Mark Spörrle © Vera Tammen

Guten Morgen,

dass Sie hier einige Tage lang nichts über die neue Hamburger Straßenreinigungsgebühr gelesen haben, die ab Januar kommen soll, heißt nicht, dass das Thema unsere Leser nicht beschäftigt. Netterweise finden sich unter den vielen eingehenden Mails auch solche von Verfassern, die mir verzeihen, dass ich bereit wäre, eine solche Extraabgabe in Kauf zu nehmen, wenn Hamburg dafür nur endlich mal sauberer würde. "Diese Naivität, das muss an Ihrem jugendlichen Alter liegen!", schrieb einer. Einige Leser dankten auch der großen Koalition, die sich gegen den neuen Sauberkeitszuschlag formiert hat aus CDU, FDP, dem Grundeigentümerverband, dem Immobilienverband Nord, dem Bund der Steuerzahler und dem Mieterverein. Und viele andere stellten uns Fragen mit der Bitte, diese zu beantworten. Wir haben es versucht:

1. Ändert sich mit der neuen Abfallgebühr auch etwas an den bisher geltenden Gebühren für die Gehwegreinigung?

Wer bisher keine solche Gebühr bezahlt, weil nicht die Stadtreinigung, sondern er selbst den Fußweg vor seinem Haus sauber macht, muss das auch künftig nicht. Aber, wie gesagt: Das gilt nur für die alte Gehwegreinigungsgebühr, nicht die neue Abgabe. Die trifft quasi jeden.

2. Müssen Anwohner jener Gebiete, in denen die Eigentümer selbst ihre Fußwege reinigen, auch die zusätzliche neue Gebühr bezahlen? 
Ja. Die neue Straßenreinigungsgebühr wird in ganz Hamburg für alle Anlieger bewohnter, bebauter Grundstücke erhoben. Auch für Grundstücke der Stadt mit Schulen, Behörden und Universitäten.

3. Wie sieht es mit den konkreten Kosten aus? Müssen die Anwohner der Gebiete, wo die Stadtreinigung zweimal die Woche der Gehweg säubert, bei der neuen Straßenreinigungsgebühr auch den doppelten Satz hinlegen? 
Die neue Gebühr soll sich tatsächlich am Satz der alten Gehwegreinigungsgebühr bemessen. Im Gespräch für die Abgabe sind als Basis 59 Cent je Grundstücksfrontmeter; angeblich etwa 70 Euro Mehrkosten pro Jahr für ein Einfamilienhaus. Mieter in einem Mehrfamilienhaus, heißt es, kämen auf dem Umweg über ihren Vermieter letztlich auf 10 Euro pro Jahr. Wo bisher zweimal pro Woche der Fußweg gereinigt wird, ist dann auch der zweifache Satz dieser neuen Straßenreinigungsgebühr fällig, wo die orangefarbenen Recken mit dem Besen fünfmal kommen, etwa in manchen Straßen auf St. Pauli, sollen die Anwohner künftig das Fünffache zahlen.

4. Ist das nicht ungerecht? Wieso soll man als Anwohner sogar das Mehrfache der neuen Gebühr bezahlen, wenn einem doch andere den Gehweg vollmüllen?

Mag sein. Aber bei den bisherigen Reinigungskosten für Gehwege ist das nicht anders – auch dort bezahlen die Anlieger mehr, wenn regelmäßig der Müllmob durchzieht. Und das, so heißt es aus der Stadtreinigung, seien beileibe längst nicht nur die viel gescholtenen Touristen: "Geschätzt über 95 Prozent des Mülls auf Hamburger Straßen hat als Absender einen Hamburger Bürger."

Zahlen, bitte!

