Mark Spörrle © Vera Tammen

Guten Morgen,

übermorgen fängt die Schule wieder an – und Sie gehören doch nicht dazu, oder? Zu jenen Eltern, die ihre Sprösslinge mit dem Auto direkt vors Schultor um die Ecke fahren, mit quietschenden Reifen, andere Eltern aus dem Weg hupend, Lehrern auf Fahrrädern den Weg abschneidend? Falls Sie nur ein bisschen mit dem Gedanken gespielt haben, derlei ab Donnerstag wieder zu tun, seien Sie gewarnt, nämlich vom Deutschen Kinderhilfswerk und dem Verkehrsclub Deutschland (VCD): Es ist nicht nur dämlich, unökonomisch und unökologisch, den eigenen Nachwuchs ein paar Hundert Meter und am besten im dieselnden SUV zur Schule zu fahren, durch das hastige Stehenbleiben und Kinderabwerfen im Halteverbot vor dem Schuleingang gefährdet man auch die anderen Kinder. "Hektisch geparkte Autos erzeugen insbesondere für Kinder unübersichtliche Situationen", mahnt das Kinderhilfswerk. Weil solche Appelle bei gewissen Eltern nicht ankommen, richten immer mehr Schulen mittlerweile Verbotszonen für Elterntaxis ein. Diese müssen ein paar Hundert Meter vor der Schule stoppen. Manchmal bricht das Chaos dann eben dort aus, bei gewissen Eltern kommen aber auch Verbote nicht an.

Vielleicht hilft ja wenigstens dies ein bisschen: Wer sein Kind zu Fuß bringt, oder besser noch allein gehen lässt, der verschafft seinem eigenen Fleisch und Blut einen Vorteil: Die Kleinen trainieren so nämlich Eigenverantwortung. Kinder, die, so Marion Laube vom VCD-Bundesverband, "allein oder in einer Gruppe zur Schule gehen", lernten, "auf sich und andere aufzupassen". (Liebe SUV-Fahrer: Auch wenn Ihr Kind eh Chef wird: das kann es gebrauchen.)

Und nicht nur das. Auf "Spiegel Online" berichtet der Erziehungswissenschaftler Albert Wunsch von "einer Hamburger Schule", die den Schülern einmal Hitzefrei geben wollte – was aber daran gescheitert sei, dass zu viele Schüler den Weg zu Fuß nach Hause einfach nicht kannten.

Zwei Jahre und sieben Monate für G20-Protestler

Mit einem für einige überraschend harten Urteil hat gestern der erste Prozess gegen einen G20-Demonstranten vor dem Amtsgericht Hamburg geendet. Zwei Jahre und sieben Monate muss der 21-jährige Niederländer in Haft; die Staatsanwältin hatte nur ein Jahr und neun Monate gefordert. Der Angeklagte wurde unter anderem des schweren Landfriedensbruchs, der gefährlichen Körperverletzung und des besonders schweren Angriffs auf Vollstreckungsbeamte schuldig gesprochen. Nach Überzeugung des Richters hatte er am späten Abend des 6. Juli bei Krawallen im Schanzenviertel zwei Flaschen auf einen Polizisten geworfen. Als der Angeklagte den Gerichtssaal betrat, applaudierten rund 50 Zuschauer, warum auch immer. Der Richter begründete sein Urteil auch mit einer Gesetzesverschärfung zum Schutz von Amtsträgern bei Diensthandlungen. Gerichte hätten sich mit ihren Entscheidungen vor jene Menschen zu stellen, die vom Gesetzgeber ausdrücklich unter Schutz gestellt worden seien. "Polizisten sind kein Freiwild für die Spaßgesellschaft oder ­– wie Freizeitforscher das verharmlosend nennen – für erlebnisorientierte Gewalttäter", sagte der Richter. Ob dieses Urteil nun richtungweisend wird für die weiteren Prozesse gegen G20-Gegner? "Man wird sehen müssen, wie andere Richter mit dem neuen Gesetz umgehen. Da gibt es eben noch keine Erfahrungswerte", sagte uns Gerichtssprecher Kai Wantzen. Heute findet der nächste Prozess gegen einen 24-jährigen Polen statt, der gegen das Bewaffnungsverbot verstoßen haben soll. Insgesamt sind nach den gewalttätigen Ausschreitungen rund um den Gipfel 51 Haftbefehle erlassen worden, 32 Beschuldigte sitzen derzeit in Untersuchungshaft. "In diesen Fällen pressiert es. Die Verfahren haben Priorität", sagt Wantzen, der damit rechnet, dass das Thema die Gerichte noch länger beschäftigen wird. Selbst der Richter sagte gestern, er gehe davon aus, dass die Verteidigung Berufung einlegen werde.

