Mark Spörrle © Vera Tammen

Guten Morgen,

am Freitag hat der Bundestag die Ehe für alle beschlossen, und in Hamburg unterstützen alle Bürgerschaftsfraktionen außer der AfD in seltener Einmütigkeit die Bewerbung um die EuroPride 2020, gleichermaßen politische Demonstration und größtes schwul-lesbisches Event Europas. Seit 2003 organisiert der Verein Hamburg Pride hier bereits einmal jährlich den Christopher Street Day (CSD). Die EuroPride, teilen die Fraktionen von SPD, CDU, Grünen, FDP und Linker unisono mit, "steht für ein vielfältiges und solidarisches Europa und sorgt für Begegnung, Austausch, gegenseitiges Lernen und leistet somit einen Beitrag für den Zusammenhalt in Europa". Neben der großen Parade gehört auch eine internationale Menschenrechtskonferenz zum Programm. Die EuroPride fand übrigens schon einmal in Hamburg statt, im Jahr 2004; damals machten Demonstrationsteilnehmer unter anderem aus dem Kürzel HVV die griffige Langfassung: "Habt viel Verkehr". Und wir hätten nicht gedacht, so kurz vor G20 und so kurz nach den Harley Days dermaßen uneingeschränkt für eine weitere Großveranstaltung in Hamburg plädieren zu können.

Noch schnell eine Anregung zu den Harley Days: "Sammeln eigentlich die Motorradfreunde oder der Veranstalter bei diesem Treffen Geld für einen guten Zweck, so wie es sich gehört für einen anständigen Hanseaten?", fragte einer unserer Leser. Wenn nicht, schrieb er, dann wäre doch zumindest das "ein Ansatzpunkt für eine Verbesserung für die Zukunft". Vielleicht gar für mehr Akzeptanz?

Elbstrandweg: Einmal geht’s noch!

Sie würden gern zur Abwechslung mal gern von etwas anderem lesen als G20? Wir wär’s mit – dem Rad- und Fußgängerweg am Elbstrand? Der war, wir erinnern uns, nicht zuletzt dank einer Bürgerinitiative mit 13.000 Unterstützern eigentlich schon so tot wie Hamburgs Olympiabewerbung. Doch vergangenen Donnerstag setzten ihm SPD und Grüne in der Altonaer Bezirksversammlung den Defibrillator an, worauf das Projekt plötzlich wieder Puls hat. Schwachen Puls, aber immerhin. Nun soll es nämlich am 15. September zu einem Bürgerentscheid kommen, bei dem sich die Wahlberechtigten offiziell zwischen beiden Initiativen entscheiden sollen, nämlich "Elbstrand retten" sowie "Elbstrandweg für alle". Das Projekt ist mehr als emotional besetzt. Auch in der Bezirksversammlung kam es zu heftigen Debatten, die Grünen waren sich nicht einmal untereinander einig und brachten zwei einander widersprechende Anträge ein. Während die Radweggegner nun sauer sind, dass ihre 13.000 Unterschriften vielleicht nichts wert sind, freut sich Samina Mir, Sprecherin der Befürworter: "Endlich werden alle befragt." Ihre Initiative schlägt einen drei Meter breiten Weg mit gemischter Nutzung vor und glaubt an das Gute im Rennradfahrer: "Idioten gibt es in jedem Verkehrsmittel", sagt Mir, "aber deshalb muss man nicht alle in Sippenhaft nehmen." Schließlich sei die Stelle, wo es den meisten Zoff gebe, bisher jene in Teufelsbrück, wo Fußgänger und Radfahrer ihre eigenen Wege hätten – und dort prompt auf ihrem Recht beharrten.