Der G20-Gipfel hat bei etlichen Geschäftsleuten wirtschaftliche Schäden verursacht; im Juli haben sich bereits Einzelhändler aus der Innenstadt mit einem offenen Brief an Olaf Scholz gewandt, und um den Opfern "kurzfristig und unbürokratisch zu helfen" haben Bund und die Stadt Hamburg einen Härtefallfonds mit 40 Millionen Euro bereitgestellt, wobei die Handelskammer monierte, dass das nicht ausreiche. Auch andere sind nicht zufrieden. Unter dem Namen Schanze Miteinander wendet sich heute ein Zusammenschluss aus 60 überwiegend Kleingewerbetreibenden aus der Schanze, dem Karoviertel und St. Pauli-Nord an die Politik. Auf einem 1,50 mal 3,50 Meter großen Banner mit den Köpfen von Scholz und Merkel rufen sie vorm Haus 73 am Schulterblatt zur Fahndung auf: "WANTED: Schanze sucht die Zechpreller des G20 Gipfels". Das Problem: Der Härtefallfonds begleicht nur nicht versicherte Sachschäden, die durch Straftaten im Zusammenhang mit den G20-Ausschreitungen entstanden sind. "Inzwischen sind 67 Prozent der eingereichten Anträge abgearbeitet und ausgezahlt", erfuhren wir vom Senat, das seien 337.000 Euro. Falk Hocquél, Inhaber der Schmidt & Schmidtchen-Cafés fordert: "Nur Scheiben zu ersetzen ist zu wenig, es muss auch um Kompensation und Umsatzeinbußen gehen." Das betreffe abgesagte Hotelbuchungen, nicht verkaufte Brötchen, ausgefallene Veranstaltungen, manche könnten ihre Miete nicht mehr zahlen. "Wir 60 Mitglieder haben durchschnittlich 5000-Euro-Schäden, also beträgt der Schaden der ganzen Initiative maximal 400.000 Euro, das ist ein Prozent der Summe, die ausgelobt wurde, damit keiner auf seinen Schäden sitzen bleibt", sagt Hocquél. Das Transparent soll so lange hängen bleiben, bis sich etwas getan hat.

Neue Landstromanlage – aber keine neue Idee

Husten, wir haben ein Problem. Nach wie vor ballern Kreuzfahrtschiffe ihre Abgase in die Hamburger Stadtluft, selbst wenn sie gar nicht fahren. Die Pötte, die locker so viel Strom verbrauchen wie eine kleine Stadt, können ja ihren Passagieren am Kai nicht einfach die Lichter ausknipsen. Deshalb haben sie alle ihre eigenen Stromquellen an Bord – und die werden eifrig genutzt. Die Folge: Halskratzen in der Hafencity, aschgraue Laken auf Altonaer Wäschespinnen, miese Feinstaubwerte. Nun schreitet die Stadt zur Tat: Eine weitere Landstromanlage soll gebaut werden, auch am neuen Terminal im Überseequartier sollen Kreuzfahrtschiffe ihren Strom aus der Buchse beziehen. "So sollen die Menschen während der Liegezeit der Schiffe bestmöglich vor Emissionen geschützt werden", verkündeten SPD und Grüne. Klingt gut. Klang auch schon gut, als die Landstromanlage in Altona in Betrieb genommen wurde. Was nicht so gut klingt, ist das weiterhin hörbare Krächzen der dortigen Bevölkerung. Ebenso wenig die Flüche der Naturschützer, die die Luftwerte messen. Denn trotz allerbester Absichten nützt die Landstromanlage wenig, wenn kaum ein Kreuzfahrtschiff sich dort einstöpselt. Tatsächlich nutzt nur ein einziges Schiff – die lobenswerte und vorbildliche "Aidasol" – die rund zehn Millionen teure Versorgungsstelle. Grund: Der Landstrom ist geschätzt viermal so teuer wie der Marinediesel, der bei der Stromerzeugung mit Bordmitteln verfeuert wird. Noch ein Grund: Bislang kann sich die Stadt nicht dazu durchringen, die Kreuzfahrer zum Gebrauch ihrer Landanlagen zu verpflichten. Rund 200 Schiffsbesuche werden für dieses Jahr insgesamt in Hamburg erwartet. Wenn dann noch einer hustet, kann der Senat wenigstens sagen: Am mangelnden Angebot hat es nicht gelegen.

