Altona

Die Grünen gewinnen in Altona mit 35,1 Prozent deutlich – im Vergleich zur Wahl 2014 bedeutet das einen Zuwachs von 13 Prozentpunkten. Die SPD verliert dagegen 9,6 Prozentpunkte und erreicht nur noch 20,4 Prozent, so wenig wie in keinem anderen Bezirk. Auch die CDU verliert, sie landet mit Verlusten von 6,7 Prozent bei gerade einmal 16,6 Prozent. Dicht dahinter kommen die um 0,8 Punkte gestärkten Linken mit 14,8 Prozent. Die FDP verbessert ihr Ergebnis um 2,4 Punkte auf 6,8 Prozent, die AfD steigt auf niedrigem Niveau um einen Punkt auf 4,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 65,4 Prozent.

In Altona wird die Koalitionsbildung interessant. Schon Ende der 1990er-Jahre gab es in diesem Bezirk eine schwarz-grüne Koalition. Zuletzt haben beide Fraktionen einen gemeinsamen Antrag für ein autofreies Ottensen eingereicht. SPD und Grüne pflegen im Stadtteil hingegen ein eher distanziertes Verhältnis. Schon im Sommer braucht es eine Nachfolgerin für die scheidende SPD-Bezirksamtsleiterin. Gut möglich, dass es eine Grüne wird.

Von den 51 Mandaten gehen voraussichtlich 17 an die Grünen, elf an die SPD, neun an die CDU, acht an die Linke, drei an die FDP und zwei an die AfD.

Bergedorf

Nur in Bergedorf schafft es die SPD, die Grünen auf Distanz zu halten. Trotz eines Verlusts von 12,9 Prozentpunkten sind die Sozialdemokraten mit 26,4 Prozent stärkste Kraft. Dahinter folgt die CDU mit 24,3 Prozent, das bedeutet einen Verlust von 4,2 Prozentpunkten und ist dennoch das stärkste Ergebnis in allen Bezirken. Die Grünen kommen mit einem Plus von 9,6 Punkten auf 21,9 Prozent. Die Linke gewinnt 1,3 Prozentpunkte und erreicht 10,5 Prozent, die AfD verbessert sich um 4 Punkte auf 8,5 Prozent und die FDP kommt auf 5,5 Prozent, 3,3 Prozentpunkte mehr als 2014. Die Wahlbeteiligung lag bei 53,7 Prozent.

Große Verluste muss die SPD vor allem in der Umgebung des geplanten und von vielen Anwohnerinnen und Anwohnern abgelehnten neuen Stadtteils Oberbillwerder hinnehmen. Die größten Einbußen verzeichnet sie in Billwerder (minus 29,5 Punkte auf 11,1 Prozent), Moorfleet (minus 21,9 Prozent auf 18,9 Prozent), Reitbrook (minus 19,7 Prozent auf 16,7 Prozent) und Allermöhe (minus 17,8 Prozent auf 13,7 Prozent). Profitieren konnte davon offensichtlich auch die AfD, sie verzeichnet in diesen Stadtteilen starke Zugewinne.

Von den 45 Mandaten gehen voraussichtlich zwölf an die SPD, elf an die CDU, zehn an die Grünen, fünf an die Linke, vier an die AfD und drei an die FDP

Eimsbüttel

Auch im Bezirk Eimsbüttel gewinnen die Grünen mit großem Abstand. Dank eines gewaltigen Zugewinns von 14,1 Prozentpunkten erreichen sie 37,2 Prozent der Stimmen. Die SPD verliert 10,2 Punkte und kommt nur noch auf 23,1 Prozent. Die CDU erzielt nach einem Verlust von 6,4 Prozent noch 16,3 Prozent, die Linke steigert sich um 0,6 Punkte auf 10,4 Prozent. Die FDP gewinnt zwei Punkte auf 6,5 Prozent, die AfD einen Punkt auf 4,9 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 64,6 Prozent.

Hier zeigt sich besonders, dass die Grünen vor allem in eher wohlhabenderen Innenstadtvierteln großen Zuspruch erhalten. Im Stadtteil Eimsbüttel kommen sie auf 50 Prozent der Stimmen (plus 14 Punkte), in Hoheluft-West auf 49,3 Prozent (plus 14,3), in Rotherbaum auf 40,1 Prozent (plus 13,5) und in Lokstedt auf 39,4 Prozent (plus 15,3). Dieser Effekt zeigt sich auch in anderen Bezirken. In der Neustadt, in St. Georg, in Altona-Nord, in Ottensen und in der Sternschanze erreichten die Grünen ebenfalls mehr als 40 Prozent der Stimmen. Überraschend: Selbst im eher ländlichen Cranz erzielten die Grünen mehr als 45 Prozent der Stimmen.

Von den 51 Mandaten gehen voraussichtlich 19 an die Grünen, zwölf an die SPD, neun an die CDU, fünf an die Linke, drei an die FDP und drei an die AfD.

