Mark Spörrle © Vera Tammen

Guten Morgen,

im Nachgang zu den Ausschreitungen rund um das G20-Treffen forderte gestern die Handelskammer im Namen der betroffenen Geschäftsleute einen vollen Ausgleich für alle erlittenen Schäden. Der geplante Entschädigungsfonds des Bundes und der Stadt Hamburg für nicht versicherte Schäden, dotiert mit 40 Millionen Euro, reiche nicht aus. Die Politik, so die Kammer, habe den G20-Gipfel nach Hamburg geholt und müsse für alle eingetretenen Folgen geradestehen – neben den Sachschäden auch für den Mehraufwand für die Sicherung der Geschäfte, die Kosten für Wachpersonal und die Umsatzausfälle. Die Forderung ist nur zu verständlich; erstaunt habe ich gehört, dass ein Kaufhaus in der City eine Baustelle für die Gipfeltage auf eigene Kosten zurückbauen musste, nur weil die Möglichkeit bestand, dass dort ein Konvoi der Gipfelteilnehmer vorbeifährt.

Aber es gibt noch weit mehr Leidtragende des Gewaltrauschs und der Zerstörungen. Viele Leser haben uns geschrieben, diese Tage hätten ihr Leben verändert, auch wenn sie gar nicht direkt dabei gewesen seien. Da geht es um die Gewaltexzesse vermummter Randalierer, aber nicht nur. Mütter berichten, sie seien schockiert, denn sie hätten ihre Kinder ermutigt, ihr demokratisches Recht wahrzunehmen, auf Demonstrationen ihre Meinung zu vertreten, aber dann sei es zu Gewalttätigkeiten auch von Polizisten gekommen, zu Fußtritten und zerstörten Handys, andere berichten von einem Gefühl von "Machtlosigkeit und Ausgeliefertsein auch gegenüber übermächtigen, eskalierenden Polizeitruppen".

Die psychischen Folgen von alledem, der gefühlte Verlust von bisher als selbstverständlich empfundener Sicherheit, warnen Experten, lasse die Menschen so schnell nicht mehr los, könne traumatisieren und therapeutische Behandlung erfordern.

Es sind Qualen, für die es erst recht eine Entschädigung geben müsste. Nur welche?

In der aktuellen ZEIT schreibt ZEIT:Hamburg-Chefin Charlotte Parnack übrigens auch über die Frage von Gewalt seitens der Polizei, außerdem über das Krisenmanagement der Politik und darüber, wie Hamburg dadurch nicht zur Ruhe kommt.

Grote bedauert rüde Behandlung junger Falken

"Da ist ein bedauerlicher Fehler passiert." Das sagte  Innensenator Andy Grote am Mittwoch gegen Ende der Sondersitzung des Innenausschusses, der sich mit den Vorkommnissen während des G20-Gipfels beschäftigte. Gerichtet war die Entschuldigung an den Landesverband Nordrhein-Westfalen der sozialistischen Jugendorganisation Falken. Was war passiert? Der Bus der Jugendorganisation wurde am 8. Juli auf dem Weg zur Demo "Grenzenlose Solidarität statt G20" erst "von mehreren Polizeiwagen eskortiert, die verhinderten, dass wir von der Autobahn abfuhren", wie der Landesvorsitzende Paul Erzkamp in einem offenen Brief schilderte. Kurz vor Hamburg wurde der Bus, der laut Erzkamp angemeldet war, erst auf eine Raststätte und dann weiter zur Gefangenensammelstelle (GeSa) geleitet. Dort mussten sich einige der Jugendlichen – darunter Minderjährige – nackt ausziehen und "wurden dann intensiv abgetastet". Manche seien, so heißt es, gar geschlagen worden. "Von der Polizei bekamen wir überhaupt keine Informationen", sagte uns der Landesgeschäftsführer Sebastian Kolkau gestern. "Nur Befehle, was zu tun sei." Telefonate seien ihnen mit der Begründung verweigert worden, dass es sich um keine offizielle Ingewahrsamnahme handeln würde, sondern, so Kolkau, "um einen Schritt davor". Vor dem Innenausschuss sagte Senator Grote, der Bus sei aufgrund eines Übertragungsfehlers irrtümlich durchsucht worden. Wie uns ein Polizeisprecher gestern erklärte, hätten Beamte zuvor einen Bus mit 50 Vermummten auf der Autobahn gesichtet und diese Information weitergeleitet. Ob man den Fehler angesichts von 44 teils bunt gekleideten Jugendlichen nicht hätte schnell bemerken müssen? Kolkau bestätigte: "Einzelne Mitreisende haben gemerkt, dass der eine oder andere Polizeibedienstete irritiert war, ob das tatsächlich die richtigen Personen sind, denen diese Behandlung zukommt." Zwei der Falken haben mittlerweile eine Feststellungsklage gegen die Stadt Hamburg eingereicht, "weitere werden noch folgen", sagt Kolkau. Eine Entschuldigung sei "bei uns bis heute nicht eingetroffen". Das Thema kennen wir ja.

