Ich fahre täglich von der S-Bahnstation Holstenstraße zu der S-Bahnstation Harburg Rathaus. An guten Tagen bin ich also ein Insasse der S31. Da (gefühlt) auf dieser Strecke inzwischen täglich kleinere Verspätungen auftreten und mindestens einmal pro Woche größeres Chaos ausbricht, obwohl gleichzeitig fast jedes Wochenende die Strecke über die Elbe wegen Bauarbeiten überhaupt nicht bedient wird, ist es mein morgendliches Ritual geworden, zunächst sämtliche Quellen (hvv.de, bahn.de, Twitter etc.) zu durchforsten. Die HVV App ist in dieser Hinsicht leider nicht verlässlich (sie wird mit "morgens länger schlafen" o. ä. beworben?!). Im Falle einer Störung bleibe ich länger zu Hause oder im Büro und lese zur Unterhaltung die wütenden Kommentare unter dem S-Bahnaccount auf Twitter. Ich habe das Glück, dass ich an der Uni relativ flexibel arbeiten kann. Trotzdem ärgert mich natürlich die verlorene Zeit, vor allem da im beginnenden Sommer das Klima in einer überfüllten S-Bahn zu wünschen übrig lässt. Apropos Klima: Als die neuen klimatisierten S-Bahnen eingeführt wurden, geschah dies auf den Strecken der Linie S21 mit der Begründung, dass die Kunden dort bisher die ganz alten Züge ertragen mussten. Raten Sie mal, wo die alten Züge nun eingesetzt werden! Richtig, auf der Linie S31. Ich möchte hiermit die Linie S31 als schlimmste S-Bahn-Linie in Hamburg, ach was, in Deutschland vorschlagen.

Jonas H.

 

Es ist nur noch zum Kotzen und eine absolute Frechheit, was den Fahrgästen zugemutet wird, und das bei den Preisen!!

Eine Wutbürgerin

 

An der Bushaltestelle konnte ich das Chaos sehen, bevor ich in die unterirdische S Bahnstation reingehe. Tatsächlich, die S-Bahn, die wohl soeben eingetroffen war, war schon voll. Ich durfte nur eine Tür suchen, in dem ich mich in den vollen Waggon reinquetschen durfte.

Wahrend der langsamen Fahrt schaute ich unter Twitter nach, wie die Lage ist. Aber wie zu erwarten, gab es nur die üblichen Ausreden. Störung an irgendwas und die Bahn ist leider nicht in der Lage die berufstätigen und treue ÖPNV-Fahrer pünktlich zu befördern. Normalerweise lese ich etwas, aber da ich taub bin muss ich etwas aufmerksam sein, und die Reaktionen der Menschen beobachten. Nur so kann ich erkennen, ob die Bahn verzögert weiterfährt oder man umsteigen muss. Obwohl 2019 ist, gibt es keinen optimalen barrierefreie Informationen, um aus 1. Hand zu erfahren, was los ist. 

Anfangs habe ich mich immer geärgert, da ich nie was mitbekomme was los ist und warum. Habe auch an die Kundenbetreuung beschwert und hingewiesen, dass ich als tauber Fahrgast die Situation im Vergleich zu den nicht tauben oft sehr schwierig finde. Heute bleibe ich einfach cool und überlege meist, welche Möglichkeiten ich habe, obwohl von Süd HH nach Mitte HH kaum andere Möglichkeiten hat, um weiterzufahren. Wenn wirklich nichts mehr geht steige ich in die zuverlässigere ME um. Auto lohnt sich nicht, da das Verkehr eh verstopft ist und ich im Zentrum von HH arbeite. Fahrrad? Fahrradwege sind nicht optimal und zu weit, da muss man mehr Zeit einplanen. 

Mein Arbeitgeber sagt zu meinen Verspätungen nichts und dieser hat für meine Situation Verständnis. Bei uns gilt Gleitzeit. 

Julian B.

