Mark Spörrle © Vera Tammen

Guten Morgen,

gestern war es so weit. Der frühere Hamburger Bürgermeister und jetzige Bundesfinanzminister Olaf Scholz sprach vor dem G20-Sonderausschuss der Bürgerschaft. Es ging natürlich um die Entscheidung für den G20-Gipfel in der Hansestadt. Und kurz gesagt: Scholz räumte zwar wieder einmal ein, worin sich die Mitglieder des Sonderausschusses auch bei allen Differenzen einig sind, nämlich, dass es durch die Ausschreitungen zu unerträglichen und nicht hinnehmbaren Belastungen für die Bürger gekommen ist. Die Ausschreitungen nehme er auch nicht auf die leichte Schulter, betonte er. Aber: Scholz würde es wieder machen. "Ich bin unverändert der Überzeugung, dass solche Treffen nicht nur notwendig sind, sondern in demokratischen Staaten auch in großen Städten stattfinden können müssen." Es sei schade, dass die Ausschreitungen die friedlichen Proteste überlagert hätten. Für die Zivilgesellschaft habe es nämlich breite Beteiligungsmöglichkeiten gegeben und Kundgebungen seien essenziell für eine Demokratie. "Das war ein demokratischer G20-Gipfel, wie es ihn vorher nicht gegeben hat", so Scholz.

Vielleicht hätte es ja tatsächlich einer werden können, wenn manches anders gelaufen wäre. Ein immer wieder gehörter Befund auch bei Entscheidungsträgern der Stadt ist allerdings eher der vom Vertrauensverlust (siehe auch den Schwerpunkt in der aktuellen ZEIT:Hamburg, digital hier zwischen Staatsmacht und Bevölkerung. Ein Vertrauensverlust, der nicht kleiner dadurch wird, dass Richter im Nachhinein feststellen, dass beim Gipfel Menschen in der Gefangenensammelstelle rechtswidrig festgehalten wurden, dass Polizisten unrichtig aussagten und ihnen ausgerechnet im Fall von Kollegen Ermittlungsfehler unterliefen. Vor einiger Zeit schrieb uns jemand, es gebe Menschen, die vom Hubschrauberlärm und der Gewalt bei G20 regelrecht traumatisiert seien, bis heute. Wenn das wirklich so sein sollte: Könnte es dazu dienen, ein bisschen Vertrauen wiederherzustellen, wenn man mal versuchte – ihnen zu helfen?

Ach so: Erinnern Sie sich an die "Sicherheitsgarantie"? "Seien Sie unbesorgt: Wir können die Sicherheit garantieren", hatte der damalige Erste Bürgermeister Olaf Scholz in einem Interview mit dem "Tagesspiegel" wenige Tage vor Beginn des G20-Gipfels versprochen. Gestern fragte die FDP-Abgeordnete Anna von Treuenfels-Frowein Scholz, ob er einem anderen Bürgermeister eines Gipfelortes raten würde, ebenfalls solch eine Sicherheitsgarantie abzugeben. Scholz antwortete, eine solche Veranstaltung dürfe man ohnehin nur ausrichten, wenn man sie im Hinblick auf die Sicherheit verantworten könne. Er würde dem betreffenden Bürgermeister aber raten: "Drück dich ein bisschen vorsichtiger aus!"