Mitte

Es ist ein großer Verlust für die Hamburger SPD, mit dem keiner gerechnet hatte. Um zehn Prozentpunkte stürzen die Sozialdemokraten in Mitte ab, auf nur noch 27 Prozent. Die Grünen dagegen gewinnen 11,2 Punkte hinzu und überholen völlig überraschend die SPD, sie kommen auf 29,3 Prozent. Drittstärkste Kraft wird nach einem Zugewinn von 1,5 Punkten die Linke mit 15,6 Prozent. Die CDU kommt nach einem Minus von 6,4 Punkten gerade noch auf 12,1 Prozent. Die AfD gewinnt 2,6 Punkte auf 7,7 Prozent, die FDP 2,5 Punkte auf 4,8 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag mit 46,9 Prozent so niedrig wie nirgendwo sonst in der Stadt.

Kurios hier wie bei jeder Wahl: Auf St. Pauli bekommen Grüne (39,4 Prozent) und Linke (34 Prozent) zusammen fast auf drei Viertel aller Stimmen. Die CDU hält hier gerade einmal 4,4 Prozent. Ähnlich sieht es auch in der zum Bezirk Altona gehörenden Sternschanze aus: 45,8 Prozent für die Grünen, 31,4 Prozent für die Linke, lediglich 4,8 Prozent für die CDU.

Von den 51 Mandaten gehen voraussichtlich 16 an die Grünen, 14 an die SPD, acht an die Linke, sechs an die CDU, vier an die AfD und drei an die FDP.

Nord

Seit Monaten wird die Politik im Bezirk Nord von der Affäre um Freikarten für das Rolling-Stones-Konzert vor knapp zwei Jahren im Stadtpark dominiert. Der ehemalige SPD-Bezirksamtsleiter soll mit dem Veranstalter um Tickets gedealt haben, es laufen mehrere Ermittlungsverfahren. Die SPD bekommt dafür die Quittung, sie verliert 13,1 Punkte und erreicht nur noch 20,8 Prozent. Die Grünen gewinnen dagegen 14,6 Prozentpunkte an Stimmen und erzielen 35,7 Prozent.

Die CDU muss einen Verlust von 6,2 Punkten hinnehmen und kommt auf 17,5 Prozent, die Linke bleibt nahezu konstant bei 9,6 Prozent. Die FDP gewinnt 3,4 Punkte und erreicht 7,7 Prozent, die AfD erreicht mit einem Plus von 0,9 Punkten 4,6 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 63 Prozent.

Von den 51 Mandaten gehen voraussichtlich 19 an die Grünen, elf an die SPD, zehn an die CDU, fünf an die Linke, vier an die FDP und zwei an die AfD.

Harburg

Herbe Verluste gibt es auch hier für die SPD, sie verliert 11,5 Punkte auf 27,1 Prozent. Dennoch bleibt sie damit stärkste Kraft. Die Grünen werden mit einem Plus von 12,3 Punkten auf 25,8 Prozent zweitstärkste Fraktion, die CDU folgt mit 19,3 Prozent, das bedeutet einen Verlust von 7,3 Punkten. Hier im Süden der Stadt erreicht die AfD ihr bestes Ergebnis. Sie steigert sich um 4,2 Prozentpunkte auf 10,2 Prozent. Die Linke verbessert sich leicht um 0,4 Punkte auf 9,3 Prozent, die FDP gewinnt 1,7 Punkte und kommt auf 6,1 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 49,3 Prozent. Seit Herbst vergangenen Jahres gibt es hier übrigens eine rot-rot-grüne Koalition. Jetzt könnte es für Grün-Rot auch ohne die Linke reichen.

Von den 51 Mandaten gehen voraussichtlich jeweils 14 an SPD und Grüne, zehn an die CDU, jeweils fünf an die Linke und die AfD und drei an die FDP.

Wandsbek

Gerade einmal 3619 Stimmen, also womöglich nur etwa 720 Wähler, trennen die SPD und die Grünen in Hamburgs größtem Bezirk. Trotz Verlusten von 11,2 Punkten bleibt die SPD mit 26,7 Prozent die stärkste Kraft, dicht gefolgt von den Grünen mit 26,3 Prozent und einem Plus von 13,1 Punkten. Die CDU verliert 7,1 Punkte und kommt auf 22,2 Prozent. Vor der Wahl war Wandsbek der einzige Bezirk, in dem sich die Christdemokraten Hoffnungen ausgerechnet hatten, stärkste Fraktion zu werden. Daraus wurde nichts. Die anderen Parteien liegen hier nah beieinander: Die AfD steigert sich um 2,2 Punkte auf 7,7 Prozent, die Linke bleibt konstant bei 7,2 Prozent, und die FDP kommt mit einem Zuwachs von 3,1 Punkten auf 7 Prozent.

Von den 57 Mandaten gehen voraussichtlich 16 an die SPD, 15 an die Grünen, 13 an die CDU, fünf an die AfD und jeweils vier an die FDP und die Linke.