 

 

Ich bin Nutzer des ÖPNV, als Wilhelmsburger hauptsächlich der S3/31. Über die Misere im Hamburger Süden ist schon viel gesagt und geschrieben worden – das spare ich mir. Ich will ihre Aufmerksamkeit aber auf die Bereitschaft des HVV/der S-Bahn lenken, mit unzufriedenen Kunden in einen Dialog zu treten. Die Bereitschaft zum "Kundendialog" (denken Sie sich die Anführungszeichen als ganz dick) tendiert nämlich zu Null.

Konkret: Am 16. Mai habe ich - nachdem ich mich frühmorgens um 5:08 Uhr in eine drei (!) Wagen kurze und deshalb völlig überfüllte S3 zwängen musste – an den Kundendialog des HVV geschrieben und dazu Fragen gestellt. Trotz mehrmaliger Nachfragen seither ist meine Anfrage bis zur Stunde unbeantwortet geblieben. Ich rege an, das Verhalten des HVV in der Kommunikation mit Kunden auch einmal zum Thema in der ZEIT zu machen.

Dieter O.

 

 

Meine Meinung zur Hamburger S-Bahn? Mir reicht's!

Ich habe gestern fast 90 Minuten gebraucht, um von Hammerbrook nach Altona zu kommen – laut HVV-Auskunft beträgt die normale Reisezeit 15 Min. Heute früh hatte ich einen Arzttermin, der Arzt war aber leider nicht da, weil die S-Bahn ausgefallen ist und da er nicht wusste, wie lange es noch dauert, darf ich morgen Abend nochmal in die Praxis.

Vor ein paar Monaten wurde die Taktung der S3 erhöht und längere Züge wurden eingesetzt, um angeblich den Service vor allem südlich der Elbe zu verbessern. Leider ist genau das Gegenteil der Fall - es nutzt nichts, wenn die Bahn öfter fährt, wenn die Züge und die Weichen technisch veraltet sind. Ich fahre seit fast 14 Jahren ins Büro nach Hammerbrook, und so viele Störungen und kaputte, dreckige Züge wie in dem letzten halben Jahr gab es noch nie. Die HVV Preise werden jährlich erhöht, aber anscheinend wird gar nichts bis wenig in die Instandhaltung/Wartung investiert.

Und was noch hinzu kommt – viele S-Bahn-Fahrerinnen und -Fahrer haben das immer noch nicht verstanden, dass das Ein- und Aussteigen viel länger dauert, wenn man darauf besteht, den begehrten Platz an der Tür zu verteidigen bzw. am Bahnsteig direkt vor der Tür stehenzubleiben, damit man zuerst reinkommt! 

Tracey L.

 

 

Ich habe gerade Zeit und Muße, um euch zu schreiben, weil ich wie so oft in den letzten Tagen auf meine S-Bahn (S3, S31) warten muss.

Von einer symbolpolitischen Geste wie dem Treffen zwischen Bürgermeister und Deutscher Bahn ist nichts zu erwarten. Wollen die beim Kaffeekränzchen den Investitionsstau der letzten Jahrzehnte auf magische Weise einfach "wegklönen"? Und dann wird alles besser? Sollen sie sich ruhig jede Woche treffen.

Meiner Meinung nach stehen wir erst am Anfang der permanenten Verschlechterung; wenn die Stadt auf über 3 Millionen anwächst, wenn immer mehr Menschen pendeln, weil sie sich Wohnen in der Stadt nicht mehr leisten können und wenn der Individual- und Lieferverkehr durch Hafen und Amazon weiter zunimmt, ist die S-Bahn unser geringstes Problem.

Ein echter öffentlicher Personennahverkehr, d.h. S-Bahn im Besitz der öffentlichen Hand, könnte helfen, weil der Betrieb dann nicht unter dem Gesichtspunkt der Rendite sondern der Effizienz (Umweltverträglichkeit, Pünktlichkeit, Komfort) stattfinden könnte.

So, meine Bahn ist da.

Thomas K.