Die Lage bei der Polizei, als es in der Schanze krachte

Bis halb eins in der Nacht stand vorgestern Abend auch die Hamburger Polizeispitze den Abgeordneten Rede und Antwort. Bei ZEIT:Hamburg-Kollegen Marc Widmann sind von der acht Stunden langen Sitzung des Innenausschusses vor allem die Aussagen der Einsatzleiter vor Ort hängen geblieben. Zusammen mit dem, was bisher noch bekannt wurde, und aus unseren weiteren Recherchen – hier die ausführliche Rekonstruktion der Geschehnisse rund um das Haus Schulterblatt 1 in der aktuellen ZEIT – ergibt sich allmählich ein schlüssiges Bild der Situation der Polizei an jenem schwarzen Freitagabend im Schanzenviertel. Im Innenausschuss erzählte Normen Großmann, der vor Ort die Eingreifkräfte der Polizei leitete, ausführlich, warum er nicht vorrücken ließ:

Am frühen Abend hätten sich die Polizisten noch absichtlich zurückgehalten, "wir wollten nicht über jedes Stöckchen springen". Als sie gegen 21 Uhr einschreiten wollten, hatten sich die Meldungen rasant verdichtet, dass sie in einen Hinterhalt gelockt werden sollten. Die Dächer waren besetzt, die zivilen Aufklärer baten, sich aus dem Viertel zurückziehen zu dürfen, weil sie eine derartige Gewaltbereitschaft noch nie erlebt hätten. Michael Zorn, der Leiter der Spezialeinsatzkräfte, erzählte, wie selbst seine schwer bewaffneten SEK-Beamten vom Gerüst am Schulterblatt 1 mit Eisenstangen und Steinen beworfen worden seien. "Es bestand unmittelbare Lebensgefahr", sagte Zorn, "wir sind um Haaresbreite an einer sehr, sehr schwerwiegenden Eskalation der Lage vorbeigeschrammt." Joachim Ferk von der Bereitschaftspolizei berichtete, wie bei der Demonstration "Welcome to Hell" von außen plötzlich Holzlatten in den schwarzen Block gereicht worden seien, um sich auf einen Kampf mit der Polizei vorzubereiten. Wer die Aussagen der Polizisten hörte, so Widmann, konnte nachvollziehen, warum sie in jenen Momenten so gehandelt haben, wie sie es taten – auch wenn sich manche Entscheidungen mit heutigem Wissen womöglich als unglücklich herausstellen werden. "Schade nur, dass die Zuhörerbänke am späteren Abend fast leer waren", so Kollege Widmann, "viele selbst ernannte Experten für Polizeitaktik hätten ruhig mal zuhören können."