Ernüchternde Lektüre: Hamburgs Luftreinhalteplan

Seit Freitag, also seit dem Ende der Auslegungs- und Einwendungsfrist, gilt der teils umstrittene Hamburger Luftreinhalteplan als beschlossen und ist ab sofort auch online zu finden. Er enthält zehn Maßnahmenpakete, die dafür sorgen sollen, dass Hamburg die von der EU vorgegebenen Luftwerte, darunter vor allem Stickstoffdioxid, endlich einhalten kann. "Neben dem Ausbau des Radverkehrs und der U- und S-Bahnen schafft die Stadt über 200 saubere Busse an, baut über 1000 Ladepunkte für E-Fahrzeuge und schafft für den eigenen Fuhrpark fast ausschließlich schadstoffarme Autos an", heißt es dazu aus der Umweltbehörde. Vor allem eine "deutliche" Senkung der Luftbelastung aus dem Hafen stehe im Fokus, dazu sollen noch mehr Landstrom- und Flüssiggasanlagen angeboten werden, als bislang geplant war. Doch wer in den Plan hineinliest, stößt recht bald auf die Einschränkungen. "Es ist vorgesehen", heißt es da zwar, "dass zusätzlich zu den genannten Landstromanlagen bis zu neun PowerPacs an den Containerterminals im Hamburger Hafen in Betrieb genommen werden." Dies sind mobile Gasmotoren, die mit schadstoffarmem Flüssiggas (LNG) betrieben werden. Doch wenige Absätze später kommt das Aber: "Aufgrund des hohen Investitionsvolumens in LNG-Technologie und des derzeit niedrigen Ölpreises ist der Anreiz seitens der Containerschiffsreedereien, in diese neue umweltfreundliche Technologie zu investieren, bisher gering." Anders gesagt: Nach Schätzung der HPA wird bis zum Jahr 2020 lediglich jedes 200. Schiff, das in den Hafen einläuft, LNG nutzen. Wird es da nicht allmählich Zeit für extrem motivierende Maßnahmen?

G20-Gipfelwissen kompakt

Der Countdown läuft: Das Gipfel-Treffen wird das Leben in der Hansestadt lahmlegen und uns Hamburger gleichzeitig ordentlich auf Trab halten. Wie die "Welt am Sonntag" berichtet, bereiten sich die Einsatzkräfte sogar auf Anschläge auf die Stromversorgung oder auf Rundfunkstationen vor. Drohnen könnten den Flugverkehr stören, Funkmasten könnten lahmgelegt werden. "Wenn die Sicherheitskräfte nicht hundertprozentig aufpassen, kann es zu Auseinandersetzungen wie beim G8-Gipfel in Heiligendamm kommen", sagt der Berliner Politikwissenschaftler Klaus Schroeder in einem Interview mit der dpa. "Viele Linksextreme sagten damals: Seht mal, wir können auch offensiv was machen. Genau das haben sie diesmal auch vor." Bevor sich nun vor lauter G20-Panik lange Blechschlangen auf den ohnehin chronisch verstopften Autobahnen rund um Hamburg bilden, liefern wir einen Überblick darüber, was Sie in der kommenden Woche wissen müssen, quasi: G20-Wissen für die Hosentasche.

Die wichtigen Demos

Die erste Protestkundgebung fand bereits gestern statt. Die "G20 Protestwelle", organisiert von Gewerkschaften und Umweltorganisationen, richtete sich nicht gegen den Gipfel an sich, sondern gegen die Politik der G20. Zwischen 8000 (laut Polizei) und 18.000 (laut Veranstaltern) Menschen trotzten dem Wetter und demonstrierten friedlich zu Lande und auf der Alster.

Etwa 10.000 mitunter gewaltbereite Demonstranten werden bei der Demo "Welcome to Hell" am Donnerstag erwartet. Linke Aktivisten der Hamburger Szene wollen ab 16 Uhr "blockieren, lahmlegen, verzögern". Im Interview mit ZEIT:Hamburg-Chefin Charlotte Parnack und Autor Christoph Twickel verriet Mitorganisator Andreas Beuth das Ziel: "Das Beste wäre der vorzeitige Gipfelabbruch." Wen das Demo-Motto provozieren soll und was die Aktivisten der Roten Flora vom Steineschmeißen halten, lesen Sie, falls noch nicht geschehen, in der ZEIT:Hamburg oder digital hier. Vorsicht ist auch am ersten Gipfeltag, Freitag, ab 20 Uhr auf St. Pauli geboten: Bei "G20 entern – Kapitalismus versenken" der Gruppe Roter Aufbau Hamburg wird es vermutlich laut und heftig weitergehen. Am vergangenen Donnerstag waren Wohnungen der Veranstalter durchsucht worden. Ab 11 Uhr heißt es dann am Samstag, 8.7., "Grenzenlose Solidarität statt G20"auf dem Deichtorplatz, wenn knapp 170 Gruppen und Organisationen, darunter die Partei Die Linke oder Attac, auf die Straßen gehen. Auf dem Millerntorplatz soll es abends eine Kundgebung geben.

