Mark Spörrle © Vera Tammen

Guten Morgen,

wollen Sie demnächst eine Kreuzfahrt machen? Aus Umweltsicht keine gute Idee. Laut dem Naturschutzbund Nabu ist kein einziges Kreuzfahrtschiff in Europa empfehlenswert. Bei den Traumschiffen komme weiterhin Schweröl als Treibstoff zum Einsatz und Abgasreinigung finde kaum statt, sagte Bundesgeschäftsführer Leif Miller am Dienstag bei der Vorstellung des jährlichen "NABU-Kreuzfahrt-Rankings" in Hamburg. Verdeckte Messungen an Bord hätten eine hohe Belastung mit krebserregenden Rußpartikeln ergeben. Allmähliche Besserung sei erst ab 2018 in Sicht, wenn die ersten mit Flüssiggas (LNG) betriebenen neu gebauten Schiffe fahren.

Noch am besten schnitten im "NABU-Kreuzfahrt-Ranking 2017" die beiden deutschen Reedereien Tui Cruises (mit "Mein Schiff 3" bis "Mein Schiff 6") und Hapag-Lloyd Cruises ("Europa 2") ab. Hier seien wenigstens Stickoxid-Katalysatoren im Einsatz. Die Angaben der Anbieter Aida und Costa Cruises zu Abgassystemen aus dem Jahr 2016 hätten sich dagegen, so der Nabu, "als Luftnummer erwiesen". Auch über ein Jahr nach der Indienststellung der "Aida Prima" sei dort kein Filter im Einsatz. Dem widersprach Aida Cruises gegenüber der Nachrichtenagentur dpa: Sechs Schiffe der Flotte – darunter die "Aida Perla" und "Aida Prima" – hätten Systeme zur Abgasnachbehandlung.

Dietmar Oeliger vom Nabu-Bundesverband hielt der Kreuzfahrtindustrie vor, ihr Branchenverband arbeite "bewusst mit falschen Zahlen": Habe es im vergangenen Jahr noch geheißen, dass 23 Kreuzfahrtschiffe mit einem Rußpartikelfilter ausgerüstet seien, habe man diese Zahl "nun ersatzlos gestrichen. Fakt ist nämlich, dass kein einziger Rußpartikelfilter in Betrieb ist." Der Verband konterte, sämtliche Kreuzfahrtschiffe erfüllten die gesetzlichen Grenzwerte oder gingen darüber hinaus, und die Nabu-Messmethoden entsprächen nicht wissenschaftlichen Standards.

Nicht vergessen sollte man bei alledem, dass Kreuzfahrtschiffe nur einen sehr kleinen Teil aller Schiffe ausmachen; selbst in Hamburg sind das laut dpa lediglich 1,8 Prozent der Schiffsanläufe. Was ist mit dem großen "Rest"? Umweltschutz sei "mit erheblichen Kosten verbunden", so Alfred Hartmann, Präsident des Verbandes Deutscher Reeder, aktuell sei das eine große Herausforderung für die gebeutelte Branche. Aber es gebe Fortschritte, und in bestimmten Gebieten, beispielsweise in Nord- und Ostsee sowie den Häfen, sei ohnehin "nur ein geringer Ausstoß von Schadstoffen zulässig".

In Hamburg, sagte Malte Siegert, Leiter Umweltpolitik beim hiesigen Nabu, sei die Schifffahrt für fast 40 Prozent der Stickoxidemissionen verantwortlich. "In einzelnen Wohngebieten nördlich der Elbe gehen zum Teil über 80 Prozent der Belastung auf Schiffe zurück. Außerdem haben wir hier Feinstaubwerte gemessen, die 20-mal höher lagen als am Stuttgarter Neckartor während des Feinstaubalarms", erklärte Siegert. "Die Verantwortlichen der Stadt hingegen feiern jedes weitere Kreuzfahrtschiff als Riesenerfolg. Weil die Reeder die Investition in Abgastechnik scheuen, filtern nun die Lungen der Anwohner die Abgase und zahlen das mit ihrer Gesundheit."