G20: Aufarbeitung in der Nachbarschaft

Zu einer außerordentlichen Stadtteilversammlung rief die Plattform "St. Pauli selber machen" gestern auf, und mehr als 500 Menschen aller Altersgruppen kamen in den rasch mehr als knackig gefüllten Ballsaal im Millerntorstadion. Keine Lösungen, keine Resolutionen und keine Anschuldigungen wollten die Veranstalter am Ende dieser Versammlung vorweisen können, sondern einfach nur Raum für Diskussionen schaffen, die nach dem G20-Gipfel und den damit verbundenen Ausschreitungen immer noch nötig sind. Und siehe da: Trotz unterschiedlichster Meinungen – und Saunatemperaturen im vollen Saal – blieb es tatsächlich nicht nur zivilisiert, sondern richtiggehend harmonisch. Zum Teil im Mittelpunkt stand die Rote Flora, deren Vertreter zur Einstimmung eine Erklärung abgaben. Danach gab es jene, die sich noch im Nachhinein über die erfolgreiche Infragestellung des staatlichen Gewaltmonopols freuten, aber genauso jene, die sich in Zukunft eine neue, kreativere und gewaltfreiere Form des Protests wünschten. Jene, die von ihrer Angst während den Ausschreitungen berichteten, und jene, die von der Solidarität unter den Nachbarn schwärmten. Niemand wollte irgendjemanden überzeugen, jeder hörte dem anderen zu. Die Stimmung war Flora-freundlich, man hatte einfach nur ein paar Fragen. Die Steineschmeißer waren aber wohl auch zu Hause geblieben.

"Mopo"-Brandstifter verurteilt

Im Januar 2015 hatten sie zuerst eine Schule in Altona anzuzünden versucht und danach in den Räumen der "Hamburger Morgenpost" Feuer gelegt. Grund: Verärgerung über die umstrittenen Mohammed-Karikaturen aus dem französischen Satiremagazin "Charlie Hebdo", die in der Schule ausgestellt und von der "Mopo" nachgedruckt worden waren. Gestern sind die vier Männer zu Bewährungsstrafen von bis zu zwei Jahren sowie Arbeitsleistungen beziehungsweise lediglich Arbeitsleistungen verurteilt worden. Der mörderische Anschlag von Paris sei der Ausgangspunkt für die Taten in Hamburg gewesen. "Das macht sie so dramatisch und so erschreckend", sagte die Vorsitzende Richterin Anne Meier-Göring am Donnerstag. Die Angeklagten hatten Teilgeständnisse abgelegt.

"Den kreativen Wurststand mussten wir ablehnen"

Auf der Crowdfunding-Seite Nordstarter treten derzeit 15 Projekte aus der Hamburger Kreativbranche im Nordstarter Crowdfunding Contest 2017 gegeneinander an. Wer bis zum 7. August die meisten zahlenden Unterstützer vorweisen kann, bekommt bis zu 1500 Euro. Wir haben Isabel Jansen von der Hamburg Kreativ Gesellschaft, die den Contest initiiert hat, gefragt, wie das abläuft.

Elbvertiefung: Crowdfunding-Aktionen gibt es doch eigentlich laufend. Wieso machen Sie daraus einen Wettbewerb?

Isabel Jansen: Crowdfunding-Kampagnen plätschern leider oft vor sich hin. Oft sind die Starter ja die einzigen Personen, die das Projekt antreiben. Wir wollen auf spielerische Art und Weise mehr Menschen darauf aufmerksam machen.

EV: Die Kategorien reichen von Comic und Community über Kunst und Literatur bis zu Fotografie und Technologie. Fragen wir einmal andersherum: Was hätte man nicht einreichen dürfen?

Jansen: Unsere Richtlinien sind: Es muss ein Hamburger Projekt sein, es muss aus der Kultur oder Kreativwirtschaft kommen, und das Finanzierungsziel muss mindestens 2000 Euro betragen. Wir hatten ein Projekt aus der Lebensmittelindustrie, da wollte jemand einen "kreativen Wurststand" einreichen. Das mussten wir ablehnen. Als Wirtschaftsfördereinrichtung für Hamburgs Kreativwirtschaft müssen wir ja etwas darauf achten, dass wir vor allem Projekte aus den elf Teilbranchen der Kreativwirtschaft fördern, nämlich Architektur, bildende Kunst, Design, Film, Literatur, Musik, Presse, Rundfunk, Software und Games, Theater und Tanz sowie Werbung.

