Es wird langsam leider echt extrem. Ich bin pro Bahn und froh kein Auto zu haben( das ist ja hier auch noch schlimmer), aber gerade gestern dachte ich wieder, ich müsse in der S-Bahn nur von Hbf nach Veddel ersticken. Am Hbf standen die Leute schon auf den Treppen, nicht nur am Bahnsteig. Ich bin froh, wenn endlich die Elbbrücken- Station komplett ist. 

Heute bin ich erst mal wieder von Wilhelmsburg nach Wandsbek mit dem Rad gefahren (auch, wenn Radwege das nächste Problem in Hamburg sind... teils nicht vorhanden oder zugeparkt). Herrlich, diese frische Luft! 

Es muss endlich ab Berliner Tor eine Metrolinie bis Veddel eingeführt werden (aber da sind wir wieder beim Stau). 

Fahrradmitnahme / -abteile in den Bahnen wären auch toll, dann würde ich noch öfter mit dem Rad längere Distanzen kombinieren. 

Andreas L.

 

Meine Familie lebt auf der Veddel. Hier ist die S-Bahn quasi alternativlos. Es gibt noch eine Buslinie, die zum Berliner Tor fährt. Dieser Bus fährt aber nur 3x pro Stunde. Man sitzt richtiggehend auf der Insel fest, wenn die S-Bahn nicht fährt.

Gestern Morgen wollte ich das erste Mal mit meiner 5 Monate alten Tochter mit dem Zug verreisen. Ich komme also schon sehr frühzeitig mit Baby in der Trage, Rucksack und großem Koffer an der S-Bahn-Station an. Mir fuhr gerade eine Bahn Richtung Harburg vor der Nase weg. Nicht so schlimm, dachte ich, ich bin ja wirklich früh dran. Und dann: nächste Bahn in voraussichtlich 25 Minuten. Voll bepackt, und sowieso schon gestresst und ängstlich wegen der Reise, stand ich also da und wusste, dass ich meinen Zug nicht erreichen würde. Im Normalfall ein Ärgernis, für mich aber in dem Fall wirklich katastrophal, weil das auch hieß, dass die Sitzplätze für mich und mein Baby im Familienbereich futsch waren.

Als wir es endlich nach Harburg geschafft hatten, war unser Zug tatsächlich schon lange weg. Eine Stunde später durften wir unkompliziert eine andere Verbindung nehmen, aber es gab tatsächlich keine Sitzplätze mehr zu reservieren. Ich saß mit Baby und Gepäck bis Bremen auf dem Boden. Unsere Fahrtzeit hatte sich von knapp vier Stunden auf etwa sechs Stunden verlängert.

Meinem Mann, der zur Arbeit in die andere Richtung musste, ging es ähnlich. Im Geschäft reicht mittlerweile schon die Nachricht ‚S-Bahn‘ und der Chef weiß Bescheid. Durch die zusätzliche Sperrung des City-Tunnels und Teilen der U3 kam er irgendwann nur noch zu Fuß weiter. Normalerweise fährt er deswegen lieber mit dem Fahrrad – das hatte ausgerechnet gestern einen Platten.

Beim Warten auf die S-Bahn traf ich übrigens zufällig einen alten Kollegen aus Berlin, der gerade beruflich in Hamburg ist und für diese Zeit auf der Veddel wohnt. Der war vollkommen entsetzt. Zitat: "Und das habt ihr regelmäßig?" und "So einen schlechten Schienenersatzverkehr habe ich noch nie erlebt. Die Leute haben sich fast geprügelt in den Bussen. In Berlin läuft das ganz anders. Und das jedes Wochenende?"

Er sucht sich jetzt eine andere Unterkunft in der Stadt. Zu seinem Seminar gestern, bei dem er der Dozent ist, kam er dann schlussendlich zwei Stunden zu spät. Das ständig geht wirklich nicht.

Judith S.