Aber jetzt feiern wir erst mal die Cruise Days. Viel Spaß beim Filtern!

"Dieser Gründerspirit ist einzigartig"

Das DLD Tel Aviv Innovation Festival gilt als Anlaufpunkt der weltweiten Start-up-Szene – und lockte in diesem Jahr etwa 20 Vertreter Hamburger Unternehmen, aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft sowie Repräsentanten der jüdischen Gemeinde und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) nach Israel. "Israel ist ein führender Hightech-Standort und bei erfolgreichen Existenzgründungen ganz weit an der Spitze", sagte Hamburgs Zweite Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank, die auch dabei ist. Wir sprachen mit DIG-Vorstandsmitglied und Start-up-Expertin Andrea Frahm, Teilnehmerin der Delegation, die auch die Wirtschaftsinitiative www.moinshalom.com gründete.

Elbvertiefung: Frau Frahm, wo befinden Sie sich gerade?

Andrea Frahm: In Tel Aviv vor dem Tel-Aviv-Museum, in dem Frau Fegebank gleich an einem Panel teilnehmen wird beim Cities Summit. Es ist heiß, der Zeitplan ist eng. Es bleibt leider keine Zeit, zum Strand zu gehen.

EV: Welche Eindrücke haben Sie bisher gesammelt?

Frahm: Ich war bereits öfter zum DLD Festival hier und habe ein Jahr in Tel Aviv gelebt. Aber unsere Delegationsteilnehmer, die noch nicht in Israel waren, hatten einen tollen ersten Eindruck, als wir direkt vom Flughafen zum Empfang des Bürgermeisters von Tel Aviv fuhren, inklusive Meerblick und Sonnenuntergang. Während unserer Reise wird Frau Fegebank mit dem Bürgermeister und mit Vertretern der israelischen Regierung ebenso zusammentreffen wie mit Vertretern von Wissenschaft und Wirtschaft. Geplant sind auch Besuche in drei Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen, dem Interdiscliplinary Center Herzliya, dem Weizmann Institute of Science in Rechovot und der Hebrew University of Jerusalem.

EV: Welchen Sinn erfüllt die Reise aus Hamburger Sicht vor allem?
Frahm:
Wir wollen ein Zeichen für Hamburg setzen und Präsenz zeigen. Wenn es in Israel um Städte in Deutschland geht, dreht es sich oft nur um Berlin. Ein Ziel ist es, Hamburgs wirtschaftliche Stärken zu vermarkten: die Logistik, die Hafenwirtschaft und den Mediensektor. Gerade im Commerce- und Logistikbereich sehe ich viele Anknüpfungspunkte zwischen Israel und Hamburg und viel Potenzial. Und Hamburg hat mit seinen Wirtschaftsclustern mehr Substanz als Berlin. Um es mit den Worten eines Teilnehmers zu sagen: "Babynahrung gibt es in Berlin, feste Nahrung in Hamburg."

EV: Israel gilt als führend bei der Förderung von Start-up-Unternehmen. Kann Hamburg davon lernen?
Frahm: Hamburg kann sich von der Förderung etwas abschauen; die Regierung unterstützt Neugründungen mit einem Start-up-Programm. Aber es geht vor allem um das Unternehmertum. Israel selbst ist ein Start-up – das Land ist quasi aus Sand entstanden, hier gibt es keine große Industrie. Deshalb ist für viele junge Menschen nach dem Militärdienst klar: Wir gründen eine eigene Firma. Und wenn sie scheitern, dann probieren sie es wieder. Dieser Gründerspirit ist einzigartig. Davon können sich die Deutschen generell inspirieren lassen. Aber auch umgekehrt können Israelis viel von den deutschen Tugenden lernen: Pünktlichkeit, Genauigkeit, strukturelles Arbeiten.