Bahnhof Diebsteich: Nierentisch für Altona

Aus der Vogelperspektive betrachtet, könnte Altona bald um einen "Nierentisch" reicher sein: Gestern kürten 18 Preisrichter den Siegerentwurf des Architekturwettbewerbs für den neuen Bahnhof des Stadtteils. Gewonnen hat ein Gebäude in besagter Form eines überdimensionierten Nierentischchens, flankiert von zwei gläsernen Hochhäusern. "Unsere Vision ist es, Bahnhof, Stadtquartier, Hotel und Bürogebäude mit einem unverwechselbaren grünen Profil zu verbinden", erklärte das siegreiche Büro C.F. Møller Architects aus dem dänischen Aarhus. In der Tat zeigt das Modell grasbewachsene Dächer, Bäume auf den Hochhäusern, Grünstreifen daneben. Der Entwurf sei "offen, empfangend, heiter und bildet einen markanten Akzent und einen guten Auftakt für die Entwicklung des Quartiers", lobte dann auch Hamburgs Oberbaudirektor Franz-Josef Höing. Selbst Kritiker des Projekts wie die Bürgerinitiative Prellbock Altona zeigten sich angetan. "Das sieht auf den ersten Blick schon hübsch aus", räumte Sprecher Michael Jung ein. "Die können das Ganze gern am Diebsteich hinstellen – aber ohne eine Bahnhofsverlegung." Das hätte Jung auch gern bei der Preisverleihung gesagt, sei aber "gleich eingenordet" und angewiesen worden, die Veranstaltung nicht zu stören. Womöglich feiert seine Bürgerinitiative trotzdem bald einen Erfolg: Medienberichten zufolge droht dem Bahnhofsprojekt ein Prüfverfahren der EU. Im vergangenen Jahr hatte Hamburg das Grundstück für den Bau des neuen Gebäudes an eine Firma verkauft, die erst fünf Monate später gegründet wurde. Ob dieses Vorgehen juristisch Bestand hat, wird sich zeigen. Von ihrem Zeitplan ist die Stadt jedenfalls noch nicht abgewichen: Der neue Bahnhof soll Ende 2023 den Betrieb aufnehmen.

"Bei Neubauten sollte man nicht immer nach der grünen Wiese schielen"

Platz ist in Hamburg seit Jahren Mangelware. Neue Baugebiete versprechen in Bezug auf Wohn- und Gewerbeflächen Abhilfe, bedrohen der Umweltschutzorganisation BUND zufolge allerdings die grüne Lunge der Stadt. Die heutige Fachtagung von BUND und HafenCity Universität "Netto-Null Flächenverbrauch – Eine Vision für Hamburg?" sucht nach Lösungen. Organisiert hat sie die Expertin für Stadtentwicklung, Katharina Seegelke.

Elbvertiefung: Frau Seegelke, "Netto-Null" – was soll das heißen?

Katharina Seegelke: Dass das Verhältnis unbebauter und bebauter Flächen in Hamburg bestehen bleibt. Das bedeutet: Neue Bauvorhaben sollen sich nicht in die Fläche ausbreiten, sondern kreative Lösungen suchen. Ein gutes Beispiel ist die HafenCity, die auf einer alten Hafenanlage aufbaut – da wurde kein Quadratmeter grüne Wiese neu versiegelt.

EV: Wieso ist das so wichtig?

Seegelke: Weil wir sonst das Großklima der Stadt und das Kleinklima in den einzelnen Stadtteilen zerstören. Wir brauchen Erholungsgebiete für Menschen, so wie die Kleingärten in Lokstedt und die Parkanlagen in Öjendorf. Genauso wichtig sind Flächen für Umweltschutz und Artenvielfalt. Zum Beispiel soll in Wandsbek jetzt ein neues Gewerbegebiet entstehen, der Viktoria-Park – dabei sind die 23 Hektar auf Hamburger Seite mit ihren Biotopstrukturen immens wichtig für das ökologische Gleichgewicht.

EV: Was wäre Ihre Alternative für diesen konkreten Fall? Irgendwo muss das Gewerbegebiet ja hin.

Seegelke: Das mag sein. Aber es gibt durchaus innovativere Ansätze als eine übliche einstöckige Bauweise. Flächeneffizienter wäre beispielsweise, in die Höhe zu bauen.

EV: Meinen Sie das also wörtlich – dass in Hamburg "null" Flächen mehr bebaut werden sollten? Nicht mal einen Fuß breit?

Seegelke: Das ist natürlich provokativ formuliert, aber im Kern: Ja. Dass unsere Flächen endlich sind, steht nun mal fest. Deshalb muss ein Umdenken her: Bei Neubauten sollten alternative Ansätze Priorität haben, statt immer nach der grünen Wiese zu schielen. Ein Schritt in die richtige Richtung ist zum Beispiel das "Magistralen-Konzept", das unter anderem durch Aufstockung bis zu 100.000 neue Wohneinheiten ermöglichen soll.