EV: Der Contest wird von der städtischen Hamburg Kreativ Gesellschaft veranstaltet. Was machen Sie dort normalerweise?

Jansen: Wir sind in erster Linie eine zentrale Anlaufstelle für Kreative und Künstler, wenn es um Fragen der ökonomischen Rahmenbedingungen geht. Wir helfen ihnen dabei, mit ihren kreativen Tätigkeiten ihre Existenz zu sichern und wirtschaftlich erfolgreich zu sein.

EV: Ist nicht ein gutes Produkt am wichtigsten?

Jansen: Nicht immer. Es kommt auch auf die Leute an, die dahinterstehen. Man will ja auch eine Idee verkaufen. Viele stellen einfach nur ihr Projekt online und wundern sich am Schluss, wieso kein Geld reingekommen ist. Crowdfunding kann aber tatsächlich noch viel mehr, als Geld in die Kassen zu spülen: Es ist ein schöner Weg, Leute abzuholen, die an die Idee glauben. Man macht auf sein Projekt aufmerksam, testet seine Idee am Markt und versucht Mitstreiter zu finden. 

EV: Bis jetzt wurden von den Unterstützern insgesamt 19.898 Euro zugesagt, ist das viel oder wenig?

Jansen: Das ist schon ganz gut. Viele Projekte schaffen es noch im Endspurt, ihr Ziel zu erreichen. Erst dann bekommen sie das Geld ausgezahlt.

Wetter-Apps: Top oder Flop?

Für die Weltuntergangsstimmung sorgen dieser Tage in Hamburg schwarze Wolkendecken mit Starkregen und Gewitter. Keine Sorge, wir verschonen Sie an dieser Stelle mit weiteren Meteorologenwitzen. Wer statt der Prognosen dieses Herrn Apps wie Katwarn und Nina, WarnWetter oder Regenradar und andere Dienste nutzt, dürfte von allzu großen Überraschungen verschont bleiben – dachten wir zumindest. Doch: Während eine Kollegin aus unserer Redaktion gerade mal fünf Minuten vor dem Starkregen am Mittwochnachmittag von ihrer App (Katwarn) alarmiert wurde (mit entsprechenden Folgen), wusste ein anderer Kollege bereits seit dem Morgen über das Unwetter Bescheid (Deutscher Wetterdienst – Newsletter "Amtliche Warnungen"). Grund, bei Wetterexperten nachzufragen: Wie schütze ich mich am besten vor unliebsamen Überraschungen? Auf wen kann ich mich verlassen? "Grundsätzlich kann der Meteorologe aus dem Fernsehen Informationen einordnen", sagt uns ARD-Wetterexperte Sven Plöger, "und eine App rechnet einfach etwas aus". Punkt also für den Meteorologen. So ganz will der TV-Meteorologe Apps aber auch nicht verteufeln, auch die hätten ihre Vorteile: "Während der Meteorologe den Sachverstand und den Überblick hat, kann mir eine App jederzeit Daten zu meinem exakten Ort liefern." Und warum schlagen nun unterschiedliche Wetter-Apps zu verschiedenen Zeitpunkten Alarm? "Jede App nutzt andere Wettermodelle, und die Modellrechnungen sind immer etwas unterschiedlich", so der Wettermoderator. Warum unsere Kollegin womöglich zu knapp gewarnt wurde, erfahren wir von Gerhard Lux vom Deutschen Wetterdienst: "Katwarn oder Nina sind Katastrophen-Apps. Das Wetter ist da eine Beigabe zu Warninfos wie etwa über Großbrände oder Straßensperrungen." Entsprechend gäben solche Apps Wetterwarnungen erst ab der Stufe 4 oder 5 raus, also "bei Extremwetter". Aha! Und: Was tun? Sven Plögers Tipp: die Wettervorhersage eines Meteorologen (gibt es, ähem, auch bei uns) und verschiedene Apps kombinieren! "Empfehlen kann ich Apps mit Regenradarfilm", so Plöger. "Man kann sehen, aus welcher Richtung das Unwetter kommt, wie stark es ist und wie weit entfernt."