EV: Ihre Delegation reist am Donnerstag zurück. Was nehmen die Teilnehmer mit?

Frahm: Den Wunsch nach weiterem Austausch. Was zum Beispiel die Hochschulkooperation betrifft, wäre es sehr schön, wenn ein regelmäßiges Austauschprogramm etabliert wird. Aber auch den Austausch, was die Start-up-Szene angeht. In Berlin funktioniert das ja schon sehr gut, nicht nur mit Technologie-Start-ups, sondern auch in der Gastronomie und im künstlerischen Bereich. Da gibt es ja mittlerweile an jeder Ecke ein israelisches Restaurant. In Hamburg besteht da noch sehr viel Bedarf.

Muslime vom Wahlrecht ausschließen?

Was Michel Abdollahi neulich tat, war "etwas Unverschämtes, Verbotenes, Falsches, was nicht sein darf und nicht mit dem Grundgesetz vereinbar ist". So formulierte es der Journalist und Künstler in seinem aktuellen Beitrag für das NDR Kulturjournal: Abdollahi nämlich stellte die Hamburger rund drei Wochen vor der Bundestagswahl auf eine harte Probe. Unweit des Rathauses platzierte er sich und einen Aufsteller mit der Forderung "Kein Wahlrecht für Muslime! Jetzt mitmachen! Ihre Stimme für Demokratie mit Grenzen!". Und er lud Passanten ein, per Kreuzchen die Initiative zu unterstützen. Was der Deutsch-Iraner – nicht zuletzt aufgrund seiner familiären Wurzeln und seines Glaubens über jeden Zweifel erhaben, diese Forderung ernst meinen zu können – an Reaktionen erlebte, gab ihm ernsthaft zu denken: "Ich hätte mir mehr Empörung gewünscht, vielleicht sogar, dass mir jemand Prügel androht", so Abdollahi gestern uns gegenüber, "weil das wirklich nicht ohne ist, wenn man propagiert, eine ganze Religionsgruppe von einer Wahl auszuschließen. Aber anscheinend passt es in die heutige Zeit!" Auch warum ihn niemand gefragt habe, ob er denn nicht selbst Muslim sei, habe ihn gewundert, berichtet Abdollahi. "Vielleicht spreche ich zu gutes Deutsch, vielleicht ist es auch der Anzug" – was wiederum die Frage aufwerfe, warum ein Anzug wohl ein Hinweis aufs Nicht-Muslim-Sein sein solle. Wie auch immer: Das rund vierminütige Video im Kulturjournal zeigt allerlei Reaktionen, von absoluter Ablehnung hinzu deutlicher Zustimmung. Was es nicht zeigt, sind wohlwollendes Nicken, geflüstertes Einverständnis sowie "Daumen-hoch-Zustimmung" im Vorbeigehen, von denen Abdollahi berichtete. "Das hat mich schockiert", so Abdollahi. Aber letztlich seien die "Kreuzchenmacher" doch deutlich in der Minderheit gewesen.