Die Sicherheitszonen

Um die Mächtigsten der Welt und ihr Gefolge zu schützen, richtet die Stadt – ähnlich wie beim OSZE-Treffen – zwei Sicherheitszonen ein. Eine bei den Messehallen (hier tagen die Politiker), die andere bei der Elbphilharmonie (hier vergnügen sich die PartnerInnnen von Macron, Putin und Co mit Joachim Sauer, dem Ehemann der Bundeskanzlerin). Von Mittwoch bis Montag wird das Gebiet bei den Messehallen von Polizisten durch Metallzäune gesichert. Mit Ausweis dürfen Anwohner und ihre Besucher zu ihren Wohnungen, Gewerbetreibende in ihre Läden. Autos und Fahrräder darf man dort aber nicht parken. Kinder brauchen keinen Ausweis bei sich zu tragen, sie werden aber von der Polizei nach Hause begleitet. Von Freitag bis Samstag gilt das Gleiche für die Zone in der HafencCity. Wo genau die Grenzen verlaufen und wo sich "Kontroll- und Durchlassstellen" befinden, zeigen die interaktiven Karten der Hamburger Polizei.

Der Verkehr

Ja, das Auto kann man, zumal wenn man keinen Notvorrat an Bord hat, während der Gipfeltage getrost stehen lassen (vorausgesetzt, man hat einen Parkplatz außerhalb der Sicherheitszonen). Auf rund 38 Quadratkilometern, in den sogenannten Transferkorridoren, werden immer wieder Straßen gesperrt, sobald Staats- und Regierungschefs samt Delegationen vom Flughafen in die Innenstadt kutschiert werden. Das Radfahren kann man also auch gleich bleiben lassen. Mit dem HVV ("Habt viel Verkehr") sollen aber alle Ziele in Hamburg mit zusätzlichen U- und S-Bahnen erreichbar sein. Von Donnerstag (12 Uhr) bis Samstag (20 Uhr) gilt ein geänderter Fahrplan. Zeitweise sind die Haltestellen Messehallen und Sternschanze gesperrt. Busse fahren nur bis zur Innenstadtgrenze, dafür werden auf den gewohnten Strecken im 10-Minuten-Takt Shuttlebusse eingesetzt. Das betrifft 29 Buslinien.

Campen oder nicht campen?

Das Protestcamp im Stadtpark wurde nach einer Entscheidung des Hamburger Verwaltungsgerichts nun für den Standort Elbpark Entenwerder in Rothenburgsort genehmigt. Allerdings prüft die Polizei nach eigenem Bekunden derzeit noch, ob das mit dem Sicherheitskonzept für den Gipfel vereinbar ist. Gestern sammelten sich dort immer mehr Gipfelgegner, die die Polizei nicht auf das gesamte Gelände ließ, ebenso wenig wie "Infrastruktur für Übernachtungen". Ein zweites Camp, in dem nicht übernachtet werden darf, wird bereits seit Sonnabend in Lurup aufgebaut. Geplant war es ursprünglich im Volkspark in Altona, dort ist es allerdings nicht genehmigt worden. Wo man bei G20 sonst noch zelten darf oder wozu die große Demo-Verbotszone dienen soll, erfahren Sie von Frank Drieschner in ZEIT:Hamburg oder digital hier. Und für alle, deren Fragen wir noch immer nicht beantwortet haben, gibt es das Bürgertelefon der Hamburger Polizei.

Worauf ich mich diese Woche freue …

Joachim Lux © Armin Smailovic

verrät uns Joachim Lux

Natürlich freue ich mich auf die nahenden Theaterferien! Noch zwei Wochen sind es bis zur Sommerpause, die für uns Theaterleute immer eine wertvolle Zeit im Jahr ist, um einmal Atem zu holen und Kraft zu tanken für die neue Spielzeit. Aber noch sind wir als Thalia Theater offen und spielen jeden Abend Vorstellung – und das auch, wenn am Wochenende der G20-Gipfel in Hamburg stattfindet. Denn ich glaube, dass Hamburg am meisten davon hat – auch für ein Zeichen von Freiheit und Liberalität, das wir als Stadt in die Welt senden –, wenn wir den Gipfel nutzen, um Themen voranzubringen, und gleichzeitig unsere Zivilgesellschaft weiterleben. Wenn ich am G20-Wochenende Sport mache, mache ich Sport, wenn mein Wocheneinkauf ansteht, gehe ich in den Supermarkt, wenn ich Theaterkarten habe, gehe ich ins Theater. So agieren wir auch als Thalia: Wir machen unsere Arbeit, wir spielen einfach! In diesem Fall am Freitag, den 7. Juli, unser Erfolgsstück "Das achte Leben (Für Brilka)" – ein Fest des Lebens, fünf Stunden großartige Schauspielkunst!