EV: Und am Ende sieht Hamburg aus wie New York oder Tokio.

Seegelke: Da habe ich ein ganz anderes Bild im Kopf. Uns schweben keine Wolkenkratzer vor – aber der Bungalow muss es eben auch nicht sein. Die alten Gebäude aus der Gründerzeit etwa sind viel höher als typische Hamburger Nachkriegsbauten. Daran könnte man doch anknüpfen.

Mobile Unisex-Toiletten gegen Wildpinkelei

Die Blase drückt, das Gebüsch lockt. Wenn mal wieder keine öffentliche Toilette in der Nähe ist und die Gastronomiebetriebe sich sträuben, Nicht-Gäste auf die Schüssel zu lassen, haben Wildpinkler Konjunktur. Die Lösung könnten mobile Unisex-Toiletten sein. Die erste wurde gestern am Rissener Ufer in Wittenbergen aufgestellt und ist ab heute zugänglich. Die Besonderheit: In beiden Kabinen findet sich ein überdimensionaler WC-Topf, der Urinal, Steh- und Sitz-WC in einem ist. "Ähnlich den Sitztoiletten, wie man sie früher oft in der Mittelmeergegend hatte – nur höher gelegt", erklärt Reinhard Fiedler von der Stadtreinigung, die die Toilette aufgestellt hat. Außerdem könne mit einem Hebel eine Toilettenbrille heruntergeklappt werden. Sehen wir diese Mischform bald überall in der Stadt? Eher nicht. Eine dieser Toiletten koste zwischen 80.000 und 110.000 Euro. "Der Etat der Umweltbehörde für öffentliche Toiletten ist beschränkt, das ist kein Wunschkonzert", so Fiedler. Außerdem benötigen auch diese mobilen Toiletten im Gegensatz zu Dixi-Klos Wasser-, Abwasser- und Stromanschlüsse, die es nicht überall (wir denken beispielsweise an lange Grillabende im Park) gebe. An Brennpunkten und Partyzonen wie dem Schanzenviertel und der Reeperbahn könnten sie künftig aber die Urinale – oder Hauseingänge empörter Anwohner – ersetzen. Zur Freude des weiblichen Geschlechts? "Es muss sich zeigen, ob die Toiletten von den Frauen angenommen werden", meint Fiedler. Das sei der ausschlaggebende Punkt und werde nun getestet – in Rissen und bald auch am Schulterblatt. Eine zweite doppelkabinige Unisex-Toilette ist bereits im Bau. Wann sie ihre Saloontüren (im Sinne der Niedrigschwelligkeit wurde auf durchgehende Türen verzichtet) öffnet, steht allerdings noch nicht fest.

Lohmühlenpark: "Der Traum ist wahr geworden"

Vorbei die Zeiten der grauen Tristesse: St. Georg blüht auf! Der Lohmühlenpark, der Alster und Geest, die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) und den Stadtteil verbindet, ist nach knapp 20 Jahren runderneuert – am Sonnabend ist Einweihungsfest. "Es ist fantastisch, wir alle sind richtig euphorisch", freut sich Wolfgang Schüler, seit 18 Jahren Quartiersmanager in St. Georg. Er hat beobachtet, wie der Park, seit auch der letzte Bauabschnitt in Universitätsnähe abgeschlossen ist, zu neuem Leben erwacht ist. "Das Stück vor der Universität verrottete, dort hielten sich drogen- und alkoholabhängige Bettlergangs auf. Im Park herrschte ein unbehagliches Gefühl", erzählt er. Jetzt sei der Park zu einem Ort für alle geworden. Wer sich noch an die kopfsteingepflasterte Raserstraße des Berliner Tors und an das Dickicht der Grünwucherungen erinnert, mag kaum glauben, wie sehr sich der Stadtteil verändert habe, meint auch

Ralf Schlichting von der HAW, die sich mit einem sechsstelligen Betrag an der Aufwertung beteiligte. "Wir haben es lange ersehnt. Innerhalb weniger Wochen ist der Traum jetzt wahr geworden, der ganze Park ist belebt", meint Quartiersmanager Schüler. "Jede Einrichtung, die im sozialen Gefüge eine Rolle spielt, vom Haus der Jugend über den Bürgerverein bis zum Kulturladen, hat sich beteiligt", berichtet er nicht ohne Stolz. "Das ist die soziale Kompetenz von St. Georg!"