Ostseeregion will sich besser vermarkten

Bisher hörte man aus der Hamburger Touristenbranche stets eines: Wir wollen weiter wachsen. Es sollten immer mehr und mehr Touristen nach Hamburg kommen, wovon längst nicht alle Stadtbewohner begeistert sind. Die Baltic Sea Parliamentary Conference (BSPC), wir berichteten, hat gestern zum Thema "Nachhaltiger Tourismus" getagt und sich darauf geeinigt, den Ostseeraum künftig international besser zu vermarkten. Die Zusammenarbeit soll grenzübergreifend verbessert werden. "Der Ostseeraum soll die erste Ökoregion der Welt werden", sagte die Vize-Vorsitzende der Arbeitsgruppe Sara Kemetter. Klingt ja toll. Aber was heißt das konkret etwa für Hamburg? Laut dem Geschäftsführer der Hamburger Tourismusbehörde Michael Otremba will man künftig "die Perspektive verändern": "Es soll weniger um steigende Touristenströme gehen als darum, dass sich die Leute in Hamburg auch wohlfühlen und dass es weniger zu Interessenskonflikten zwischen Gästen und Bevölkerung kommt." Er betonte: "Nachhaltigkeit ist eine Voraussetzung für Wachstum." Von Großveranstaltungen sprach Otremba nicht, aber thematisiert wurden die Auswirkungen eines anderen Problems: Viele Touristen kommen per Schiff in die Hansestadt. Doch was Umweltschützer von Kreuzfahrtschiffen halten, konnten Sie schon weiter oben lesen. Das Unternehmen Aida Cruises wolle da "eine Vorreiterrolle einnehmen", betonte die ehemalige niedersächsische Umweltministerin Monika Griefahn, heute bei Aida für Nachhaltigkeitsthemen zuständig, auf der Konferenz wieder einmal. In ihrer Resolution plädierten die Ostseeparlamentarier außerdem dafür, dass die Regierungen über Möglichkeiten einer strafrechtlichen Verfolgung von Hasskommentaren und Falschnachrichten beraten sollten, und warnten davor, sich auf nationalstaatliche Lösungen zurückzuziehen. Länder und Völker müssten "offen und neugierig, für internationale Zusammenarbeit aufgeschlossen bleiben, um weiterhin erfolgreich zu sein".

Eimsbüttel: Stephanusgarten blüht auf

2012 fing Christine Stecker mit einem kleinen "Baumscheiben-Garten" in Eimsbüttel an. Mittlerweile ist die von ihr initiierte Urban-Gardening-Gruppe auf 40 Hobbygärtner angewachsen – und steht jetzt vor ihrem bisher größten Coup: die Grünanlage an der ehemaligen St.-Stephanus-Kirche in Eimsbüttel in einen Gemeinschaftsgarten zu verwandeln. Eben hat der Kerngebietsausschuss des Bezirks dafür Sondermittel bewilligt. Und die gärtnerische Aufwertung des Areals an der 2005 entwidmeten Stephanus-Kirche an der Lutterothstraße sei bitter nötig, verdeutlicht Stecker, die normalerweise an der Universität Hamburg arbeitet: "Man möchte dort verweilen, kann es aber nicht. Man erkennt es nicht als Grünanlage." Das soll nun anders werden. Den Entwurf einer Gartenbaufirma leistete sich die nachbarschaftliche Privatinitiative von dem Geld, das ihr der 2016 für ihr Grünflächen-Engagement verliehene Hanse-Umweltpreis einbrachte. Nun soll daraus der Stephanusgarten entstehen, mit 350 Staudenpflanzen, 20 heimischen Hecken und Sträuchern, einer Naschhecke mit Obst zum Spielplatz hin (Stecker: "Damit Kinder Beeren pflücken können"), fünf Sitzbänken, zwei Hochbeeten für Kräuter und Gemüse sowie Blumenwiesen. Die Pflege der Grünanlage wollen sich die Initiative und das Bezirksamt teilen. "Das ist ein Novum, dass Stadt und Anwohner so ein Projekt gemeinsam umsetzen", betont Stecker.

HSV-Aufsichtsratschef kündigt Rückzug an

Stehen dem so glänzend in die Fußballbundesliga gestarteten HSV (zwei Spiele, zwei Siege) personell etwa wieder mal unruhige Zeiten bevor? Dem Aufsichtsratsvorsitzenden Andreas C. Peters zufolge offenbar nicht – auch wenn er in einem Interview auf der HSV-Webseite seinen Rückzug ankündigte: "Ich selbst stehe in der neuen Amtszeit als Vorsitzender des Aufsichtsrates absprachegemäß nicht mehr zur Verfügung." Bei seinem Amtsantritt im vergangenen Winter sei es darum gegangen, die Lücke nach dem Rücktritt von Karl Gernandt zu besetzen. Vereinbart gewesen sei aber auch, "dass ich das Amt nicht dauerhaft wahrnehmen werde", sagte der Jurist. Präsidium und Beirat seien darauf eingestellt, sodass der Verein in Ruhe suchen könne, ergänzte Peters. Und wir fügen hinzu: Ruhe – wir gönnen dem HSV jede Menge davon ...

