Sigrid Neudecker © Gretje Treiber

Guten Morgen,

liebe Leserin, verehrter Leser! Jetzt kennen wir einander schon so lange, und noch immer unterstellen Sie uns manchmal die niederträchtigsten Dinge! Da berichten wir ebenso unermüdlich wie besorgt vom Insektensterben, erzählen von neu bekehrten Bienenzüchtern und weisen auf das richtige Saatgut hin, um Bienen, Schmetterlinge und anderes Fluggetier zu nähren. (Hatten wir übrigens schon erwähnt, dass man ihnen an heißen Tagen auch eine Schale mit Wasser anbieten soll, am besten mit einem kleinen Stein in der Mitte, für die Nichtschwimmer? Und dass erschöpfte Bienen für ein bisschen Zuckerlösung zutiefst dankbar sind? Gern auf einem Löffel reichen!)

Eben. All das, und trotzdem nehmen Sie uns einen Satz über Wespen so übel, dass wir glauben, einmal ernsthaft über unsere Beziehung sprechen zu müssen – Sie und wir.

Selbstverständlich wissen wir, dass es in Deutschland nicht weniger als 16 Wespenarten gibt, dass nur die gemeine Wespe und die deutsche Wespe als "verteidigungsbereit" gelten und dass ausgerechnet letztere in Hamburg schon beinahe ausgerottet ist.

Wir haben ja auch nicht dazu aufgerufen, ganze Bezirke mit Insektenspray einzunebeln, sondern nur gewagt, unser etwas distanziertes Verhältnis zu einer einzigen Wespenart zu erwähnen: zur verdammt lästigen Wespe.

Manche von Ihnen, werte Leserinnen und Leser, verfügen sicher über so viel Gleichmut, dass Sie Ihren Kuchen auch mit ihr teilen und keine Angst davor haben, eine Wespe irrtümlich mit zu verschlucken und mit zuschwellendem Hals in einer der von Schnupfenpatienten verstopften Hamburger Notaufnahmen zu landen.

Wir sind nicht so edel. Wir tragen zwar Spinnen nach draußen, weisen Fliegen den Weg zum nächsten offen stehenden Fenster und fischen jedes Wochenende Marienkäfer aus dem Stadtparksee. Aber bei Wespen auf unseren Tellern ziehen wir die Grenze, so viel Futterneid müssen Sie uns lassen.

Wobei: Nicht einmal in diesem Falle haben wir zum Massenmord aufgerufen, sondern zu Ablenkungsmanövern geraten, sowie zum Einsatz zarter ätherischer Öle, um sie hinüber in Richtung Nachbarn zu hauchen, der ohnehin jeden Abend grillt. Also: Kein Wespenblut an unseren Händen!

Das wollten wir noch rechtzeitig vor dem Freiluft-Wochenende von der Seele bekommen. Am Montag empfängt Sie hier wieder meine Kollegin Annika Lasarzik.

Abflug vor Ferienbeginn – mit dem Okay der Schule?

"Der Unterricht endet mit dem Gong." Typischer Lehrerspruch? In Hamburg sind es zurzeit die Schüler, die auf Disziplin bei der Einhaltung der Unterrichtszeiten pochen, vor allem in den Wochen vor dem letzten Schultag. "Als Nutznießer des Unterrichts können wir Ihnen garantieren, dass die letzten drei Unterrichtswochen an vielen Hamburger Schulen nicht mehr effektiv genutzt werden", schrieb die SchülerInnenkammer Hamburg nun an Bildungssenator Ties Rabe. Kammervorsitzender Liam Zergdjenah kritisiert nicht nur, dass dann oft nur noch der Fernseher läuft. Laut den Schülervertretungen würden sich auch einige Eltern bei der Schulleitung "Sondergenehmigungen" zum verfrühten Aufbruch in den Urlaub erbeten – und diese auch bekommen. Begründung der Eltern: Vor Ferienbeginn seien die Flüge billiger. "Das sind keine Einzelfälle", sagte uns Zergdjenah gestern. "Es gibt Schulleiter, die das jedes Jahr genehmigen." In der Schulbehörde kann man das nicht glauben. "Sondergenehmigungen für Ferienverlängerungen gibt es grundsätzlich nicht", teilt deren Sprecher Michael Reichmann mit. Nur bei Todesfällen oder besonderen Familienfeiern könnten Schulleiter Ausnahmen von der Schulpflicht genehmigen. Verschwinden Schüler kurz vor den Ferien schon in den Urlaub oder kehren verspätet zurück, müssten Lehrer diese Fälle melden. Laut Reichmann geschah das im vergangenen Jahr 265 Mal. Zudem drohe Eltern ein Bußgeld und eine Anzeige. Liam Zergdjenah dagegen bleibt dabei: Die Lizenz zum Abflug werde an einigen Schulen "routinemäßig" erteilt, schriftlich oder mündlich, das wisse er von Schülersprechern aus allen Hamburger Bezirken. Das Grundproblem seien die frühen Zeugniskonferenzen: Steht die Note erst fest, spiele der Unterricht offenbar für viele keine Rolle mehr. "Die Zeugniskonferenzen liegen schon jetzt zum spätmöglichsten Zeitpunkt", entgegnet die Schulbehörde. In den Klassen 6 und 10 sei das etwa vier Wochen vor Ferienbeginn. 

