Braucht es das wirklich? Noch eine Multifunktionshalle, in der Sportveranstaltungen, Konzerte und Events stattfinden können? Es gibt doch schon das Mehr!-Theater am Großmarkt, die Edel-optics Arena in Wilhelmsburg, die Sporthalle Wandsbek und die Barclaycard Arena in Stellingen. Ja, es braucht noch eine Multifunktionsarena, findet Tomislav Karajica. Der Projektentwickler will, so haben der NDR und das Hamburger Abendblatt herausgefunden, eine Arena in einem aufgeschütteten Hafenbecken an den Elbbrücken bauen lassen. 7.000 bis 8.000 Zuschauer soll sie fassen und insgesamt 150 Millionen Euro kosten – ohne einen Cent Steuergelder soll das Ganze vonstattengehen.

Hört sich nicht nur gut an, sondern ist auch gut für die Stadt, vor allem für die Sportstadt. Die hat in den vergangenen Jahren mächtig gelitten: Die Handballer des HSV gingen pleite, der Investor der Eishockey-Mannschaft Freezers sprang ab und auch die Volleyball-Damen von Aurubis mussten den Rückzug ihres Hauptsponsors hinnehmen. Drei Jahre ist das nun her. Seitdem hat sich einiges getan, was den Bau einer Halle an den Elbbrücken nicht nur rechtfertigt, sondern begrüßenswert macht.

Professionelle Sportmannschaften können sich nur dann entwickeln, wenn das Umfeld stimmt

7.000 bis 8.000 Zuschauer sind derzeit noch eine Zahl, die ambitioniert klingt für jeden Hamburger Verein, der nicht HSV oder FC St. Pauli heißt. Aber sie ist schon weitaus realistischer als die rund 12.000 Plätze, die die Barclaycard Arena bietet. Es ist genau die richtige Zwischengröße für zwei Vereine, deren Ambitionen groß sind.

Zum einen sind das die Basketballer der Hamburg Towers. Natürlich, möchte man sagen, denn Projektentwickler Tomislav Karajica ist einer von drei Machern des Vereins, der aus dem Nichts entstand und heute Tausende Menschen jede Woche nach Wilhelmsburg zu Heimspielen lockt. Die Mannschaft begeistert, sie gehört zu den besten Teams der zweiten Bundesliga und könnte schon in diesem Jahr aufsteigen. Das Potenzial an Fans ist sicherlich noch nicht ausgeschöpft. Genau so geht es den Handballern des HSV. Sie spielen auch in der zweiten Bundesliga, streben auch nach Höherem und zeigen einmal im Jahr mit einem Weihnachtsspiel in der Barclaycard Arena, dass die Handball-Begeisterung in der Stadt weiterhin groß ist.

Professionelle Sportmannschaften können sich nur dann entwickeln, wenn das Umfeld stimmt. Der Anreiz, zukünftig in einer neuen, schicken, stimmungsvollen Halle zu spielen, darf nicht gering geschätzt werden. Mit der Halle lassen sich Spieler, Fans und Sponsoren begeistern. Man mag sich gar nicht vorstellen, wie prächtig es der Sportstadt Hamburg ginge, wenn dann noch der HSV und der FC St. Pauli in die erste Fußball-Bundesliga aufsteigen würden.