AfD-Spitzenkandidat Gauland verschafft sich Aufmerksamkeit

AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland hat für einen Eklat gesorgt – und bekam dafür viel Beachtung. Bei einem Wahlkampfauftritt im Eichsfeld in Thüringen sagte er über die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, die Hamburgerin Aydan Özoğuz, man werde sie, nachdem man ihr gesagt habe, was spezifisch deutsche Kultur sei, "in Anatolien entsorgen können". Unterstützung für den Inhalt dieser Äußerung erhielt Gauland von Alice Weidel, Co-Spitzenkandidatin der AfD für die Bundestagswahl. Alle anderen Parteien hatten nur Empörung übrig: SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz schrieb auf Twitter: "Die Entgleisung von Gauland gegenüber Özoğuz ist widerlich. Wir müssen alles dafür tun, dass solche Rassisten nicht in den Bundestag kommen!" CDU-Generalsekretär Peter Tauber sagte: "Die Äußerung von Herrn Gauland ist schlicht eins – rassistisch." Regierungssprecher Steffen Seibert brachte die Beschränktheit von Gaulands Aussage auf den Punkt: "Frau Özoğuz stammt aus Hamburg – insofern disqualifizieren sich diese Äußerungen von selbst." Gauland selber machte das, was AfD-Politiker schon häufiger taten: Erst gaben sie umstrittene Äußerungen von sich – und nachher relativierten sie … Mehr dazu können Sie auf ZEIT ONLINE nachlesen.

Stadtrad wird zur Rarität

Versuchen Sie auch seit Tagen vergeblich, eines der roten Mietfahrräder der Deutschen Bahn zu entleihen? Mancher Kunde, hörten wir, fühle sich gar gemobbt, wenn er auf dem Display der Entleihstation die Meldung "Es stehen keine Stadträder zur Entleihe zur Verfügung" erhält – und gleichzeitig auf eine Schar höhnisch dastehender roter Räder blickt. "Sagt mal, was ist denn an den StadtRAD-Stationen los?", fragte ein Kunde via Facebook. "Tausende Fahrräder, alle defekt (obwohl sie intakt aussehen)?" Am Freitag rückte das Unternehmen mit einer Antwort heraus: "Leider machen uns derzeit die Tretlager an einigen Fahrrädern Probleme. Da uns Eure Sicherheit das Wichtigste ist, überprüfen wir gerade vorsorglich alle Räder, so dass aktuell ein großer Teil leider nicht wie gewohnt zur Verfügung steht." Gestern folgten dann Details. Seit dem 25.8. seien Tretlagerprobleme aufgetreten, weshalb nun 1750 Stadträder in der Servicewerkstatt in Hammerbrook überprüft würden – und nicht zum Fahren zur Verfügung stünden. Könnte man das nicht auch anders lösen, zum Beispiel sukzessive? Nein, sagt die Bahn, vom Hersteller habe man die Rückmeldung erhalten, "dass eine erhöhte Bruchgefahr besteht sowie die Empfehlung, die entsprechenden Räder für die Nutzung zu sperren. Dieser Empfehlung sind wir im Sinne der Sicherheit unserer Kunden umgehend gefolgt." Und wenn Sie sich im Kampf um das letzte rote Zweirad nicht schon am Morgen mit Ihren Nachbarn anlegen wollen, schließlich sind derzeit nur noch 700 Stadträder in Hamburg verfügbar, wäre nun der richtige Zeitpunkt, auf andere Verkehrsmittel umzusteigen. Unser Tipp: auf die eigenen Füße. So ein Perspektivwechsel kann manchmal ganz erfrischend sein.

Immer noch zu wenig Kita-Erzieherinnen – ist das schlimm?