"Die ersten Kilometer springt man beinahe"

Am Wochenende ist Schlagermove, und Helene Fischer singt auch noch. Doch Elisa Scholl kommt extra aus Mainz nach Hamburg, um beim Triathlon zu starten. Es ist ihr erster, und der geht gleich über die olympische Distanz: 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und dann noch zehn Kilometer Laufen. Wir wollten von der 30-jährigen Projektmanagerin wissen, was sie sich erwartet. Und am Montag fragen wir dann nach, wie es wirklich war.

Elbvertiefung: Am Sonntag starten Sie zu Ihrem ersten Triathlon. Welches Gefühl herrscht derzeit bei Ihnen vor? Bammel? Oder eher Vorfreude?

Elisa Scholl: Ganz klar Vorfreude! Ich bereite mich seit Januar darauf vor.

EV: Was bringt einen Menschen dazu, bei einem Triathlon anzutreten?

Scholl: Ich bin schon einen Marathon gelaufen. Aber man will sich auch neuen Herausforderungen stellen. Beim Laufen weiß ich schon, wie ich meine Kräfte einteile. Beim Schwimmen und Radfahren kommt viel mehr Technik dazu: das Schalten, das Bremsen, aber auch die Atmung. Im Sport braucht man einfach hin und wieder ein neues Ziel.

EV: Wie haben Sie sich vorbereitet?

Scholl: Im Januar habe ich mit Schwimmunterricht angefangen, um meine Technik auszufeilen und vor allem herauszufinden, wie man die meiste Kraft spart. Seit April übe ich, nach dem Radfahren laufen zu können, das muss man auch erst lernen.

EV: Wie bitte?

Scholl: Die ersten Kilometer springt man beinahe, weil die Beine die Drehbewegung gewohnt sind. Das war zu Beginn ein ganz komisches Gefühl. Deshalb haben mir viele Freunde gesagt, dass die Umstellung, das Wechseltraining, ganz wichtig ist.

EV: Wo erwarten Sie bei Ihrem ersten Triathlon die schwierigsten Momente?

Scholl: Ich muss beim Schwimmen und Radfahren mein Tempo finden, das konnte ich beides nicht in der Gruppe üben. Das ist die größte Herausforderung. Aber auch, wie man vom Badeanzug ins Raddress kommt. Immerhin dürfte die Alster wohl warm genug sein, dass man keinen Neoprenanzug braucht.

EV: Haben Sie keine Angst vor dem großen Konditionseinbruch?

Scholl: Angst davor, dass ich das nicht durchziehen kann? Nein. Das ist nur eine mentale Sache. Der Körper schüttet so viel Adrenalin aus. Man darf nur nicht stehen bleiben.

EV: Aber dann könnte das ja jeder!

Scholl: Es ist sehr selten, dass jemand antritt, der überhaupt noch nichts gemacht hat. Die meisten Triathleten kommen bereits aus einer der drei Disziplinen. Und wenn man in einer Disziplin schon sehr gut ist, genügt ein halbes Jahr, um die beiden anderen zu trainieren.

EV: Wann geht es am Sonntag für Sie los?

Scholl: Meine Startzeit ist 7.18 Uhr. Mindestens zwei Stunden vorher möchte ich noch etwas essen. Also werde ich um 4.30 Uhr aufstehen.

EV: Dann ist ein Triathlon doch nichts für uns. Wir wünschen Ihnen alles Gute und hören uns am Sonntag wieder!