Aufruhr am Mühlenkampkanal

Aufregung in Winterhude: 109 neue Wohnungen will das Bauunternehmen Robert Vogel GmbH & Co bauen – und zwar am Ufer des Mühlenkampkanals. Prompt gibt es Protest, die Initiative SOS Mühlenkampkanal sammelt Unterschriften. Argumente: Das Bauvorhaben mache Freiflächen und Erholungslandschaft zunichte, die Pläne für eine Brücke über den Kanal seien reif für die Tonne, die Öffentlichkeit werde ausgesperrt, Flora und Fauna würden gestört. Inzwischen brodelt die Gerüchteküche: Von einer Zuschüttung des Kanals und Baumfällungen im großen Stil ist im Stadtteil die Rede – so berichtet uns Leser Sascha L. Der, wie er selbst einräumt, auch nicht neutral ist. Der Mann arbeitet bei der PR-Firma für das Bauprojekt und hält natürlich dagegen: Längst nicht alle Grünflächen wären dadurch passé, auf den Dächern würden sogar neue geschaffen. Und den öffentlichen Zugang zum Wasser mache das Projekt Dorotheenkai sogar erst möglich. Heute ist nämlich – das bestätigt das Bezirksamt Hamburg-Nord – das ganze Grün Privatgrund. "Das ist keine öffentlich gewidmete Fläche", erklärt Sprecher Jan-Peter Uentz-Kahn. Ergo: Einen Anspruch auf Nutzung haben die Winterhuder nicht. Zudem werde dort ohnehin demnächst der Bagger rollen, kündigt der Bezirkssprecher an: Die Tiefgarage unter dem Rasen müsse saniert werden. Implodiert damit der Protest? Nein, Grund zur Aufregung gibt es trotzdem. Der Senat will offenbar seine Wohnungsbauziele durchboxen, notfalls über die Köpfe der Anwohner hinweg. Mit dem Versuch einer Anweisung von oben will die Stadtentwicklungsbehörde "die Fortführung des Bebauungsplanverfahrens Winterhude 23 absichern und die Sperrwirkung eines Bürgerbegehrens vermeiden. Es erscheint daher in diesem Fall geboten, das Bezirksamt Hamburg-Nord anzuweisen, den Bebauungsplan Winterhude 23 zügig durchzuführen und festzustellen" – so heißt es in einem Senatsdrucksachenentwurf, der uns vorliegt. Pech für den Senat, dass der Volkswille in Wahlkampfzeiten hoch gehandelt wird: Sämtliche Fraktionen der Bezirksversammlung erteilten der Einmischung eine Absage. Man darf gespannt sein, wie es weitergeht.

"Das ist die höchste Form von Freiheit"

Trübes Wasser, dicke Pötte, Schlick auf der Haut – klingt nicht gerade verlockend, oder? Unsere Kollegin Hella Kemper schwimmt trotzdem seit 17 Jahren in der Elbe, über ihre Leidenschaft hat sie jetzt ein Buch geschrieben. Und uns hat sie erzählt, wieso sie zur Elbschwimmerin geworden ist.

Elbvertiefung: Die Elbe ist ja nun nicht gerade die Adria, trotzdem schwärmst du auf 118 Seiten vom Schwimmen im Fluss. Kann man das wirklich empfehlen?

Hella Kemper: Für mich ist es das Schönste, in der Elbe zu schwimmen. Und Adria? Gerade erst sind über 300 Tonnen Öl und Diesel vor der griechischen Küste ins Meer geströmt ... In einem offenen Gewässer zu schwimmen ist etwas Wunderbares. Ich bin nicht eingesperrt in ein Hallenbad mit schlechter Luft und Chlorgeruch, sondern bin in der Natur. Ich kann frei entscheiden, wann ich schwimmen gehe und wann nicht, ich muss nur den Fluss beobachten, die Gezeiten kennen, das Wetter. Ich gehe aus der Haustür, über den Strand und direkt in die Elbe. Das ist die höchste Form von Freiheit.

EV: Ist das Hamburger Klima kein Hindernis?

