Abiturientinnen und Abiturienten in Hamburg bekommen nach der kritisierten schriftlichen Matheprüfung nun bessere Noten. Die Schulbehörde hat den Bewertungsschlüssel geändert. In einem Schreiben an die Hamburger Schulen heißt es, bei der Festlegung von Notenpunkten gilt: 85 Bewertungseinheiten entsprechen jetzt 100 Prozent der zu erbringenden Leistung.

Damit reichen für 15 Punkte in der schriftlichen Prüfung 81 Bewertungseinheiten. Für zehn Punkte müssten die Schüler 59,5 Einheiten absolvieren. So erhielt etwa eine Abiturientin des Emilie-Wüstenfeld-Gymnasiums, die vorher sieben Punkte hatte, in der revidierten Bewertung neun Punkte.

Am Dienstag hatte die Schulbehörde mitgeteilt, aktuelle Zwischenergebnisse hätten bestätigt, dass zwei der vier Mathematik-Abituraufgaben des grundlegenden Niveaus zu schwer gewesen seien. Unmittelbar nach den Prüfungen hatten zahlreiche Schülerinnen und Schüler dagegen protestiert. Tausende unterschrieben eine Onlinepetition.

"Es waren zu viele Aufgaben für zu wenig Zeit", hatte einer der Initiatoren der Petition im Interview mit ZEIT ONLINE gesagt. "Außerdem waren da einige Aufgaben dabei, die weder im Unterricht behandelt wurden, noch in den vorherigen Prüfungen drankamen." Das Lernniveau des Unterrichts und das Level der Prüfung hätten überhaupt nicht zusammengepasst.

In anderen Bundesländern gab es ähnliche Proteste. In Bayern hatte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) nach einer ersten Prüfung bayerischer Abiturientinnen und Abiturienten aber keinen Grund für eine Neubewertung gesehen. Experten und Expertinnen seien zu der Einschätzung gekommen, dass die Prüfungsaufgaben "anspruchsvoll, aber insgesamt angemessen" gewesen seien.