Gruppensport Fußballgucken

Am Sonntag versammelt sich die Welt vor dem Fernseher: Finale! Dann wird sich zeigen, wer Deutschlands Nachfolger als Fußballweltmeister wird: Frankreich oder Kroatien. Was auf dem Platz passiert, versteht jeder (meistens). Ein Grund mehr, mit Gästen aus aller Welt Fußball zu gucken, findet Julia Wehmeier vom Welcome Dinner Hamburg. Das Team bringt Hamburger mit und ohne Fluchterfahrung gemeinsam an den Tisch – oder eben vor den Fernseher. "Fußball guckt man ja eh gemeinsam, da kann man auch ein paar Leute mehr einladen", sagt Wehmeier. Wer für das Finale noch Platz auf dem Sofa hat, kann das kurzfristig tun: Wie beim Welcome Dinner genügt eine Anmeldung online. Finden sich interessierte Gäste, meldet sich zuerst das Organisatorinnen-Team und gibt die Kontaktdaten der Leute weiter, die vorbeikommen wollen. Die Gastgeber rufen dann an, um alles Weitere zu besprechen. "Da kann man auch klären, was auf den Grill darf oder ob Alkohol getrunken wird", sagt Julia Wehmeier. "Solche Details bespricht man am besten persönlich." Natürlich könne man sich auch einfach in der Kneipe oder draußen verabreden. Damit sich noch viele Fans finden, ist die Anmeldefrist auf einen Tag verkürzt – selbst wer sich zum morgigen Spiel um Platz drei verabreden möchte, kann sich heute noch anmelden. Mit dem Finale am Sonntag ist es aber noch nicht vorbei: Denn nach der WM ist vor der Bundesligasaison.

Ohne Leonardo DiCaprio, dafür mit Singen

Steven Spielberg machte die Geschichte um den Trickbetrüger Frank Abagnale Jr. durch den Hollywoodfilm "Catch Me, If You Can" einst weltberühmt. Morgen feiert die Gaunerkomödie als Musical auf der Bühne des Altonaer Theaters Premiere. Wir haben Intendant Axel Schneider nach drei Gründen gefragt, warum sich die Hamburger die Koproduktion mit den Burgfestspielen Jagsthausen nicht entgehen lassen sollten.

1. "Es handelt sich um ein wahres Schicksal! Mich persönlich beeindruckt es immer, wenn ein Theaterstoff auf einer wahren Begebenheit basiert. Bei ›Catch Me, If You Can‹ ist das so. Da sitzt man dann in der Show und gerade, wenn es berührend wird, denkt man sich: Mensch, den Kerl hat es wirklich gegeben!"

2."Philip Moschitz und Ilja Richter sind wirklich ein kongeniales Paar. Und sie haben es nicht leicht mit den erschlagend großen Filmvorbildern Leonardo DiCaprio und Tom Hanks. Aber der Genrewechsel vom Film zum Musical ist geglückt – die Umsetzung wurde musikalisch großartig gelöst mit tollen Choreografien! Und dann noch Walter Plathe, der ein toller Volksschauspieler ist, als Vater! Die Vater-Sohn-Szenen berühren. Neben all der Unterhaltung hat man da auch mal eine Träne im Knopfloch."

3. "Dass diese beiden, die sich die ganze Zeit bekriegen, am Ende einen Deal machen, ist ein Geniestreich! Als Zuschauer ist man ja beinahe traurig, dass der Sympathieträger doch noch geschnappt wird. Ich habe mir fest vorgenommen, wenn ich mal einen nicht so guten Tag im Büro hatte, mich abends in die Vorstellung zu setzen und mich zu freuen. Das Musical ist einfach tolle Unterhaltung."

"Die Leute werden schneller aggressiv"

Claudia Krüger ist durch die ganze Stadt gefahren, hat mit Hunderten Menschen Gespräche geführt – und von einem ist sie auch einmal gebissen worden. Krüger ist seit 13 Jahren für die Hochbahn als Kontrolleurin auf der Pirsch nach Schwarzfahrern. Ein abwechslungsreicher Beruf, der Fingerspitzengefühl verlangt. Sarah Levy hat sie für die Interviewreihe "Über Geld spricht man nicht" getroffen und dabei auch erfahren, dass die U2 in Eimsbüttel kein gutes Pflaster für den Prüfdienst ist. Was Krüger bei ihrem Job sonst noch erlebt, lesen Sie in der aktuellen ZEIT:Hamburg, am Kiosk oder hier digital.