Die Einweihung mit großem Kultur- und Musikfest mit Flohmarkt und Bühnenprogramm findet am Sonnabend von 12 bis 18 Uhr statt.

Filmfestival: Hip-Hop auf der großen Leinwand

Bling, bling – es lockt der goldene Turnschuh! Filmemacher Maximilian Spohr bringt im Juli das erste Hip-Hop-Film-Festival "Golden Sneakers" in die Stadt). "Mir war wichtig, zu zeigen, dass Hip-Hop inhaltlich nicht nur primitiver Super-Mist ist, sondern etwas zu sagen hat", erklärt er. Die Idee hat er im vergangenen Jahr aus Harlem, New York, mitgebracht, wo er selbst als Filmemacher eingeladen war. "Dort habe ich gedacht, das kann ich besser", erzählt er. Und, wie er noch vor Ort, die ersten Kontakte knüpfte und bereits im November mit der Planung loslegte. Gezeigt werden im Schanzenkino 73 drei Tage lang Filme von Regisseuren aus der ganzen Welt – von Los Angeles bis Oslo über unbekannte Rapper aus Staten Island bis zum Kurzfilm "Thug" des Hamburgers Bradley Iyamamu. Und wo es Filme über Hip-Hop gibt, gibt es auch Hip-Hop live – mit Botschaft. Am Festivaldonnerstag rappen auf der Mojo-Bühne internationale Musiker gegen Fremdenhass und Rassismus. Ein Thema, das auch in den Filmen immer wieder eine Rolle spielt. "Im Hip-Hop gibt es Zusammenhalt, dieses Gemeinschaftsgefühl möchte ich vermitteln", so Spohr. Zum großen Finale hat er, der das Festival aus eigener Tasche zahlt ("Schon verrückt, aber hey!"), die Hardcore-Rap-Gruppe Onyx aus Queens geladen. Hip-Hop, sagt er, sei mehr als das Echo-Desaster, das wolle er in Hamburg zeigen. Wenn alles rundläuft, soll das Festival künftig einmal jährlich stattfinden, dann aber "hoffentlich mit finanzieller Unterstützung der Stadt".

Das internationale Hip-Hop-Film-Festival "Golden Sneakers" findet vom 25. bis zum 27. Juli im Schanzenkino 73 und im Mojo statt. Tickets gibt es hier.

11vertiefung

Eine WM-Kolumne von Kathrin Fromm

Kathrin Fromm © privat

"Ich bin bekennende Optimistin. Ich habe ans Halbfinale geglaubt. Auch noch in der 87. Minute, als Mats Hummels den Ball ins Tor hätte köpfen können, müssen, sollen. Dann eben nicht. Grill an, vergessen. Gestern habe ich den Fußball Fußball sein lassen und mich ins Freibad gelegt. Aber selbst am Beckenrand und auf der Liegewiese gab es nur ein Thema. Ja, die deutsche Mannschaft ist raus. Wirklich. Jogi und die Spieler sind schon wieder in Frankfurt und der harten Realität gelandet. Auch die Organisatoren des Fan-Parks auf dem Heiligengeistfeld dürften dem frühen Aus der deutschen Elf noch eine Weile hinterhertrauern. Erst kein Hauptsponsor, dann nur drei Spiele (zwei davon mit Regen) – bleibt ein ordentliches Minus. Aber die WM rollt weiter. Die Achtelfinalpaarungen stehen fest. Morgen geht es nach einem Tag Pause los. Dann will ich wieder gucken. Ich freue mich auf die mutig-aggressiven Kroaten, auf ›Hopp Schwiiz‹ und auf Kolumbien, den Geheimtipp meiner Mitkolumnistin. Ich bin gespannt auf Frankreich gegen Argentinien (hochkarätig!) und Brasilien gegen Mexiko (feurig!). Ich will schnelle Pässe, schöne Tore und Elfmeterschießen, ohne dass die Nerven blank liegen. Es gibt immer gute Nachrichten."

