"Für viele der Therapiegeräte haben wir hier keinen Platz", sagt Annette Steinberg. Die Suche nach einer Wohnung in Hamburg ist ohnehin schon schwierig – wer eine barrierefreie braucht, hat es noch schwerer. Es hat lange gedauert, bis die Steinbergs fündig wurden. Nun planen sie, 2017 in ein Neubauprojekt im Hamburger Stadtteil Uhlenhorst zu ziehen.

Es gibt immer wieder Momente, in denen Annette Steinberg ratlos ist. Was kann sie ihrer Tochter zu Weihnachten schenken? Wie den vielen Blicken in der Stadt begegnen? Gerade soll es weitere Einsparungen im Sozialsystem geben, die Therapien in der Schule sollen wegfallen. "Die Ungerechtigkeit bringt mich an den Rand dessen, was ich aushalten kann", sagt die Mutter.

Doch es gibt auch die andere Seite — Momente, in denen sich Steinberg mit Sara freut. Bei der Weihnachtsfeier etwa hat die Klasse Kling, Glöckchen, klingelingeling aufgeführt. An Saras Hand war eine Schelle befestigt. "Ihr Klassenfreund Diego hat die ganze Zeit ihre Hand gehalten und immer gerüttelt, wenn sie dran war", erzählt die Mutter.

Was Steinberg gemacht hätte, hätte sie vor der Geburt die Diagnose bekommen, weiß sie nicht: Sie würde niemandem einen Vorwurf machen, der sich in dieser Situation gegen das Kind entscheide. Aus heutiger Sicht könne sie nur sagen: "Sara ist meine über alles geliebte Tochter, ich würde sie gegen nichts eintauschen."

* Name geändert