11vertiefung

Eine WM-Kolumne von Kathrin Fromm

Kathrin Fromm © privat

"Der Einzug der Kroaten ins Finale? Ein Sieg der Erfahrung, sind sich die Fernsehmoderatoren nach dem Spiel einig. Nur einer im ZDF-Studio sieht das anders, norddeutsch pragmatisch: Holger Stanislawski! Ein Sieg der Situation (Die Formulierung merke ich mir!) nennt er das erste Tor von Ivan Perišić in seiner Taktikanalyse. Der Stani mit seiner herrlich schnoddrigen Art hat mir schon gefallen, als er noch Trainer beim FC St. Pauli war, und ist mein Lieblingshamburger bei diesem Turnier. Wie er mit ein paar Kreisen und Strichen anhand von ein, zwei Situationen die Spielweise eines Teams charakterisiert: klar, auf den Punkt. Mal schauen, was es nach dem Endspiel am Sonntag für ihn zu analysieren gibt. Die Analyse in Sachen Tippspiel fällt kurz vor Schluss ernüchternd aus – zumindest für mich und unser Team Elbvertiefung. Gemeinsam belegen wir nur den 63. Platz, in der Einzelbilanz komme ich auf Rang 28. Immerhin: Im direkten Vergleich mit den Kollegen reihe ich mich an zweiter Stelle ein. Trotzdem: Wie es besser geht, zeigen andere. Allen voran das Team ›GofortheCup‹ auf dem ersten Platz. Vielleicht liegt es am Namen. Man muss es nur wollen. Think big! Das hat sich wohl auch das Team ›Mensch ist der United‹ gedacht, auf das uns eine Leserin aufmerksam gemacht hat (›Bitte gebt ihnen doch einen Sonderpreis für den besten Namen!‹). Wenn Sie den Wortwitz nicht sofort kapieren, keine Sorge, bei mir hat es auch etwas gedauert. Tipp: Laut lesen!"

Tippspielergebnisse

Beste Spieler

Platz Spieler Punkte Team
1 micky2 76 mickysteam
2 FlyingElsman 75
3 PapaHeinz 73

Beste Teams

Platz Spieler Punkte
1 GofortheCup 68.00
3 mickysteam 67.00
2 5. Stern 66.50

Lesevertiefung

Drei Buchempfehlungen fürs Wochenende ...

Roman 20. Februar 1933: Hitlers Treffen mit hochrangigen Vertretern der Industrie. Éric Vuillard behandelt einen Moment der Geschichte, den man kennt. Selten jedoch ist literarisch derart fein beschrieben worden, wie opportun Macht im Kern ist. In Tagen politischer Daueranspannung Pflichtlektüre! Éric Vuillard: Die Tagesordnung;aus dem Französischen von Nicola Denis, Matthes und Seitz, 18 Euro

Jugendbuch Wenn die Mutter plötzlich und völlig unerwartet stirbt. Anschaulich und einfühlsam schildert Stefanie Höfler, wie der 14-jährige Ben, sein sechsjähriger Bruder Krümel und Pa die erste Zeit danach damit klarzukommen versuchen. Ein klares, kraftvolles, gar nicht trauriges Buch zum Thema Tod. Stefanie Höfler: Der große schwarze Vogel; Beltz und Gelberg, ab 12 Jahren, 13,95 Euro

Sachbuch In zahlreichen Reisen um die Welt begegnet der Autor armen Menschen, die er nach ihren Geschichten fragt, immer ohne zu bewerten oder zu verurteilen. Entstanden ist kein gewöhnliches soziologisches Sachbuch zum Thema Armut, sondern ein umfangreicher Reportage-Essay in bestechend schöner Sprache. William T. Vollmann: Arme Leute, Reportagen; aus dem Englischen von Robin Detje, Suhrkamp, 22 Euro

… ausgewählt von Can Mayaoglu und Elcin Schütze; Buchhandlung am Mühlenkamp; Winterhude

Was geht

Lieder der Nacht: Der Schlagermove, der "Karneval des Nordens", gibt sich erneut die Ehre. Zur Einstimmung auf den Umzug am Sonnabend geht es deswegen heute ans Eingrooven. Die Warm-up-Party steigt, zu Kult-, Pop- und Partyhits wird getanzt, bis Füße qualmen und Ohren klingeln. Im Schlagermove Talentschuppen singen zudem fünf hoffungsvolle Nachwuchskünstler live auf der Bühne.

