Als Wilhelmsburger ist man ja in Sachen S-BAHN einiges gewohnt. Aber trotzdem war es gestern Morgen besonders entnervend. Die S-BAHN so voll, dass nur Hardcore-Fahrer in Wilhelmsburg zusteigen wollten. Meine Frau hat sich das nicht angetan, ich wegen anstehender Termine schon. In Veddel konnte dann wirklich niemand mehr zusteigen! Der Zug fuhr im Schneckentempo und musste vor dem Hauptbahnhof noch lange in der Kurve auf ein freies Gleis warten. Das sind Zustände, die man als Reisender aus der dritten Welt kennt..

Aber das wird sich solange nicht ändern, wie der Hamburger Bürgermeister nördlich der Elbe wohnt und solche Zustände nur vom Hörensagen kennt.

Dass die heute schon als Alternativroute notwendige U4-Trasse nach Harburg immer noch als nicht erforderlich betrachtet wird, ist eine Unverschämtheit ersten Ranges und ein Schlag ins Gesicht für alle Menschen, die südlich der Norderelbe wohnen.

Hoffen wir auf eine neue Regierung nach der nächsten Bürgerschaftswahl.

Andreas K.

 

 

Hallo, ich las wie jeden Morgen gerade im Bus ihren Artikel und musste schmunzeln.

Ich wohne in Norderstedt und fahre in die City zur Arbeit. Seit vorgestern haben wir den wunderbaren Schienenersatz-Verkehr zwischen Langenhorn Markt und Ohlsdorf. 3 Monate. Barrierefreiheit. Ich weiß, es ist wirklich wichtig. Ich kann gehen, habe gesunde Beine und bin weitestgehend fit. Es ist schon eine Herausforderung, jeden Morgen zwischen 1,3 und 1,8 Stunden zur Arbeit zu brauchen. Wieder stehe ich in Ohlsdorf und der Zug ist a) verspätet und eine technische Störung ist aktuell auch das Problem. 10 – 20 Minuten. Diesen Zug kann ich eh nicht nehmen, denn der ist gerappelt voll.

Ich habe viel Gelassenheit in mir, da es nichts bringt sich zu erregen jeden Tag. Immer und immer wieder. Da bin ich schon erschöpft, wenn ich zur Arbeit komme. Meine Chefin is gelassen, da sie weiß, dass sich niemand so einen Weg zur Arbeit aussucht. Es ist, wie es ist.

Was mache ich? Ich höre viel Hörbuch. Lese. Scheibe an meinen Geschichten ins chatte mit Freunden, stricke. Es ist viel los bei mir 😆 und das ist gut so. Ich erlebe auch viel mit den Menschen hier jeden Tag.

Britta H.

 

 

Ich plane 1 bis 2 Bahnen Verspätung ein und freue mich dann sehr oft darüber, dass ich pünktlich bin. So habe ich auch noch keinen Termin verpasst.  Warten und Verspätungen dürfen dann auch mal zum Innehalten, Beobachten, Reflektieren und was sonst noch alles genutzt werden. Ich fahre fast täglich von Rissen mit der S-Bahn in die Stadt und bin auch darüber hinaus immer wieder über den Öffentlichen Nahverkehr begeistert, man kommt überall hin.

Jan O.

 

 

Bis vor ein paar Monaten habe ich alle Wege mit dem ÖPNV bestritten. Da bekommt man zwangsläufig eine dicke Haut. Im wahrsten Sinne: darunter brodelte das Genervtsein und alle Übungen für den Ärger durchlässig zu werden, scheiterten in schöner Regelmäßigkeit. Seit letztem August habe ich ein Ebike über Jobrad ( eine berichtenswerte Einrichtung, anderes Thema) und fahre alle Strecken bis ca. 20 km mit dem Fahrrad. Gestern ausgerechnet waren die Strecken von Hochkamp  über Volksdorf nach Niendorf und zurück aber zu lang. Deswegen: Öffis.

Ich habe für den Nachhauseweg statt 50 Minuten fast 2 Stunden bis 22 Uhr gebraucht.

Und ohne die antrainierte dicke Haut musste ich wirklich auf meinen Blutdruck achten.

Ein Tipp für den HVV: auch kurzfristige Störungen, Sperrungen ansagen. Also auch S-Bahnstörungen in der U-Bahn. Das würde dann allerdings zu einer Dauerbeschallung, auch schwer erträglich. Außer es tönt nicht in allen Linien sondern intelligent an Umsteigepunkten. Das müsste mit moderner digitaler Technik doch zu machen sein.   

So und jetzt muss ich aufs Rad.

Ute Z.