Annika Lasarzik © Melina Mörsdorf

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Klimaschutzdebatte regt offenbar zu Wortschöpfungen an. Ich habe jedenfalls gleich drei neue Wörter gelernt, als ich gestern die vielen Antworten auf meine Frage las, ob Sie "Flugscham" kennen. Nr. 1: "Ich habe Flugwut auf alle, die es noch nicht verstanden haben und drei, vier Mal im Jahr in den Urlaub oder kurz übers Wochenende wegfliegen. Mitunter wird mir fast übel, wenn ich das x-te Flugzeug am Himmel höre!", schrieb ein Leser. Nr. 2: "Kreuzfahrerscham", mit dem eine Leserin ihr Gefühl beschrieb, das sie angesichts der bekanntlich ebenfalls klimaschädlichen Kreuzfahrtschiffe überkommt. Und, Nr. 3, meine liebste: "Zugstolz". Den Mails nach zu urteilen haben die meisten unserer Leserinnen und Leser ihr Reiseverhalten tatsächlich radikal verändert, sie setzen auf Bus, Bahn oder Radtouren und verzichten dafür auf schnellere und billigere Reiseformen. Es gibt aber auch jene, die genug haben von der "Klimahysterie" und die sich allein durch die Frage bevormundet fühlen. Was aber alle Mails gemeinsam hatten: Sie waren differenziert, nachdenklich, abwägend verfasst, aus vielen sprach auch eine Zerrissenheit: zwischen der Lust auf Horizonterweiterung und dem Wunsch, Freunde und Familie in der Ferne zu besuchen – sowie dem Wissen, dass am Ende vor allem das Klima draufzahlt.

Etwas weiter unten finden Sie einige Lesermeinungen zum Nachlesen.  

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!

Ihre Annika Lasarzik

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AKTUELLES

© Axel Heimken/​dpa

HSV-Rechtsform soll sich ändern, und Kühne will endgültig nicht mehr zahlen

Der HSV wird in Zukunft ohne Lotto King Karls "Hamburg, meine Perle" auskommen müssen. Das Lied passe überhaupt nicht mehr zum Verein und zu seiner Haltung, sagte Vorstandsvorsitzender Bernd Hoffmann gestern. Damit setzt sich der Bruch mit den Traditionen im Volksparkstadion fort: Auch der Abbau der legendären Stadionuhr beginnt in diesen Tagen. Der Wegfall der Hymne emotionalisiert die Anhänger, sie zoffen sich in Foren, regen sich auf oder freuen sich. Der laute Streit um die Folklore überdeckt allerdings ein Thema, das für die Zukunft des Vereins viel bedeutender ist und hinter den Kulissen derzeit für mächtig Wirbel sorgt: die Änderung der Rechtsform. Daniel Jovanov hat aufgeschrieben, was es damit auf sich hat und wie sich Mäzen Klaus-Michael Kühne gegenüber der ZEIT:Hamburg dazu äußert. Die Analyse gewährt tiefe Einblicke in die Strukturen des Vereins – lesen können Sie den Text auf ZEIT ONLINE.

Hochbahn gibt die voraussichtlichen U5-Ost-Kosten bekannt

Nachdem Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) bereits am Dienstag die ungefähren Kosten des U5-Ost-Baus genannt hatte, hat der Technik-Vorstand der Hamburger Hochbahn, Jens-Günter Lang, gestern eine genauere Aufschlüsselung nachgeliefert. Für die neue, 5,8 Kilometer lange U-Bahn im Nordosten Hamburgs veranschlagt er mehr als 1,75 Milliarden Euro. Davon entfällt rund eine Milliarde Euro unter anderem auf die Erdbauarbeiten nebst Rohbau (759 Millionen Euro), auf den Ausbau der Haltestellen (28 Millionen) und deren Ausrüstung mit Technik (102 Millionen) sowie auf die volle Automatisierung der U-Bahn (79 Mio). Als Baunebenkosten wurden 269 Millionen Euro kalkuliert. Sicherheitshalber wurde ein Kostenpuffer in Höhe von 124 Millionen Euro angesetzt. "Enorme Kopfschmerzen hat uns die Baupreisentwicklung gemacht", sagte Lang. "Derzeit gibt es die Tendenz zu deutlichen Preissteigerungen." Der östliche Teil der U5 soll von Bramfeld über die Sengelmannstraße (U1) bis in die City Nord führen, gerechnet wird mit 30.000 Fahrgästen täglich. Der U-Bahn-Bau soll voraussichtlich 2021 beginnen und neun Jahre dauern.