 

 

Auch uns in den Elb-Vororten betreffen die ewigen Ausfälle erheblich.  Wenn die S-Bahn zuverlässiger wäre, würden sicher noch mehr Pendler aus Hamburgs Vororten und dem Umland in den ÖPNV umsteigen, aber Verlass ist bei der S-Bahn nur auf Ausfälle. Ja Ausfälle, nicht lächerliche Verspätungen von einigen Minuten. Wir wohnen in Rissen und könnten sehr gut mit S-Bahn fahren, aber neben den ganzen Ausreden/Begründungen gibt es bei uns auch noch nur eingleisigen Verkehr zwischen Blankenese und Wedel und Bahnübergangs-Störungen. (auch sehr beliebt in den letzten Jahren). Außerdem sind wir wegen eingeschränkter Zahlungen durch Schleswig-Holstein oft auf verlängerte Taktzeiten angewiesen (20 Minuten statt 10 bis Blankenese).

Eine Alternative außer PKW oder Fahrrad gibt es praktisch nicht, die Metrobuslinie 1 fährt selten und braucht schon bis Altona eine Stunde. Beruflich sind wir nicht auf die S-Bahn angewiesen, aber in den letzten Jahren haben wir mehrere Volksbühnen-Vorstellungen trotz großzügiger Reserve nur verspätet erreicht, so dass wir schließlich das Abo gekündigt haben. Oft sind ja auch in den Event-Tickets die HVV-Gebühren enthalten, das konnten wir auch nicht immer in Anspruch nehmen, weil keine S-Bahn fuhr.  ("auf unbestimmte Zeit") Dann  mit dem PKW in die Stadt zu fahren, ist auch kein Vergnügen.

Gegen diese Ärgernisse vergisst man ganz, dass die Bauarbeiten bei der S-Bahn ewig dauern. Das Dach am S-Bahnhof Rissen brauchte ein Jahr, der Blankeneser Bahnhof ist seit vielen Jahren eine Baustelle. Und Sauberkeit? Da sind wir richtig neidisch auf die U-Bahnhöfe.

Klaus und Helga K.

 

Habe gestern wieder 2 Stunden von Neugraben bis zum Hbf. benötigt. Es ist so schade!! So bekommen wir die Autofahrer nicht von der Straße. Leider kommen keinerlei Alternativinformationen von der Bahn. Ein Schienenersatzverkehr wurde schnell eingerichtet, aber keiner wusste davon. Der fuhr dann leer von Neugraben aus. Warum? Der Metronom hätte in Neugraben halten können. War aber nicht vorgesehen. Wir fahren gern mit dem HVV. Aber an der Cuxhavener Straße zu stehen und allen einfach besetzten Autos vorbeifahren zu sehen, zeigt, wie weit es mit Umdenken ist.

Meine Kollegen, besonders die Autofahrer, lachen schon regelmäßig bei meinen Verspätungen.

Hartmut K.

 

 

Die Ausnahme sind mittlerweile die Tage, an denen das Pendeln problemlos klappt. Wobei auch hier nochmals darauf hinzuweisen ist, dass südlich der Elbe zunehmend mehr Menschen angesiedelt werden, große Bauprojekte in Arbeit sind und dies bestimmt nicht nur für Bewohner, die nicht in die City müssen.

Die Züge sind schon in Neuwiedenthal oder Heimfeld zum Bersten voll, später wird es für alle eine Qual, die Aggression steigt merklich an, auf der Elbinsel dann kommen viele gar nicht erst mehr in den Zug.

Der Süden Hamburgs wirkt wie politisch und kulturell nicht gewollt, unbeachtet, 2.Wahl. Die Stationen sehen auch dementsprechend schäbig aus, würde es in Eppendorf oder Othmarschen nicht geben.

Also ist jeder Tag ein Improvisieren. Am besten zu lösen durch Radfahren, was mir aber leider aufgrund der Entfernung und schlecht ausgebauten Radwege nur selten möglich ist.

Carolin P.