Mittagstisch

Friedvolle Begegnungen

Im Peacetanbul auf Kampnagel kann man in ungezwungener und herzlicher Atmosphäre zu Mittag essen. Auf der Mittagstischkarte stehen drei Hauptgerichte und eine Suppe. Zur Bratwurst-Gemüsepfanne oder dem Ratatouille (jeweils 6,90 Euro) kommt wahlweise Kartoffel-Karotten-Stampf oder Erbsenreis; der kleine Salat ist inklusive. Die Mitarbeiter hinter dem Tresen sind sehr nett und offen – getreu dem selbst auferlegten Motto "friedvolle Begegnungen". Ausgewählt und bezahlt wird im Innenraum; zum Essen kann man drinnen zu satter Popmusik Platz nehmen oder sich draußen unter Sonnenschirmen an den grau-grün gestrichenen Tischen und Bänken mit Blick über das weitläufige Gelände niederlassen. Seinen Charakter hat sich der Ort, der von 1865 bis 1982 eine Maschinenfabrik beherbergte, bewahrt. Missen sollte man keinesfalls den Kaffee, auch wenn für einen Espresso Macchiato stolze zwei Euro bezahlt werden müssen. Woher der Kaffee stammt, kann indes niemand beantworten; er ist ganz neu, "der Chef", so die fröhliche Auskunft, hat ihn gerade erst entdeckt.

Peacetanbul auf Kampnagel; Winterhude, Jarrestraße 20, Mittagstisch Mo–Fr 12–15 Uhr

Elisabeth Knoblauch

Verlosung

Gary Evans, "Markenbotschafter" des Unternehmens Tabasco, will zusammen mit der Hamburger Kitchen Guerilla Klassikern der deutschen Küche feurig zu Leibe rücken – Motto "Thrill Your Food". Zu heiß für Sie – oder genau richtig? Karten für das Dinnerevent werden nicht verkauft, aber wir verlosen fünfmal zwei Tickets im Wert von je 100 Euro. Schicken Sie einfach eine Mail mit Ihrem Namen und Ihrer scharfen Leibspeise unter dem Stichwort "Tabasco" an elbvertiefung@zeit.de. Einsendeschluss ist Freitag, 8. September.

Kitchen Guerilla, Warnholtzstraße 4, Freitag, 15. September, 18.30 bis 20.30 Uhr

Was geht

Museumsfeuer für Familien: Keine Steckdose weit und breit – wie haben die Steinzeitmenschen da Tee gekocht? Und Hühnchen gebraten? Sich winters (in Hamburg auch sommers) gewärmt? Der "Mittwochnachmittag im Museum – Großeltern und Enkel erforschen das Archäologische Museum" gibt Antworten. Neben dem Feuermachen auf Steinzeitart lockt die große Steinzeit-Ausstellung.

Archäologisches Museum, Harburger Rathausplatz 5, 15 bis 16 Uhr, 3 Euro zzgl. Eintritt, Gäste bis 17 Jahren frei, Anmeldung unter 040/428 71 24 97

Orgel trifft Handpan: Wenn ein uraltes und ein modernes Instrument aufeinandertreffen, muss das keinen Stilbruch bedeuten. Bei der Stunde der Kirchenmusik kombinieren Helmuth A. Ott und Andreas Koller Orgelmusik mit den Klängen des Handpans. Das Instrument ähnelt optisch einem metallenen Ufo, hat einen sphärischen, obertonreichen Klang. Auf dem Programm stehen unter anderem Werke von Johann Nicolaus Hanff, Max Reger und Jean Langlais.