Verkehrt im Verkehr

Blicken wir doch einmal auf die häufigsten Ursachen für Verkehrsunfälle laut Unfallstatistik in Hamburg. Da wären: zu schnelles Fahren (Platz 1), Vorfahrt und Rotlicht missachten (Platz 2), fehlerhaftes Wenden sowie Links- und Rechtsabbiegen (Platz 3, 4 und 5). Wundert uns nicht, wenn wir uns die Ergebnisse der Verkehrsgroßkontrollen dieser Woche ansehen. In Wandsbek hat die Polizei am Dienstag 98 Leute erwischt, die verbotenerweise abbogen oder wendeten. Noch am Abend kam es auf der Wandsbeker Marktstraße zu einem schweren Unfall bei einem Abbiegemanöver, verletzt wurde niemand. Am Mittwoch zählten die Beamten dann hamburgweit 210 Rotlichtverstöße (von 194 Kraftfahrzeugen und 16 Radfahrern). Dass in Hamburg oft Tempolimits überschritten werden, wissen wir spätestens seit gestern – die Zahl der in Flensburg registrierten Geschwindigkeitsverstöße stieg um ein Drittel.

In einem Satz

Die norwegische "MS Roald Amundsen", das weltweit erste Kreuzfahrtschiff mit Hybridantrieb, hat gestern im Hafen angelegt +++ Für das Freiwillige Ökologische Jahr, das am 1. August startet, sind noch Plätze frei, bewerben kann man sich hier +++ Ein 14minütiger Stromausfall hat gestern Nachmittag einen Teil der Innenstadt lahmgelegt, betroffen waren 420 Gewerbebetriebe und 123 Haushalte

Was heute und am Wochenende auf der Agenda steht

Auf dem Heidi-Kabel-Platz bietet das Gesundheitsmobil Alimaus am Sonntag ab 14.30 Uhr eine Akutsprechstunde für Menschen ohne Krankenversicherungskarte an +++ Welcome Dinner Hamburg veranstaltet ab 14 Uhr ein Grillfest im August-Lütgens-Park in Altona +++ Ab 17 Uhr findet auf den Magellan-Terrassen die zweite "Lesebühne Hamburger Ziegel" in diesem Sommer statt

WAS SIE INTERESSIEREN KÖNNTE

Alltagsreporter: Der Bahnmitarbeiter vom Service-Center

Ein älteres Ehepaar kommt zu mir an den Schalter. "Wir haben heute Morgen eine Reportage über Nordlichter gesehen. Und nun stehen wir hier und wollen von Ihnen wissen, wie man mit dem Zug von Hamburg nach Kiruna kommt und was das kostet", sagen sie. Wir unterhalten uns länger über das Ziel und den Auslöser der Reise. Als bestes Angebot erweist sich ein InterRail-Ticket. Als die beiden das hören, müssen sie lachen: "Wir sind kurz vor unserer Heirat mit InterRail durch Südeuropa gefahren. Das ist knapp 35 Jahre her." Und jetzt also wieder.

An dieser Stelle finden Sie täglich unsere Alltagsreporter. Hier schreiben Hamburgerinnen und Hamburger, die wir gebeten haben, uns regelmäßig zu berichten, was sie in ihren Jobs erleben. Sie bleiben anonym, damit ihnen beruflich keine Konsequenzen drohen.

"Was die einen Lärm nennen, nennen die anderen Musik"

© picture alliance/​Daniel Bockwoldt/​dpa

Morgen werden auf St. Pauli wieder die Schlaghosen ausgeführt. Von 15 Uhr an kreist der Schlagermove vom Millerntorplatz über Helgoländer Allee, Hafenstraße und Reeperbahn zurück zum Ausgangspunkt. Wir haben Pressesprecher Alex Annink gefragt, ob die Anwohnerinnen und Anwohner trotz eines speziellen WC-Plans (PDF hier downloadbar) wieder Angst vor vollgepinkelten Hauseingängen haben müssen.

Elbvertiefung: Am Samstag fährt der Schlagermove wieder durch St. Pauli. Was werden Sie dieses Jahr unternehmen, um die Anwohnerinnen und Anwohner zu entlasten?