Spielergebnisse

Tippspielergebnisse

Tabelle: Beste Spieler

Platz Spieler Punkte Team
1 FlyingElsman
57
2 opossum8 57
3 Wladimir 57 GEWOS

Tabelle: Beste Teams

Platz Spieler Punkte
1 GofortheCup 52.00
2 5. Stern 50.50
3 mickysteam 49.50

Lesevertiefung

Drei Buchempfehlungen fürs Wochenende ...

KrimiAus einer Vermisstensuche wird ein Mordfall mit ominösen Russen, aus einem coolen Ermittler selbst ein Gejagter: eine rasante Detektivgeschichte mit einem Helden, der viel Gefühl zeigt – dramaturgisch geschickt mit einer Menge trockenem Humor. Ein rasanter Hardboiled-Krimi. Peter Haffner: So schön wie tot;Nagel und Kimche, 21 Euro

Literarische Porträts Der Autor nähert sich in 99 pointierten, bewusst subjektiven Darstellungen den Lebensläufen und speziellen Überlebensstrategien internationaler Schriftstellerinnen und Schriftstellern des 20 Jahrhunderts. Ein wichtiges Buch zur richtigen Zeit. Hans Magnus Enzensberger: Überlebenskünstler – 99 Vignetten aus dem 20. Jahrhundert;Suhrkamp 2018, 24 Euro

Kinderbuch Das Wort "Faschismus" wird oft verwendet, aber was bedeutet es eigentlich? Was ist das Besondere an der faschistischen Ideologie? Dieser dokumentarische Comic als Einführung in ein komplexes Thema eignet sich hervorragend für die Diskussion über Geschichte und Gegenwart des Faschismus. Lena Berggren (Text)/ Kalle Johansson (Comic): Was ist eigentlich Faschismus?; Jacoby und Stuart, 12 Euro, ab 10 Jahren

… ausgewählt von Stephanie Krawehl; Lesesaal Buchhandlung und Café; Neustadt

Was geht

Klassik in der Scheune: Geige, Cello und Klavier klingen über Grenzen hinweg, von Dänemark bis nach Niedersachsen, von Kiel bis nach Hamburg. Mit diesem Konzept zählt das Schleswig-Holstein Musik Festival zu den größten seiner Art. Das Ziel: klassische Musik in ungezwungener Atmosphäre und an ungewöhnlichen Orten erlebbar zu machen. Die Konzerte finden statt in Schlössern und Herrenhäusern, Scheunen und Ställen. Ein Schwerpunkt dieses Jahres ist das Werk Robert Schumanns, das mittels der Ausstellung "Robert Schumann und Johannes Brahms" in den Fokus rückt.
Schleswig-Holstein Musik Festival, 30.6.-26.8.; "Missa sacra", 3.7., Elbphilharmonie, ab 79 Euro, Tickets online

Quizzen mit Wissen: Wenn Sie alles über Künstlerikonografien seit Christi Geburt runterbeten und sich für den Fotografen Anton Corbijn begeistern können, werden Sie heute die Krone des Quizkönigs aufsetzen. Wenn nicht, reichen auch ein gesundes Allgemeinwissen und die Schwarmintelligenz Ihres Teams. "Pub Quiz Anton Corbijn" inklusive Führung durch die Ausstellung "The Quizzin’ and the Dead".

Bucerius Kunst Forum, Rathausmarkt 2, 19 Uhr, 8 Euro

Benefiz-Blues: Kommt die Kraft der Musik gegen Gleichgültigkeit an? Das Benefizkonzert "Blues Aid Hamburg" will es zumindest versuchen, es eint einige der besten Blues- und Soul-Musiker des Landes, um auf der Bühne ein Zeichen zu setzen. Darunter sind Micky Wolf, Esther Filly und Joris Hendrik. Die Erlöse gehen an das "ArztMobil Hamburg", das Obdachlose und Menschen ohne Krankenversicherung medizinisch versorgt, sowie den Verein "Sea-Watch", der mit Seenotrettung gegen das Sterben im Mittelmeer kämpft.