Hauptkirche St. Petri, Bei der Petrikirche 2, 17.15 bis 18 Uhr, Eintritt frei

Kampf der Poesie: Wo können Gedanken sich besser entfalten als dort, wo berühmteste Dichter und Denker saßen? Im Großen Saal des Literaturhauses ringen vier junge Poeten um die Gunst des Publikums: Der "Best of U20 Poetry Slam" bietet Wortwitz mit Henrike Klehr, Aron Boks, Victoria Helene Bergemann und Miedya Mahmod.

Literaturhaus, Schwanenwik 38, 19.30 Uhr, 12 Euro

Die Tribute von Zeppelin: Mit dem Tod des Schlagzeugers John Bonham war 1980 das Ende von Led Zeppelin besiegelt. Dass die Pioniere des Hard- und Bluesrock Jahrzehnte später noch immer Massen begeistern, zeigt die Led Zeppelin Tribute Show. Seit über 15 Jahren eifern die Jungs von Physical Graffiti ihren Idolen nach. Dass sie mit Covern statt eigenen Songs Ruhm erlangten, bringt sie den Vorbildern noch näher – immerhin wurden Led Zeppelin mehrfach wegen Urheberrechtsverletzungen verklagt.

Downtown Bluesclub, Otto-Wels-Straße 2, 20 Uhr, 23 Euro

Hamburger Schnack

Eine Dame aus Eppendorf steht an einem Stand auf dem Isemarkt. Bis auf ein paar Eier und Zwiebeln gibt es dort ausschließlich Kartoffeln, etwa sechs Sorten, dennoch fragt die Dame: "Haben Sie Kartoffeln?"Der Verkäufer antwortet prompt: "Jau – da könnt ich glatt mit handeln."

Gehört von Angela Gier

Meine Stadt

Ein Kopf mitten in der Miniatur-Schweiz, Model unbekannt. © Lara Ahlefelder

SCHLUSS

Ein Kormoran hat auf der A7 einen Stau ausgelöst und sich dann gewaltsam seiner Festnahme widersetzt. Wie die Polizei mitteilte, saß der Vogel bereits am vergangenen Mittwoch nahe der Raststätte Brokenlande in Fahrtrichtung Flensburg auf der rechten Spur und blockierte den Verkehr. Als die Polizei einschritt, versuchte ein Beamter zuerst, das Tier zu verscheuchen, doch dessen Abflug misslang, weil der Abstand zu den sich stauenden Fahrzeugen zu kurz war, um Anlauf zu nehmen. Also versuchte sich der Wasservogel, unter den Autos zu verstecken, was auch keine Lösung war. Schließlich konnten die Beamten dem Vogel eine Jacke überwerfen, ihn überwältigen und ihn in den nahen Wildpark Eekholt schaffen. Und dass wir erst fast eine Woche später davon erfuhren liegt daran, dass die Polizei uns nun helfen wollte, weil gestern hier in der Tierecke plötzlich noch Platz war – Storch Rolf hatte ein zum Thema Vielweiberei angekündigtes Interview in letzter Minute zurückgezogen.

Das war sie wieder, die Elbvertiefung. Wollen Sie uns Ihre Meinung sagen, wissen Sie etwas, über das wir berichten sollten? Schreiben Sie uns: elbvertiefung@zeit.de

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag. Morgen lesen wir uns wieder, wenn Sie mögen!

Ihr Mark Spörrle

 

PS: Gefällt Ihnen unser Letter, leiten Sie ihn gern weiter. Haben Sie ihn weitergeleitet bekommen, melden Sie sich ganz einfach und unverbindlich an unter www.zeit.de/elbvertiefung. Dann schicken wir Ihnen die neue Elbvertiefung, solange Sie wollen, immer montags bis freitags ab 6 Uhr.