Die Bertelsmann-Stiftung hat gestern eine Studie zur Kita-Qualität vorlegt, vor allem ging es dabei um den Personalschlüssel bei den Erziehern. Die gute Nachricht: In Hamburg hat sich das Betreuungsverhältnis verbessert im Vergleichszeitraum von März 2012 bis März 2016. Die schlechte Nachricht: Gerade in der Krippenbetreuung hinkt die Stadt immer noch hinterher. 5,1 Kinder kommen auf eine Erzieherin (oder in manchen Fällen auch auf einen Erzieher). Das bundesweite Mittel liegt bei 4,3 Kindern. Die Bertelsmann-Stiftung empfiehlt sogar nur drei Kinder. Besser sieht es dagegen in Kindergartengruppen aus. Hier kommen in Hamburg neun Kinder auf eine Betreuungsperson und damit sogar etwas weniger als im Bundesschnitt. Empfohlen sind allerdings nur siebeneinhalb. Wie das mit den halben Kindern in der Realität aussehen soll, verfolgen wir an dieser Stelle nicht weiter, wichtiger scheint uns ein anderer Punkt: Der Zahl der Betreuer ist ja gut und schön. Aber im Elternalltag kommt es eben noch auf ganz andere Dinge an. Sind die Erzieherinnen liebevoll im Umgang mit den Kleinen, aufmerksam bei Problemen, auch mal flexibel, wenn es im Büro wieder länger gedauert hat? Was tun sie, wenn die Eltern sich entfernt haben? Das alles ist wichtiger als der nackte Personalschlüssel – was hilft eine Erzieherin für drei Kinder, wenn sie dauerkrank ist oder ständig in der Kaffeeküche quatscht? Deshalb sollte zu einer aussagekräftigen Studie zur Kita-Qualität auch die Zufriedenheit der Eltern gehören. Um die scheint es offenbar nicht so schlecht bestellt. Im letzten Bericht der Bundesregierung zur Evaluation des Kinderförderungsgesetzes zeigen sich mehr als 90 Prozent der befragten Eltern mit Kindern unter drei Jahren insgesamt zufrieden mit der Betreuungssituation. Es steht da sogar: "Die allgemeine Zufriedenheit mit der Betreuung schwankt über die Jahre kaum." Na, dann.

Spielhallen nützen jede Chance auf weiteren Gewinn

Die Billstedter und die Harburger werden sich zu früh gefreut haben. Das neue Spielhallengesetz, das Ende 2012 in Kraft getreten war und Anfang Juli erste Auswirkungen hätte zeigen sollen, wird wohl frühestens Ende des Jahres jene Straßenzüge, in denen sich diese Etablissements besonders ballen, wieder etwas familienfreundlicher gestalten. So sollten in der Billstedter Hauptstraße elf von 15 Hallen schließen, in Harburg und Wilstorf stehen gar 23 Standorte, die sich dort an vier Stellen zu sogenannten Clustern angesammelt haben, vor dem Aus. Denn viele Hallen verstoßen nun gegen die neue Regelung, nach der ein Mindestabstand von 500 Metern zur nächsten eingehalten werden muss. Damit soll vor allem der Verödung der Straßenzüge durch die wenig einladenden Fronten dieser Geschäfte entgegengewirkt werden. Allerdings wollen die Betreiber nicht klein beigeben. Im Bezirksamt Harburg sind mittlerweile 55 Widersprüche gegen die Schließungsbescheide eingegangen, wie uns Sprecherin Bettina Maak verriet. Dabei wird nicht nur dem eigenen Bescheid widersprochen, ganz nach dem Motto: Wenn ich nicht darf, soll mein Konkurrent auch nicht dürfen. Die Hallen "werden aber bis Ende des Jahres geduldet", sagt Maak. Welche Halle schließen muss, regelt das Gesetz. Genau hier setzt beispielsweise die Firma Admiral an, die in Hamburg 18 Spielhallen betreibt. "Die Stadt Hamburg trifft keine qualitative Auslese, sondern nimmt das Alter des Standortes als Kriterium", kritisiert Daniel Henzgen von Admiral. "Die Ziele des Glücksspielstaatsvertrags sind aber rein qualitative Ziele, wie Spieler- und Jugendschutz. Durch eine quantitative Reduzierung des legalen Angebotes mit der Rasenmähermethode werden die eigenen politischen Ziele konterkariert." Admiral werde jedenfalls "alle sich uns bietenden Rechtsmittel" ausschöpfen.

Wie geht’s weiter im Gängeviertel?