Kemper: Je länger die Badesaison dauert, desto besser. Im Moment hat die Elbe nur noch 16 Grad, als ich vor drei Tagen das letzte Mal schwimmen war, waren es gefühlt noch 19 Grad. Es gibt Hardcore-Schwimmer, die auch im Winter schwimmen, ich bin eher ein Weichei. Aber ich versuche jeden Herbst, das Ende meiner Saison weiter hinauszuzögern.

EV: Ein anderer Elbschwimmer hat uns mal die verschiedenen Geschmacksrichtungen der Elbe beschrieben: trüb-felsig, fischig und hin und wieder benzinig. Das klingt nicht so lecker ...

Kemper: Diesem Elbschwimmer möchte ich aufs Energischste widersprechen. Er hat auch gesagt, er bekäme Durchfall, wenn er Elbwasser schlucke. Ich hatte nach dem Schwimmen noch nie gesundheitliche Probleme, weder mit der Haut noch mit dem Magen-Darm-Trakt. Im Gegenteil: Ich glaube, es hält mich gesund und härtet ab. Die Elbe sieht zwar trüb aus, weil sie viele Schwebstoffe hat, also Sediment und Sand, die durch die Motoren der Schiffe aufgewirbelt werden, und Schlick, aber das ist kein Schmutz. Für mein Buch habe ich mir die Wasserwerte von vier beliebten Badestellen an der Elbe in den letzten zehn Jahre angesehen – die veröffentlichten Daten der bakteriologischen Untersuchungen überschritten nicht oft die Grenzwerte der Kategorie "ausgezeichnet".

EV: An manchen Stellen liegt die Schiffsfahrrinne sehr nah am Ufer

Kemper: Man kann nicht oft genug warnen: Die Elbe ist kein Schwimmbad, sie ist eine Schiffsautobahn. Die größten Wellen kommen von Schleppern, Lotsen und vom Helgolandkatamaran. Bei Hafenanlagen, Containerterminals, Kaimauern und auch in der Fahrrinne ist das Schwimmen sowieso verboten. Ich habe auch schon mal einen kleinen Jungen aus der Elbe gerettet, den die Mutter kurz aus den Augen verloren hatte.

EV: Das klingt, als sei die Elbe alles andere als harmlos. Begibst du dich nicht unnötig in Gefahr?

Kemper: Ich schwimme immer parallel zum Ufer und beobachte den Fluss und seine Strömungen. Das Wichtigste ist der Gezeitenkalender, man muss über die Tide Bescheid wissen. Wenn die Ebbe einsetzt, dann läuft das Wasser anfangs besonders schnell ab. Am angenehmsten ist es, wenn die Flut fast vollständig aufgelaufen ist oder bei Stauwasser. In Blankenese und am Falkensteiner Ufer gibt es Sandstrände, an denen Stacks liegen, die wunderbare Buchten bilden, wo man geschützt und weit entfernt von der Fahrrinne schwimmen kann.

EV: Dein Buch heißt "Leben am Fluss". Lebt es sich in Hamburg gut am Fluss?

Kemper: Eine Stadt ist umso attraktiver, je leichter sie uns den Zugang zum Wasser macht. In Oslo oder in Basel am Rhein kann man sehen, wie das Schwimmen, das Leben am Fluss oder am Meer bei der Stadtplanung mitgedacht wird. In Oslo gibt es in dem neu erschlossenen Hafenviertel Tjuvholmen gleich mehrere Badeplätze: kleine Strände, Buchten, Stege, Brücken, Halbinseln, sogar ein Einmeterbrett und Startblöcke. Da kann man in der Mittagspause schwimmen gehen. Für Hamburg würde ich mir auch wünschen, dass der Zugang zur Elbe unmittelbarer wird, ohne dass dabei der Hochwasserschutz vernachlässigt wird.

Hella Kemper: Leben am Fluss. Bekenntnisse einer Elbschwimmerin. kjm Buchverlag, Hamburg 2017, 118 S., 15 Euro

Ein Hinweis aus Transparenzgründen: Hella Kemper ist Redakteurin beim Magazin ZEIT Wissen.