Jetzt wird’s königlich

Am dritten Tag ihrer Deutschland-Reise gibt sich die royale Familie Prinz William und Herzogin Kate nebst ihren Kinder George und Charlotte in Hamburg die Ehre. Ihre Stationen: Maritimes Museum – Elbphilharmonie  (angeblich gute Foto-Möglichkeit, wenn sie gegen 14.30 Uhr wieder gehen) – Airbus.

Geheimtipp: Sie reisen gegen Mittag aus Berlin an – mit dem Zug!...

Lesevertiefung

Drei Buchempfehlungen fürs Wochenende

 

Sachbuch Was diese Menschen leisten, ist einzigartig, und häufig riskieren sie ihr Leben: die Seenotretter von Nord- und Ostsee. In diesem interessanten und schön aufgemachten Lesebuch berichten 25 von ihnen von ihren Einsätzen, von ihrem Mut und ihren Ängsten.

Stefan Kruecken, Jochen Pioch: Mayday! Ankerherz Verlag 29,90 Euro

 

Ratgeber Die Reihe "Trick 17" bietet geniale Lebenskniffe (Lifehacks) zu unterschiedlichen Themen mit vielfältigen, ungewöhnlichen und ideenreichen Tipps für Anfänger, Tüftler und Selbermacher. Aktuell ist "Trick 17" für Garten und Balkon.

Antje Krause: 222 geniale Lifehacks für drinnen und draußen, Topp Verlag 17 Euro

 

Jugendbuch Amokalarm in der Schule: 143 Minuten wird die Klasse von Herrn Filler bedroht. Die maskierte Person diktiert Aufgaben und deckt die dunkelsten Geheimnisse aller Anwesenden auf. Die erst 19-jährige Autorin überzeugt in ihrem Debüt in Sprache, Spannung und Schockelementen.

Lea-Lina Oppermann: Was wir dachten, was wir taten. Beltz Verlag 12,95 Euro, ab 14 Jahre

 

… ausgewählt von Heike Klauder, Buchhandlung Klauder, Duvenstedt

 

 

Was geht

Museumsschätze: Wo verliefen die frühen Seewege Chinas in den Westen? Was luden die Schiffe damals? Im Mittelpunkt der Sonderführung "Die Maritime Seidenstraße" stehen chinesische Artefakte, Belege für den kulturellen und religiösen Austausch entlang alter Seewege. Die Exponate stammen aus Schiffswracks und Sammlungen chinesischer Museen.

Maritimes Museum, Treffpunkt auf Deck 1, 14 Uhr, im Eintrittspreis (13 Euro) enthalten

Traurig feiern: Die Freundin macht Schluss, der Bus fährt vor der Nase weg, Hamburgs Himmel heult. Und dann fangen sie alles auf – die traurigsten, schönsten, melancholischsten Songs der Welt. Zwischen New Order, The Killers, David Bowie und Turbostaat ertränkt sich der Frust beim "Depri Disko Open Air" mit Bier und Musik. TaTüs, TaTas.

Molotow, Nobistor 14, 23 Uhr, 5 Euro

Was bleibt

Kunst lesen: Was sind sie anderes als Kunst, die Grundelemente der Schrift – das Alphabet, die Buchstaben und Zeichen? Die Ausstellung "Art and Alphabet" verlagert den Fokus vom Lesen zum Sehen, vom Entziffern zum Wahrnehmen. Es entsteht ein "spannungsvolles Kippen zwischen Schrift und Bild".

