Das Hamburger Oberlandesgericht hat einen Funktionär der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) zu drei Jahren Haft verurteilt. Der 58-Jährige habe sich der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung schuldig gemacht, sagte der Vorsitzende Richter des Staatsschutzsenates.

Nach Überzeugung des Gerichts leitete der türkische Angeklagte unter dem Decknamen Ali von Ende 2012 bis zu seiner Verhaftung im August 2015 verschiedene PKK-Sektoren in Deutschland. Zunächst sei er im Süden des Landes aktiv gewesen, nach einem Aufenthalt in Skandinavien war er für Norddeutschland zuständig. Er habe die "organisatorischen, finanziellen, personellen und propagandistischen Angelegenheiten der zu seinem jeweiligen Zuständigkeitsbereich gehörenden Gebiete koordiniert". Der Angeklagte habe den jeweiligen Gebietsführern Aufträge und Weisungen erteilt und von Kadern auf europäischer Ebene ebensolche erhalten.

Die Verteidigung hatte auf Freispruch für den Angeklagten plädiert. Die PKK ist seit 1993 in Deutschland verboten, 2002 stufte die EU sie als Terrororganisation ein. Im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" setzt auch die Bundeswehr auf Zusammenarbeit mit kurdischen Kämpfern.