Helmut-Schmidt Münze

Nach unserem verstorbenen Herausgeber Helmut Schmidt sind nicht nur unter anderem der Hamburger Flughafen, eine Universität und natürlich unser Pressehaus benannt, sein Gesicht schmückt auch so manche Münze. Etwa eine goldene aus der Kollektion "Die Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland" sowie eine Silberprägung, die nach dem Tod des Altkanzlers zum Gedenken produziert wurde. Voraussichtlich ab Juni nächsten Jahres wird sein Konterfei nun auch eine Zweieuromünze zieren: im Jahr 2018 wäre Schmidt 100 Jahre alt geworden. Heute nehmen Schmidts Tochter Susanne Schmidt und Finanzsenator Peter Tschentscher die Erstprägung vor. 6,3 Millionen von insgesamt 30 Millionen Helmut-Schmidt-Münzen sollen in Hamburg hergestellt werden, in Deutschlands ältester noch bestehender Prägestätte, der Hamburgischen Münze, die bis 1982 ihren Sitz am Münzplatz im Hamburger Münzviertel hatte. Auf der Münze zu sehen ist Schmidt im Porträt, seitens des Bayerischen Münzkontors.

heißt es dazu: "Dem Entwurf der Bildseite gelingt es, die Aura dieses standfesten Krisenlenkers in meisterhafter Manier einzufangen". Abgebildet ist auch Schmidts Hand – die allerdings auffällig leer wirkt. Irgendwas fehlt. Haben Sie eine Idee?

Kaffeepause

Törtchen im Kupferhof

Der Strom der Neugierigen reißt nicht ab an diesem Nachmittag. Seit wenigen Tagen gibt es etwas Neues in der Bergedorfer Fußgängerzone: Die mehrfach ausgezeichnete Konditormeisterin Sandra Andreas ist in den alten Kupferhof eingezogen. Neben hausgemachtem Eis und Keksen gibt es in der Patisserie Andreas kleine Küchlein und Kuchen und herzhafte Miniquiches. Der Cappuccino (3 Euro) schmeckt okay, aufregender ist das Aprikosen-Nugat-Törtchen (3,90 Euro), das an ein außerirdisches Flugobjekt erinnert und goldig schimmert. Absolut überzeugend der Quarkkuchen (3,40 Euro) nach einem alten Rezept von Erna, der Oma der Konditormeisterin: der Boden knusprig-buttrig, die Füllung darauf – klassisch oder mit Schokolade – einfach himmlisch: saftig und nicht zu süß. Der Raum ist streng in Schwarz-Weiß gehalten, an einem Balken weit oben steht ins Holz geschnitzt: "Handwerk und Volkstum sind eins – blüht nicht das Erste blüht keins." Auf die Neuzeit übersetzt könnte man sagen: Schön, dass es zwischen all den Kettenfilialen in Bergedorf etwas ganz Eigenständiges gibt.

Pâtisserie Andreas; Bergedorf, Kupferhof 1, Di–Sa 10–18 Uhr, So 11–16 Uhr

Elisabeth Knoblauch

Verlosung

Am 24. September wird gewählt. Pamela und Wolf Biermann haben deshalb im Vorfeld auf ihrer Tournee "Demokratie feiern – demokratisch wählen!" versucht, junge Leute für die Demokratie zu mobilisieren. Drei Tage nach der Bundestagswahl diskutieren der Liedermacher und seine Frau mit Patrik Schwarz, geschäftsführender Redakteur bei der ZEIT, und Oliver Hollenstein, Redakteur bei der ZEIT:Hamburg, beim "Zur Sache, Hamburg"-Spezial über ihren Ausgang. Wir verlosen 5 x 2 reservierte Plätze und Getränkegutscheine für die Veranstaltung. Um zu gewinnen, senden Sie bitte Ihren Namen unter dem Stichwort "Wahlgespräch" an elbvertiefung@zeit.de. Viel Glück!