Kunsthalle, Glockengießerwall, 21.7.–29.10., 12 Euro

Bier unplugged: Der Fleetinsel entwachsen, zog das Duckstein-Festival vor vier Jahren in die HafenCity. Heute feiert es rund um den Magdeburger Hafen sein 20-jähriges Jubiläum. Das Besondere: Alle Künstler treten unplugged auf. Dazu gehören die Hamburger Jungs von Van Deyk mit modernem Pop, The Terri Green Project aus den USA (Soul) und Urban Beach mit Cajon- und Lagerfeuermusik.

Duckstein-Festival, Magdeburger Hafen, Eröffnung heute ab 16 Uhr, 21.-30. Juli 2017

Was kommt

Party mit Afrika: Füße stampfen, Trommeln dröhnen, Kleider rascheln – Afrika feiert Hamburg. Der neue Verein "Kapsong" will die Kulturen der Länder verbinden und legt los mit jeder Menge Live-Beats. Dazu gibt’s afrikanische Köstlichkeiten. Nkosi Sikelel’ iAfrika!

Kulturhof Dulsberg, Alter Teichweg 200, 20 Uhr, Eintritt frei

Dulsberg wettet: Drei Stadtteile, drei Wetten, drei Open-Air-Events – die NDR 90,3 und Hamburg Journal Sommertour 2017 startet in Dulsberg. Im Mittelpunkt steht die Stadtteilwette, bei der Anwohner eine Aufgabe rund um Geschichte und Kultur ihrer Heimat lösen müssen. Klingt wie "Wetten, dass...", nur ohne Gummibärchen-Moderator.

Dulsberg, Straßburger Platz, Sa, ab 17 Uhr, Eintritt frei

Freiluft-Leinwand: Ein Bankgebäude in Düsseldorf ist Schauplatz der furiosen Geiselnahme in "Die Katze". Dominik Grafs Neo-Noir-Reißer brachte 1988 Schwung in die Tristesse deutscher Kinos. Dazu gibt es das breite Hafenpanorama und lecker Bierchen. Bei schlechtem Wetter läuft der Streifen im B-Movie.

Jugendherberge am Stintfang, Paula-Karpinski-Platz, Sa, 22 Uhr

Messe im Trend: Die Veranstalter bezeichnen sie etwas kryptisch als "Orderplattform Norddeutschlands". Soll heißen: Die Nordstil-Messe ist der Ort, an dem Händler zu Kunden werden. Welche Produkte aus Dekoration, Stil, Design, Fashion und Wellness entwickeln sich zu Trends von morgen?

Messegelände, Messeplatz 1, 22./23.7. 9–18 Uhr, 24.7. 9–17 Uhr, 16 Euro

Hamburger Schnack

Im Bus 181. Zwei ältere Damen – jeweils mit Rollator – steigen am Schlump ein. Die eine sucht sich einen Sitzplatz, die andere lässt sich im Bereich der Tür auf ihrem Rollator nieder. Nach wenigen Augenblicken Fahrt ertönt eine automatische Computeransage, in etwa: Der Rollator solle nicht als Sitzgelegenheit genutzt werden. Sie solle die Bremse anziehen und sich einen Sitzplatz suchen. Die Dame auf dem Rollator: "Gerda, der Bus schimpft mit mir." Gerda antwortet: "Der hat nicht geschimpft, das war nur ein Sicherheitshinweis."

 

Gehört von Karsten Alberts, aufgeschrieben von Lisa Dust

 

Meine Stadt

Auch im Schaufenster wird nach G20 aufgeräumt. Nur hier ist das viel einfacher ... © Gabriele Reich

Das war sie wieder, die Elbvertiefung. Wollen Sie uns Ihre Meinung sagen, wissen Sie etwas, über das wir unbedingt berichten sollten? Schreiben Sie uns: elbvertiefung@zeit.de

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende. Montag lesen wir uns wieder, wenn Sie mögen!

Ihr Mark Spörrle

 

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