichtag stattfindet. Bekanntester deutscher Fall Fall von Clenbuterol-Doping ist der Fall der Sprinterin Katrin Krabbe, die 1992 während des Trainings gemeinsam mit Grit Breuer positiv getestet und daraufhin suspendiert wurde - obwohl die Substanz zum damaligen Zeitpunkt noch nicht auf der Liste der verbotenen Substanzen stand. Verwendung bei Sportlern findet auch Salbutamol, gleichfalls ein Beta-Sympathomimetikum mit ähnlicher Wirkungsweise wie Clenbuterol.. Schließen " Erythropoietin (Epo) Erythropoitin (EPO) ist ein kleines Eiweiß, das als Hormon die Bildung von roten Blutkörperchen (Erythrozyten) ankurbelt. Unser Körper stellt es vorwiegend in der Niere her, weshalb die Pharmaindustrie für Nierenkranke in den Achtziger Jahren künstliches Epo als Ersatz entwickelte. Weil aber rote Blutkörperchen den Sauerstoff im Körper transportieren, wurde Epo schnell auch für Ausdauersportler interessant. Lange Zeit gab es keinen Nachweis für das Hormon, lediglich der Hämatokrit-Wert des Blutes - das Mengenverhältnis von Zellen zu Flüssigkeit - konnte ein Indiz dafür liefern, ob ein Sportler möglicherweise Epo gespritzt hatte. Mittlerweile gibt es eine aufwändige Urinanalyse, die solche Manipulationen aufdeckt. Der große Erfolg von Epo als Dopingsubstanz geht auf einen starken Effekt mit geringen Nebenwirkungen zurück: Die Leistung eines Sportlers lässt sich schnell und gezielt steigern, und solange der Anteil der festen Bestandteile (der Zellen) das Blut noch halbwegs flüssig durch die Adern rutschen lässt, treten kaum unerwünschte Reaktionen auf. Gefährlich wird es, wenn der Hämatokrit sehr weit über die üblichen 42 bis 47 Prozent klettert: Bjarne Riis, Tourgewinner von 1996, soll einen Wert von 64 Prozent erreicht haben. Üblicherweise kommt es bei so dickem Blut zu Herzkreislaufversagen, Thrombose oder Infarkt. Schließen " Wachstumshormon Ob sie wirklich eine leistungssteigernde Wirkung haben, ist nach wie vor nicht klar belegt, trotzdem wird in vielen Sportarten ausgiebig mit Wachstumshormonen gedopt. In erster Linie geht es dabei um gentechnisch hergestelltes Human Growth Hormone HGH, das für die Therapie von Kleinwüchsigen mit einem erwiesenen Mangel an dem Hormon entwickelt wurde. Das natürliche HGH kontrolliert insbesondere in der Entwicklungsphase von Kindern und Jugendlichen das Wachstum von Muskeln, Knochen und inneren Organen. Gesunde Sportler zielen mit HGH natürlich vor allem auf die Muskulatur, ein intensiver Missbrauch schlägt sich aber entsprechend in vergrößerten Innereien und abnormem Wuchs von Händen, Füßen und Kiefer nieder. Analytisch können Dopingfahnder HGH bisher nicht aufspüren, ein Nachweisverfahren ist derzeit in der Entwicklung. Blutproben von Verdachtsfällen werden jetzt auf Eis gelegt, um sie später kontrollieren zu können. Schließen " Insuline Zahllose Zuckerkranke weltweit spritzen sich täglich Insulin - um zu überleben. Weniger bekannt ist, dass das Stoffwechselhormon auch in den Dopingköfferchen der Sportlern sehr häufig vorkommt: Insulin signalisiert dem Körper, dass er freien Zucker (Glukose) aus dem Blut in Muskeln und Leber speichern soll. Ausdauersportler können ihre Energiespeicher während langwieriger Wettkämpfe zwischen den Einheiten rasch auf bis das zwölffache aufpumpen, wenn sie sich gleichzeitig Insulin und reine Zuckerlösung injizieren. In Kombination mit Anabolika stützt das Hormon aber auch den Muskelaufbau. Dafür risikieren die