Sigrid Neudecker © Maria Feck

Liebe Leserin, lieber Leser,

bis zur letzten Minute gingen noch Vorschläge ein, wie man die Stadt verbessern könnte. Über 1400 sind es allein auf der Webseite www.hamburgbessermachen.de geworden. 1142 weitere kamen bei den Gesprächen in vielen Vierteln der Stadt zusammen. Jetzt ist allerdings Schluss mit der Ideenfindung, ab sofort darf abgestimmt werden. Das Prinzip ist bekannt: Daumen hoch, Daumen runter. Wobei wir uns eine kleine Schikane ausgedacht haben. Wer etwas doof findet (Daumen runter), muss kurz begründen, warum. Sie können auf der Webseite auch miteinander diskutieren, wobei ich jedoch kurz an unser Thema der vergangenen Woche erinnern möchte. Bitte seien Sie dabei nett zueinander! Hamburg besser zu machen könnte ja durchaus auch beinhalten, es freundlicher zu machen.

Apropos freundliche Hinweise: Einige von Ihnen haben das Osterei gefunden, das wir in unserer Donnerstagsausgabe versteckt hatten. Selbstverständlich hat sich St. Pauli noch nicht bis zur Kurt-Schumacher-Allee ausgebreitet. Aber um es mit einem etwas abgewandelten Zitat eines großen Fußballers zu sagen: St. Pauli, St. Georg – Hauptsache, Hamburg. 

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die Arbeitswoche!

Ihre Sigrid Neudecker 

Wollen Sie uns Ihre Meinung sagen, wissen Sie etwas, über das wir berichten sollten? Dann schreiben Sie uns: hamburg@zeit.de.

Aktuelles

© Markus Scholz/dpa

2000 Menschen demonstrieren für Frieden und Abrüstung

Rund 2000 Menschen beteiligten sich gestern am alljährlichen Ostermarsch. Erstmals nahmen auch Vertreter der "Fridays for Future"-Bewegung teil, was vor allem Sönke Wandschneider vom Hamburger Forum für Völkerverständigung und weltweite Abrüstung, das den Marsch organisiert, freute: "Es gibt Nachwuchs. Wir müssen uns als alt gewordene Menschen keine Sorgen machen", sagte er gestern der dpa. Der Marsch stand unter dem Motto "Abrüsten statt aufrüsten – Atomwaffen abschaffen – Entspannungspolitik jetzt" und bekommt immer mehr Zulauf. Seit 2016 hat sich die Teilnehmerzahl nahezu verdoppelt.

© dpa

Der Mittelfeldspieler der CDU

Kurz vor Ostern stellte CDU-Spitzenkandidat Marcus Weinberg die Unternehmerin Christina Block als drittes und letztes Mitglied seines rein weiblichen Kompetenzteams vor. Die Tochter des Steakhausgründers Eugen Block soll ihn als unabhängige Expertin für den Bereich Wirtschaft und Wachstum im Wahlkampf unterstützen. Zusätzliches Know-how kann der Bundestagsabgeordnete Weinberg gebrauchen. Bei der Hamburger Politik sei er zuletzt "eher ein von der Seite Zuschauender" gewesen, sagte er vor Kurzem unserem Kollegen Frank Drieschner, der ihn in Berlin besuchte. Worauf Weinberg an diesem Tag auf dem Weg in den Plenarsaal am häufigsten angesprochen wurde, verrät Drieschner in seinem Porträt "Der Mittelfeldspieler", das Digitalabonnentinnen und -abonnenten hier lesen können.

In einem Satz

Hamburgs Waste-Watcher haben innerhalb eines Jahres rund 6000 Verwarn- und Bußgelder wegen illegaler Müllablagerung verhängt, rund die Hälfte davon gegen Raucher, die ihre Kippen einfach auf die Straße oder in die Natur geschnippt haben +++ Den Frühlingsdom haben rund zweieinhalb Millionen Menschen besucht, eine halbe Million mehr als im Vorjahr +++ Der FC St. Pauli hat am Ostersonntag gegen den 1. FC Heidenheim mit 0:3 verloren und ist damit auf Rang 8 abgerutscht

Was heute auf der Agenda steht

Im Nachtasyl wird um 19.30 Uhr der 16. "Ziegel", das Jahrbuch für Hamburger Literatur, präsentiert (Eintritt frei) +++ Der HSV empfängt um 20.45 Uhr im DFB-Pokal-Halbfinale RB Leipzig

Was Sie interessieren könnte

Alltagsreporter: Der Rohrreiniger

Vor Kurzem war ich bei einem Kunden, der mir nach getaner Arbeit überschwänglich dankte. Er gab mir ein großzügiges Trinkgeld und zusätzlich eine riesige Schachtel mit edlen Pralinen, die ich meiner Frau geben solle. Als ich das zu Hause tat, fragte sie ganz verwundert: "Aber der Kunde weiß schon, dass er noch eine Rechnung zugeschickt bekommt, oder?"

An dieser Stelle finden Sie täglich unsere Alltagsreporter. Hier schreiben Hamburger, die wir gebeten haben, uns regelmäßig zu berichten, was sie in ihren Jobs erleben. Sie bleiben anonym, damit ihnen beruflich keine Konsequenzen drohen.

© Filmbuero-MV

Wie filmt man Hamburgs Natur?