Am Wochenende hat das Gängeviertel seinen achten Geburtstag gefeiert, mit Schaumparty, Töpferworkshop, Konzerten und frischen Waffeln. Doch so richtig zum Feiern ist den Mitgliedern der Initiative "Komm in die Gänge" nicht zumute. In einer Pressemeldung verkünden sie: "Seit acht Monaten blockiert die Stadt Hamburg die Verhandlungen über die Zukunft und langfristige Sicherung des Gängeviertels." Nachdem man nah an der Einigung gewesen sei, passiere nun – nichts. "Nur über Umwege erfuhren wir, dass man erst einmal nicht weiter mit uns verhandeln wollte. Wir wissen nicht, was dahintersteckt, und werden im Unklaren gelassen", so die Initiative. Tatsächlich besteht seit Januar ein Planungsstopp, auf der Website der Stadt Hamburg heißt es, es herrsche "Uneinigkeit über das zukünftige Sanierungsverfahren". Sorina Weiland, Pressesprecherin des zuständigen Bezirksamts Mitte, stellt klar: "Nach der Sommerpause gehen die Gespräche weiter, man muss ja zu einer Lösung kommen." Allerdings brauche es Zeit, um zueinanderzukommen, gerade wenn die Positionen "diametral auseinanderliegen". Gibt es vielleicht auch einen Zusammenhang mit den Ausschreitungen im Rahmen des G20-Gipfels, Vorbehalte gegenüber linken Aktivisten? "Überhaupt nicht, das ist völlig davon losgelöst", sagt Weiland. Stattdessen gehe es um einen anderen Punkt, das Erbbaurecht. Das Gängeviertel hatte der Stadt ein Angebot für eine erbbaurechtliche Lösung unterbreitet – 26 Millionen Euro über 75 Jahre. Und ob das wirklich die günstigste Variante sei, so Weiland, sei strittig.

Kaffeepause

Ambiente schlägt Kuchen

 

Die beiden weißen gackernden Hühner und der Hahn unter dem Tisch, der blühende Lavendel in den Töpfen und die umherschwirrenden Bienen könnten dafür sprechen, dass man sich nicht mehr in Hamburg befindet, aber dem ist nicht so: Gut Karlshöhe liegt in Bramfeld. 1850 als Bauernhof errichtet, befinden sich auf dem neun Hektar großen Gelände heute das Hamburger Umweltzentrum und die Hamburger Klimaschutzstiftung. In einem der Gebäude mit Terrasse davor ist das Kleinhuis Gartenbistro beheimatet. Auf der Speisekarte finden sich herzhafte Kleinigkeiten sowie Kaffee und Kuchen. Letzterer entspricht allerdings nicht den durch die Umgebung geweckten Erwartungen an hausgemachte süße Köstlichkeiten. Drei Kuchenvarianten werden präsentiert, die alle auf dem gleichen Rührteig basieren und mit Streuseln bedeckt sind: Apfel, Pflaume und Heidelbeere. Das schmeckt gut, ist dann aber doch eine etwas enttäuschende Auswahl. Immerhin: Auf einem kleinen Rundgang über das Gelände trifft man danach auf eine kleine Herde Schafe und am Tümpel auf riesige Frösche.

 

Bramfeld, Kleinhuis Gartenbistro auf Gut Karlshöhe, Karlshöhe 60 D, Di–Sa 11–18 Uhr, So 10.30–18 Uhr

 

Elisabeth Knoblauch

 

Verlosung

Gute Nachricht für alle Liebhaber großer Bühnenerlebnisse! Das Hamburger Theater Festival geht in die 9. Runde. So können Sie am 12.9. im Thalia Theater Arthur Schnitzlers "Professor Bernhardi" im inneren und sozialen Kampf mit ethischen Richtlinien erleben. Das systemkritische Stück, 1912 uraufgeführt, war lange Zeit verboten. Warum? Sehen Sie es sich doch einfach an, und bilden Sie sich Ihre eigene Meinung! Denn wir verlosen 5x 2 Karten. Schicken Sie einfach Ihren Namen und wen Sie warum zu ebendieser Vorführung mitnehmen möchten, unter dem Stichwort "Bernhardi" an elbvertiefung@zeit.de. Einsendeschluss ist der 1.9. Viel Glück!

Thalia Theater, Alstertor, Dienstag, 12.9., 19 Uhr

Was geht

Monsterbuch für Kids: Waldemar ist ein kleines, pelziges Monster. Er hat einen Hund, eine Katze und diverse Monsterfreunde. Alles ganz normal – bis auf eine Sache: "Wandelmonster Waldemar" verwandelt sich, wenn er bestimmte Dinge isst. Bei Weintrauben wird er zum Schwein, bei Brot zum Fisch, und am Ende verwandelt er sich gar in ... Bilderbuchkino zur Geschichte von Patrick Wirbeleit, erzählt für Kids ab vier Jahren.