Bucerius Kunst Forum, Rathausmarkt 2, Mittwoch, 27.9., 20 Uhr

Was geht

Der Hass des Reformators: Wieso steht Martin Luther heutzutage kaum in der Kritik, obwohl er für Judenhass bekannt ist? Beim Themenabend Freiheit und Radikalisierung diskutieren die Philosophin Bettina Stangneth und der ehemalige ZEIT-Redakteur Willi Winkler über den Reformator.

Tschaikowsky-Saal, Tschaikowskyplatz 2, 18 Uhr, Eintritt frei

Rätselraten mit Literaten: "Entweder die scheußliche Tapete verschwindet oder ich!" Na, wer hat das gesagt? Es war natürlich Oscar Wilde, der diese Worte auf seinem Sterbebett ausrief. Beim Literaturquiz knacken Die LiteRaten mit Gästen ähnlich knifflige Rätselnüsse und wetteifern um Gewinne.

Literaturhaus, Schwanenwik 38, 19.30 Uhr, 10 Euro

Astreine Altersvorsorge: Niemand beschäftigt sich gern mit dem Älterwerden – schon gar nicht mit drohender Altersarmut. Dabei gibt es vielfältige private und staatliche Möglichkeiten der Vorsorge. Unabhängiger Informationsabend: Wege aus dem Altersvorsorge-Dschungel.

Fabrik, Barnerstraße 36, 19.30 Uhr, Eintritt frei

Was bleibt

Mitmachbaustelle: Auf dem Hof des Rathauses wird es eng – bei der Messe Handwerkswelten buhlen Hamburgs Betriebe um neue Azubis. Bäcker und Dachdecker, Gebäudereiniger und Lackierer, Schornsteinfeger und Tischler suchen die besten Fachleute von morgen. Anpacken kann der Nachwuchs auch schon, zum Beispiel in der Berufe-Arena und auf der Mitmachbaustelle.

Ehrenhof des Hamburger Rathauses, Eingang Große Johannisstraße, Di und Mi 9–16 Uhr, Eintritt frei

Hamburger Schnack

Beim Frühstück hören wir mal wieder in den Nachrichten das Ergebnis einer Wahlumfrage. Mein achtjähriger Sohn fragt: "Bekommen wir jetzt einen neuen Chef in Hamburg?" "Nein", sage ich, "wir wählen einen neuen Chef für Deutschland. Der Chef von Hamburg ist Olaf Scholz, von Deutschland aktuell Angela Merkel." Er stöhnt und sagt: "Hoffentlich wird es nicht Trump!"

Gehört von Rolf Otzipka

Meine Stadt

Immerhin muss man das Elend nicht sehen, sobald man auf der Bank Platz genommen hat ... © Harald Hartmann

SCHLUSS

Die Grillparzerbrücke im Stadtteil Uhlenhorst muss saniert werden. Bevor es ab dem 21. September so weit ist, können Hamburger noch ihre Liebesschlösser abnehmen, meldete die Stadt. Das ist nett, aber auch eine Falle. Schließlich ist es Tradition, den Schlüssel ins Wasser zur werfen, damit die Liebe ewig hält. Jemand, der den Schlüssel noch hat, macht sich vor seinem Partner also automatisch verdächtig. Die Stadt kann leider aber auch keinen Taucher schicken, der die verrosteten Schlüssel sucht und mühsam durchprobiert. Wir fordern: einen Generalschlüssel für Liebesschlösser. Oder, wenn schon Liebesschlösser – dann am eigenen Gartenzaun!

Das war sie wieder, die Elbvertiefung. Wollen Sie uns Ihre Meinung sagen, wissen Sie etwas, über das wir berichten sollten? Schreiben Sie uns: elbvertiefung@zeit.de

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag. Morgen lesen wir uns wieder, wenn Sie mögen!

Ihr Mark Spörrle

 

PS: Gefällt Ihnen unser Letter, leiten Sie ihn gern weiter. Haben Sie ihn weitergeleitet bekommen, melden Sie sich ganz einfach und unverbindlich an unter www.zeit.de/elbvertiefung. Dann schicken wir Ihnen die neue Elbvertiefung, solange Sie wollen, immer montags bis freitags ab 6 Uhr.