Joachim Lux ist seit 2009 Intendant des Thalia Theaters.

Mittagstisch

Bemüht, aber mutlos

Wenn es stimmt, dass die Zahl der Gäste Rückschlüsse auf die Qualität zulässt, müsste man um das indische Restaurant Krishna eigentlich einen Bogen machen. Vielleicht befürchten manche, das "3-Gänge-Menü ab 6,90 Euro" könne sich nicht mit einem gewissen Anspruch oder einer regulären Mittagspausenlänge vertragen? Wir sind umso neugieriger. Bei der Inneneinrichtung des Krishna war man sehr um Eleganz bemüht. Die Wahl fällt trotzdem auf die unprätentiösere Terrasse und danach auf das Lammfilet Jalfrize von der Mittagskarte für 9,90 Euro. Vorweg gibt es eine arg dezent gewürzte Linsensuppe mit Koriander. Auch der Hauptgang vermittelt so sehr den Eindruck, westliche Geschmacksnerven nicht verschrecken zu wollen, dass man dem Koch gerne Mut zusprechen würde. Immerhin das Dessert, die süße und mächtige Sesampaste Halva, ist ein kleiner Lichtblick. Ein zeitliches Problem gibt es nicht: Der gesamte Aufenthalt hat keine Dreiviertelstunde in Anspruch genommen.

Bergedorf, Krishna, Serrahnstraße 9, Mittagstisch Mo–Sa, 11–15 Uhr

Tobias Vogel

 Was geht

Zinsen und Zentralbank: "Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und Alternativen zum gegenwärtigen Geldsystem" lautet der Titel eines Vortrags, der den Fragen nachgeht: Welche Gründe hat die aktuelle Niedrigzinspolitik? Welche Folgen ergeben sich daraus? Was ist ein Vollgeldsystem, und wie ist es zu beurteilen? Spätestens hier scheint das Motto der Vortragsreihe gerechtfertigt: "Wirtschaft neu denken".

GLS Bank, Düsternstraße 10, 19 Uhr, Eintritt 2 Euro, Anmeldung erbeten per Mail an schoenberger@haus-am-schueberg.de

Rock aus Tennessee: Fünf erfolgreiche Studio-Alben, mehrere Millionen verkaufte Tonträger, diverse Grammy-Nominierungen und eine Welttournee mit mehr als 160 Shows – Paramore sind nicht irgendwer. Heute zeigt die Alternative-Rock-Band aus Tennessee um Frontfrau Haley Williams dies auf der Bühne im Stadtpark bei einer von nur drei Shows in Deutschland.

Stadtpark, 19 Uhr, Karten: 38 Euro.

Liebliche Klänge: Wie bitte, Sie haben noch nichts von einem Claviorganum gehört? Daniel Nowak, Absolvent der Hochschule für Musik und Theater, legt heute seine Abschlussprüfung ab – in der Kunst, dieses altehrwürdige Tasteninstrument zu spielen. Ohren auf für liebliche Klänge.

Museum für Kunst und Gewerbe, Steintorplatz, Sammlung Beurmann, 19 Uhr, Eintritt frei

Was kommt

Dienstägliche Orgeltöne: Mit Psalmvertonungen und Orgelmusik von Bloch, Bruch, Lewandowski, Mendelssohn Bartholdy, Ravel, Rossi und Würzburger beginnt der Hamburger Orgelsommer in St. Jacobi. Schauspielerin Daniela Ziegler liest dazu Prosa und Lyrik von Rose Ausländer, Gotthold Ephraim Lessing und Arnold Schönberg.