Bücherhalle Mümmelmannsberg, Feiningerstraße 8, 15 Uhr, Eintritt frei

Klassik on air: Das Freiluftkino der besonderen Art bittet wieder zum Ohrenschmaus. Unter dem Motto "Waterworks" spielt das Baltic-Sea-Philharmonic-Orchester mit Violinist Mikhail Simonyan. Das Konzert wird live aus der Elphi übertragen. Sitzkissen auf den Treppenstufen am Vorplatz und Elphi-Eis am Stiel sorgen für sommerliche Stimmung – notfalls auch ohne Sonne.

Elphilharmonie, Vorplatz, Platz der Deutschen Einheit 1, Eintritt frei, Anmoderation ab 19.30 Uhr, Konzertbeginn 20 Uhr

Schwungvolle Lesung: Auf dem Programm stehen fliegende Sessel, die Wurftechnik verschwundener Damen und das Segeln auf dem Mittelmeer. Die Geschichtenerzählerinnen Irene Thiele und Alexandra Rau werfen beim Sommerspecial allerlei Kaffeehaus- und Reisegeschichten in einen Topf. Heraus kommt ein Abend voll des "Wortschwungs": witzig, geistreich, leicht.

Buchhandlung ZweiEinsDrei, Große Bergstraße 213, 19.30 Uhr

Blues-Pionier: In edlem Zwirn mit Designerhut steht er auf der Bühne, verwandelt sie in einen Quell des Blues. Eb Davis ist nicht nur einer der erfolgreichsten Sänger seines Genres. Der Amerikaner war außerdem Spion für das US-Militär und brachte den Blues hinter die Mauern der DDR. Klingt nicht nur wie ein Film, ist auch einer. Davis’ Leben wurde verfilmt in "How Berlin got the Blues".

Cotton Club, Alter Steinweg 10, 20 Uhr, 10 Euro

Was kommt

Der Herbst, demnächst.

Hamburger Schnack

Kommen zwei feine Eppendorfer Damen aus dem kleinen edlen Restaurant an der Ecke. Sagt die eine: "Schon teuer, das Huhn für 16,80 Euro!" Antwortet die andere: "Ja, schon, aber dafür sind wir da unter uns."

 

Gehört von Cornelia Spengler

Meine Stadt

Zebrastreifen Marke »Ab durch die Hecke« am Meiendorfer Weg. © Stephan Wack

WER FEHLT?

Dass Boxer verschwinden, ist in den meisten Fällen keine große Nachricht wert, aber nicht dass Sie, wenn Sie das an dieser meist als Tierecke verwendeten Stelle lesen, auf die Idee kommen, es handle sich um Vertreter einer beliebten Hunderasse: In dem Fall – der derzeit die Hamburger Polizei beschäftigt – geht es um Teilnehmer der Amateurboxweltmeisterschaft in Hamburg. Drei Kämpfer aus Angola sollen sich von ihrer Mannschaft abgesetzt haben, nicht aus Angst vor dem Gegner, sondern um, vermutlich in Frankreich, politisches Asyl zu beantragen. Dass Sportler derartige Veranstaltungen zur Flucht aus ihrem Heimatland nutzen, kommt immer wieder vor. Bei den Olympischen Sommerspielen in London 2012 verschwanden sieben Athleten aus Kamerun. Auch hier vermutete man als Antrieb die Hoffnung auf ein besseres Leben.

Das war sie wieder, die Elbvertiefung. Wollen Sie uns Ihre Meinung sagen, wissen Sie etwas, über das wir unbedingt berichten sollten? Schreiben Sie uns: elbvertiefung@zeit.de

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag. Morgen lesen wir uns wieder, wenn Sie mögen!

Ihr

Mark Spörrle

 

PS: Gefällt Ihnen unser Letter, leiten Sie ihn gern weiter. Haben Sie ihn weitergeleitet bekommen, melden Sie sich ganz einfach und unverbindlich an unter www.zeit.de/elbvertiefung. Dann schicken wir Ihnen die neue Elbvertiefung, solange Sie wollen, immer montags bis freitags ab 6 Uhr.