Heiligengeistfeld, 19–0.30 Uhr, Eintritt frei

Hamburg von A–Z: Wie finde ich Popmusik made in Hamburg? Welche Kreuzfahrtschiffe steuern Hamburg an? Und warum essen wir hier eigentlich so gern Franzbrötchen? Die Zentralbibliothek bietet eine Führung namens "Hamburg (ver)führt" an, die all diese Fragen beantwortet und zu weiterem Interesse (ver)führen soll.

Eingangsbereich Zentralbibliothek, Hühnerposten, 16–17 Uhr, Eintritt frei

Was bleibt

Das große Bibbern: Nach der wahren Geschichte von Guðlaugur Friðþórsson aus dem Jahr 1984 wird das Unglück eines isländischen Fischkutters und seiner Besatzung minutiös rekonstruiert. Das Kentern des Bootes setzt die Männer dem fünf Grad kalten Wasser aus. Hochseedrama: The Deep (Djúpið).

Metropolis, Kleine Theaterstraße 10, heute/Sa 21.15 Uhr, Mo 19 Uhr, Do 17 Uhr, 7,50 Euro

Was kommt

Blutiger Sonntag: Zum 86. Mal jährt sich der "Altonaer Blutsonntag". Zum Gedenken an die Opfer und die politische Bedeutung des Nazi-Marsches durch Altonas Arbeiterquartiere wird in einem Rundgang, erarbeitet vom Stadtteilarchiv Ottensen, historischen und aktuellen Spuren gefolgt.

Treff: Louise-Schroeder-Straße/Ecke Unzerstraße, So 15–17 Uhr, 8 Euro, ermäßigt 4 Euro

Hamburger Schnack

Der Bus der Linie 114 hält am Eppendorfer Marktplatz. Eine ältere Dame möchte sich vergewissern, ob sie am richtigen Bus steht und fragt den Busfahrer: "Sind Sie 114?" Antwortet der: "Nein, ich bin 41, aber steigen Sie gern ein." Leider konnte er die Frau nicht mehr überzeugen.

Gehört von Dagmar Claußen

Meine Stadt

Die Plakate mit dem Hashtag #nsuprozess tauchten am Mittwochabend auf, kurz nachdem rund 1000 Menschen für eine weitere Aufarbeitung des NSU-Mordes an dem türkischen Gemüsehändler Süleyman Taşköprü auf die Straße gegangen waren. Auf den Plakaten, die in sechs Stadtteilen (hier: vor der Umweltbehörde in Wilhelmsburg) geklebt worden waren, wird vor allem Kritik an den Ermittlungen geübt. Vier Verdächtige wurden noch am Mittwoch festgenommen, zwei in der Innenstadt und zwei weitere im Bereich »Jenfeld, Rahlstedt, Farmsen-Berne«, wie uns eine Polizeisprecherin sagte. Sie seien nach Feststellung der Identität wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Die Polizei ermittelt nun, ob die Plakate rückstandsfrei entfernt werden können und es sich somit lediglich um »wildes Plakatieren« handelt. »Dann wären die Bezirksämter zuständig, und den Tatverdächtigen werden die Kosten der Entfernung auferlegt«, erklärt die Polizeisprecherin. Wenn nicht, wäre es eine Sachbeschädigung, »in diesem Fall eine politisch motivierte Sachbeschädigung«, die sogar mit Freiheitsstrafe geahndet werden kann. © Kathrin Fromm

Das war sie wieder, die Elbvertiefung. Wollen Sie uns Ihre Meinung sagen, wissen Sie etwas, über das wir berichten sollten? Schreiben Sie uns: elbvertiefung@zeit.de

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag. Am Montag begrüßt Sie hier meine Kollegin Annika Lasarzik.

Ihre Sigrid Neudecker

 

PS: Gefällt Ihnen unser Letter, leiten Sie ihn gern weiter. Haben Sie ihn weitergeleitet bekommen, melden Sie sich ganz einfach und unverbindlich an unter https://www.zeit.de/serie/elbvertiefung. Dann schicken wir Ihnen die neue Elbvertiefung, solange Sie wollen, immer montags bis freitags ab 6 Uhr.