Athleten eine Hypoglykämie: Der Zuckerspiegel im Blut kann zu stark sinken, das Gehirn bekommt über das Blut nicht mehr genug Glukose. Die Folge: Von Schwindel über Epilepsie bis hin zur Ohnmacht kommt es vor allem zu neurologische Ausfällen. Für die Dopingkontrolleure ist vor allem das gentechnisch hergestellte Humaninsulin schwer zu ermitteln, die Nachweismethoden werden aus Kostengründen nur selten eingesetzt. Schließen " Diuretika Mehr Urin bedeutet Verdünnung, deshalb war es auch im Leistungssport lange Zeit Usus, zur Verschleierung von Substanzmissbrauch Diuretika zu schlucken. Mittlerweile darf die Dichte des Urins aber einen bestimmten Wert nicht mehr unterschreiten, weshalb harntreibende Mittel zumindest in der Verschleierung von Doping an Bedeutung verlieren. Schließen " Maskierende Substanzen Doping wird oft über das Verhältnis der verbotenen Substanz zu einer weiteren im Blut oder Urin nachgewiesen. Erhöht man die Menge der Vergleichssubstanz, normalisiert sich das Verhältnis wieder. Im Sport heißt das maskieren, und ein gutes Besipiel für eine maskierende Substanz ist Epitestosteron: Erhöhte Testosteronwerte lassen sich nur ermitteln, wenn der Epitestosteronspiegel normal ist. Ebenfalls maskierend wirken Plasmaexpander, die die Flüssigkeitsanteil im Blut erhöhen und damit einen erhöhten Hämatokritwert überdecken - zum Beispiel nach Doping mit Epo. Schließen " Gendoping Der in den Sechziger Jahren hocherfolgreiche finnische Langläufer Eero Mäntyranta besaß etwas, das heute gerne viele Ausdauersportler hätten: Eine Punktmutation im körpereigenen Epo-Gen, die seine Leistungsfähigkeit erhöhte. Wem die Natur keinen solchen Zufall beschert, kann künftig vielleicht auf Gendoping zurückgreifen. Manipuliertes Erbgut wird dafür in den Körper eingeschleust, ganz wie in der Gentherapie von Krankheiten. Forschern ist es auf diese Weise bereits gelungen, aus mäßig fitten Nagern echte Marathonmäuse zu basteln. Ob das auch beim Menschen gelänge, ist unklar. Wie solche Manipulationen nachzuweisen wären, ist für die Kontrolleure aber schon jetzt ein verzwicktes Problem - auch wenn diese Zukunft des Dopings wohl noch nicht angebrochen ist. Schließen " Dopingkontrollen Sportler werden stichprobenartig entweder während der Wettkämpfe (In-Competition-Control) oder innerhalb der Trainingsphasen (Out-of-Competiton-Control) auf verbotene Substanzen getestet. Bis vor sieben Jahren untersuchten die Kontrolleure dafür ausschließlich Urinproben, seither zapfen sie auch Blutproben ab. Schließen " A- und B-Proben Jede Blut- oder Urinprobe wird gedrittelt, zwei Drittel ergeben die A-Probe, auf die sich das erste Testergebnis stützt. Ein positiver Befund muss mit dem verbliebenen Drittel, der B-Probe, reproduzierbar sein. Der betroffene Athlet hat das Recht, der B-Analyse gemeinsam mit einem Anwalt oder Gutachter beizuwohnen. Schließen " Behörden Die Weltantidopingagentur WADA ist für das Screening auf internationalen Wettkämpfe verantwortlich, wobei sie die jeweiligen Sportverbände bislang noch eng in die Kontrollen mit einbezieht. Auf Länderebene wurden mittlerweile zahlreiche Nationale Antidoping-Agenturen (NADAs) installiert, die sich in Zusammenarbeit mit zertifizierten Labors vorwiegend um Trainingskontrollen kümmern. Die uneinheitliche Reglementierung in den verschiedenen Ländern wird seit langer Zeit heftig kritisiert. Schließen "

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