St. Jacobi, Steinstraße, vom 4. Juli bis 12. September dienstags, 20 Uhr, Tickets ab 15 Euro (ermäßigt)

Alternative Politik: Die Teilnehmer des "Gipfels für globale Solidarität" stellen im G20-Vorfeld etwas andere Fragen an die Weltpolitik. In Diskussionen, Vorträgen und Workshops geht es zwei Tage lang darum, die Welt besser zu machen.

Gipfel für globale Solidarität, genauer Ablauf auf der Website

Letzte Chance: Intendantin Karin Beier hat es inszeniert, Edgar Selge hat es perfekt umgesetzt, in der Vergangenheit war das Solo-Stück "Unterwerfung" meist in null Komma nichts ausverkauft. Vielleicht auch, weil der gleichnamige Zukunftsroman von Michel Houellebecq über die Machtübernahme einer islamischen Partei im Frankreich der 2020er-Jahre polarisiert. Freitag und Samstag läuft es zum letzten Mal.

Schauspielhaus, Kirchenallee 39, Freitag und Samstag, 20 Uhr, Karten ab 15 Euro

An die Tickets, los: Bis zum 9. September ist noch ein bisschen Zeit, erst dann findet die 14. Theaternacht Hamburg statt. Wer dabei sein will, kann allerdings schon jetzt die Vorverkaufsstellen aufsuchen. 15 Euro für 300 Programmpunkte in 40 Spielstätten und ein Fahrschein für 50 Shuttlebusse – lohnt sich.

Theaternacht Hamburg, Vorverkauf ab Samstag, Ticketpreise: regulärer Vorverkauf 15 Euro, Abendkasse 17 Euro

Was bleibt

Refugium: Wer in St. Pauli angesichts des bevorstehenden G20-Gipfels und seiner Auswirkungen Unbehagen empfindet, der soll von heute an einen Rückzugsort im Stadtteilzentrum Kölibri finden. "Informieren, erholen und vernetzen" – all das ist möglich in der "Kölibri_NoG20_Woche", kündigt die Initiative "St. Pauli selber machen" an.

Kölibri, Hein-Köllisch-Platz 11/12, Montag bis Samstag

Hamburger Schnack

In Eimsbüttel wird ein neuer Kreisel gebaut, und die Ampeln sind verschwunden. Ein älterer Herr kommt vorsichtig mit seinem Rollator an den Straßenrand. Ich frage ihn, ob ich ihm über die Straße helfen kann, darauf er ganz empört: "Nee, min Deern, ich bin doch erst 94!" Und stratzt davon.

 

Gehört von Rebecca Wulf

Meine Stadt

Schamesröte oder Sonnenbrand? Diese gelben Paprika sind kaum wiederzuerkennen. © Jana Nevermann

SCHLUSS

Wenn die Polizei gipfelbedingt nicht mehr genug Personal hat, um zu den Kriminellen zu kommen, kommen die Kriminellen eben zur Polizei. Äußerst kooperativ zeigte sich diesbezüglich vergangene Woche ein Pärchen, das einen Mercedes mit gestohlenen Kennzeichen einfach gleich auf dem Hof der Polizeidienststelle am Sievekingdamm parkte und dort mit ein paar Fastfood-Tüten ausstieg. Als die beiden das Essen jedoch nicht netterweise den Beamten brachten, sondern damit in einen benachbarten Park verschwanden, wurden die Polizisten misstrauisch (und vermutlich unleidlich) und folgten ihnen. Im Park stellte sich heraus, dass die 27-jährige Wagenlenkerin keinen Führerschein hatte und, wie nicht anders zu erwarten, ohne Versicherungsschutz unterwegs war. Auch auf Parkplatzsuche? Hier unser Service für Nachahmungstäter.

Das war sie wieder, die Elbvertiefung. Wollen Sie uns Ihre Meinung sagen, wissen Sie etwas, über das wir unbedingt berichten sollten? Schreiben Sie uns: elbvertiefung@zeit.de

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag. Morgen lesen wir uns wieder, wenn Sie mögen!

Ihr Mark Spörrle

PS: Gefällt Ihnen unser Letter, leiten Sie ihn gern weiter. Haben Sie ihn weitergeleitet bekommen, melden Sie sich ganz einfach und unverbindlich an unter www.zeit.de/elbvertiefung. Dann schicken wir Ihnen die neue Elbvertiefung, solange Sie wollen, immer montags bis freitags ab 6 Uhr.