Eltern, deren Nachwuchs filmische Ambitionen zeigt, können im Mai auf zwei freie Wochenenden hoffen. Dann laden die Loki Schmidt Stiftung, die Ehlerding Stiftung und das CeNak/Centrum für Naturkunde zu einer Vorabveranstaltung zum Langen Tag der StadtNatur ein. In einem mehrtägigen Filmcamp sollen Kinder und Jugendliche an das Arbeiten mit elektronischen Medien herangeführt werden. Unter der Leitung von Andros Schakau, dem medienpädagogischen Leiter der Medienwerkstatt Wismar, werden Ideen ausgearbeitet, Medientechniken ausprobiert, Filme angesehen und diskutiert und nicht zuletzt eigene Kurzfilme über Hamburgs Stadtnatur produziert. Die fertigen Werke werden am 14. Juni auf der Eröffnungsveranstaltung des Langen Tages der StadtNatur im Kino präsentiert. Kinder und Jugendliche zwischen 7 und 18 Jahren können sich unter diesem Link bewerben.

Verkehrsprobleme im Hamburger Süden – das antwortet die Stadt (Teil 2)

Wir haben unsere Leserinnen und Leser gefragt, wie man den Hamburger Süden besser an den Rest der Stadt anbinden könnte. Ihre Vorschläge haben wir gebündelt und der Verkehrsbehörde mit der Bitte um Stellungnahme übermittelt.

Frage an die Verkehrsbehörde: Warum fährt die Fähre 73 nicht am Wochenende und unter der Woche nur alle 40 Minuten? Viele Leser wünschen sich auch mehr Information darüber, wann die Fähre überhaupt fährt, etwa bei Hochwasser.

Antwort: Dazu muss man wissen, dass die HADAG-Fähren im Rahmen der staatlichen Daseinsvorsorge zur Bedienung der öffentlichen Verkehrsbedürfnisse eingesetzt werden. Die Kapazitäten der Fähren sind vergleichsweise gering. Sie können kein echter Ersatz für eine S-Bahn sein. Mit der Fähre ist man auch deutlich langsamer unterwegs. Attraktiv ist das nicht.

WAS SIE HEUTE ERLEBEN KÖNNEN

Kaffeepause:

Das praktische Zwei-in-eins-Café

Von außen gibt es zwar zwei Eingänge, drinnen wächst das Wollfachgeschäft mylys (my local yarn shop) jedoch mit dem gemütlichen kleinen Café nebenan zusammen. Rechts bekommt man handgefärbte Wolle, Strick- und Häkelnadeln, links Bagels für etwa 5 Euro mit Namen wie »Määhhh«, »Flying Dutchman« oder »Findet Nemo«, Suppe, hausgemachten veganen, glutenfreien Brownie (2,50 Euro) oder veganen Apfelkuchen (3,50 Euro). Der Kuchen ist frisch und lecker, der Kaffee dazu stammt von den Hamburger Public Coffee Roasters und schmeckt als Cappuccino mit Hafermilch (3,10 Euro) großartig. Die Musik ist funkig-entspannt, in einem fort strömen Menschen herein, halten einen Schnack miteinander oder mit dem freundlichen Mann hinter dem Tresen und machen diesen Ort zu einem Café im besten Sinne: Hier kann man auftanken und ausspannen. An jedem ersten Freitag findet ein offener Stricktreff statt. Bitte nicht von der Schließungsankündigung auf Facebook irritieren lassen, vergangenen Donnerstag war das Café jedenfalls geöffnet.

Eimsbüttel, (Café) mylys, Weidenallee 12, Di–Sa 10–18 Uhr, So 10–17 Uhr

 

Elisabeth Knoblauch

 

Was geht

Wissenschaftlicher Mittagshappen: Privatleben und Beruf in Einklang zu bringen scheint die große Herausforderung unserer Zeit zu sein. Der kurze Vortrag "Work-Life-Balance im Haifischbecken" von Bettina Wollesen beschäftigt sich mit der Frage, wie das gelingen kann.

Handelskammer, Adolphsplatz 1, 12.30–13.15 Uhr, Eintritt frei, Anmeldung online

Bremer Chartstürmer: Das Lied "Rooftop" katapultierte ihn an die Spitze der Charts. Nun tourt Nico Santos mit dem Debütalbum "Streets of Gold" und seiner Mischung aus R ’n’ B, Rock und Soul durch die Lande.

Gruenspan, Große Freiheit 58, 20 Uhr, ab 26 Euro

Alternatives Agrarmodell: "Stünden alle Lkws plötzlich still, wären nach nur drei Tagen alle Supermarktregale leer", heißt es in "Voices of Transition" von Nils Aguilar. Der Dokumentarfilm aus dem Jahr 2012 handelt von der Verknappung der Ressourcen sowie neuen, innovativen Ansätzen.

Entwurf-Direkt, Eulenstraße 81, 19 Uhr, Eintritt frei

Hamburger Schnack

Sonntagabend am Mittelweg. Zwei junge Frauen unterhalten sich über Haustiere: »Ein Hund ist schon etwas anderes als ein Wellensittich.«

Gehört von Etta Weiner

 

Meine Stadt

Familienausflug im Freien © Helga Schug

Die heutige Ausgabe zum vertieften Lesen

CDU-Spitzenkandidat Marcus Weinberg, "Der Mittelfeldspieler".