Knust, Neuer Kamp 30, 21 Uhr, VVK 13,60 Euro

Was bleibt

Katastrophen im Museum: Vulkanausbrüche, Feuersbrünste, Überschwemmungen – Katastrophen sind allgegenwärtig, unberechenbar. Die Ausstellung "Entfesselte Natur" zeigt knapp 200 Werke aus dem Jahr 1600 bis heute. Sie erzählt, wie Künstler Vorstellungen von Naturkatastrophen formen, führt räumlich Werke zusammen, die in ihrer Entstehungszeit Jahrhunderte voneinander getrennt sind.

Kunsthalle, Galerie der Gegenwart, Glockengießerwall 5, Ausstellung bis zum 14.10.2018, 14 Euro;

Öffentliche Führung, Sa, 15 Uhr, 4 Euro zzgl. Eintritt;

Führung mit Dinner, Sa, 16.30 Uhr, 45 Euro inkl. 4-Gang-Menü, Reservierung unter 040/30 37 51 96

Was kommt

Wortpicknick: Verse fliegen durch Sommerluft, Gedanken steigen auf wie Wölkchen, und Songwriter lassen Blätter im Takt wippen; das "Wortpicknick" lädt ein zum "Lesefest im Grünen". An fünf unterschiedlichen Orten von Planten un Blomen schallen Gedichte, Märchen und Lieder ins Sommergrün, bis der Tag mit Wasserlichtkonzert und Gutenachtgeschichte ausklingt.

Planten un Blomen, Sa, 14–22 Uhr, Eintritt frei;

Wasserlichtkonzert "L’art de la Danse", 22 Uhr

Lola tanzt: Tänzerinnen gleiten vom Wasserturm bis zum Friedhof. Dort ruht seit 1990 Lola Rogge, zu Lebzeiten begnadete Choreografin und Tanzpädagogin. Ihr zu Ehren lädt der Verein Garten der Frauen ein zur Ausstellung "Lola Rogge – ein Leben für den Tanz". Die Eröffnung wird ganz im Sinne der verstorbenen Hamburgerin zelebriert: mit viel Bewegung und Musik.

Garten der Frauen, Friedhof Ohlsdorf, Eröffnung So, 14 Uhr; Ausstellung bis zum 30.9.2018

Fokus Iran: In der Region Al Ahwaz im Süden des Irans sprudeln Ölquellen. Der Reichtum, den diese Ressource bedeutet, geht an den zehn Millionen arabischstämmigen Einwohnern vorbei. "Der iranische Staat unterdrückt diesen Teil der Bevölkerung, sodass sie zu den Ärmsten des Landes gehört", berichtet der Ahwazische Verein für Menschenrechte. Er will über das Schicksal der Menschen informieren: "Ahwazi: Die vergessene Verfolgung", Themenabend mit Theater, landestypischen Speisen und Musik.

WillkommensKulturHaus, Bernadottestraße 7, So, 17–21 Uhr

Hamburger Schnack

"Wir haben schon alles verloren, jetzt gehen wir bei Rot!", klang es aus einer Gruppe junger Männer in Muscle-Shirts am Millerntordamm nach dem Spiel Deutschland gegen Südkorea.

Gehört von Jutta Kodrzynski

Meine Stadt

Durchschlagender Erfolg der DSGVO oder schlicht Sinn für Privatsphäre beim Großstadthund? © Heidi Ponath

Das war sie wieder, die Elbvertiefung. Wollen Sie uns Ihre Meinung sagen, wissen Sie etwas, über das wir berichten sollten? Schreiben Sie uns: elbvertiefung@zeit.de

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag. Morgen lesen wir uns wieder, wenn Sie mögen!

Ihr Mark Spörrle

 

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