Axel Annink: Das Maßnahmenpaket ist schon seit vielen Jahren sehr umfangreich. Seit einigen Jahren überwachen wir bereits Spielplätze im Bereich der Strecke, und im vergangenen Jahr ist die Bestreifung von Innenhöfen hinzugekommen. Das sind alles freiwillige zusätzliche Leistungen unsererseits.

EV: Dieses Jahr soll es umgerechnet alle sechs Meter ein WC geben, gehen die Beschwerden wegen Wildpinkelns denn mittlerweile zurück?

Annink: Wir stellen weit über 500 WC-Einheiten auf. Jedes Jahr optimieren wir die Stellflächen, nicht nur rund um die Strecke, sondern auch an bekannten Durchgangswegen, etwa vom Hafen zur Reeperbahn. Dazu bekommen wir auch immer viele gute Anwohnerhinweise. Aber trotzdem gibt es auch Fälle, in denen jemand direkt hinter ein Dixi-Klo pinkelt. Es gibt leider menschliches Fehlverhalten, das man nicht steuern kann.

EV: Wie werden Sie die Anwohner vor dem Lärm schützen?

Annink: Was die einen Lärm nennen, nennen die anderen Musik und feiern dazu. Früher waren wir von bezirklicher Seite aufgerufen, die Lautstärke von zertifizierten Unternehmen kontrollieren zu lassen. Diese Auflage fiel irgendwann weg, wir machen das trotzdem. Bis 14 Uhr darf keine Musik gespielt werden, ab da bis zum Start um 15 Uhr nur in Zimmerlautstärke. Das Maximum sind 70 Dezibel, an den meisten Streckenabschnitten liegt die Obergrenze bei 50 Dezibel.

EV: Im Januar haben Sie im City-Ausschuss vier Alternativrouten präsentiert. Wo werden Sie nächstes Jahr feiern?

Annink: Die Behörden haben alle Routen abgelehnt, zum Teil aus Sicherheitsgründen, zum Teil, weil sie um zwei Stunden länger gewesen wären. Wir planen wieder mit der Strecke, die wir immerhin bereits seit 23 Jahren fahren. Das ist eine gelernte Route, was alle Zu- und Ableitungen betrifft, und sie ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar.

EV: Gibt es denn in diesem Jahr etwas Neues?

Annink: Es wird einen Truck speziell für Rollstuhlfahrer geben. Und alle 47 Trucks werden um 15 Uhr mit einem Lied von Costa Cordalis beginnen.

EV: Alle mit demselben Lied?

Annink: Nein, das Lied kann sich jeder Truck selbst aussuchen.

Sigrid Neudecker 

"Mein Schlüssel zum Werk"

© Robert ter Horst, Playtime Tati aus der Serie Playtime von 2018

Welches Objekt spricht Kuratorinnen und Kuratoren in ihrer Ausstellung am meisten an? Welches steht stellvertretend für den Fokus der Schau? Ihren Schlüssel zum Werk beschreibt Josefine Raab, Kuratorin von "gute aussichten – junge deutsche fotografie 2018/ 2019". Die Ausstellung zeigt neun Werke des gleichnamigen Wettbewerbs.

Es ist das sehnsuchtsvolle wie selbstverständliche Privileg der Jugend, alte Mauern einzureißen und Felder neu zu bestellen. Die Suche nach dem "wendenden Punkt, der mit Anfang oft schließt und mit Ende beginnt" (Rainer Maria Rilke) ist das verbindende Element dieser Schau. Besonders deutlich wird die Suche nach dem und das Finden des Neuen in der Arbeit "Playtime" von Robert ter Horst. Er hat kurzerhand den gleichnamigen 126 Minuten langen Film des französischen Regisseurs Jacques Tati mithilfe einer digitalen "Handlungsanweisung", einem Algorithmus, in ein einziges großes Tafelbild verwandelt. Damit hat er ein komplett neues Verfahren zur Erzeugung von Bildern erfunden.

Haus der Photographie, Deichtorstraße 1–2, Eröffnung am 12.7., 19 Uhr, Ausstellung bis zum 3.10.

Anna Heidelberg-Stein

"Haben Sie Flugscham?" – was unsere Leserinnen und Leser dazu sagen

"Mein Mann und ich (68 und 63 J.) machen uns tatsächlich viele Gedanken zu dem Thema. Zuletzt sind wir mit dem Auto gereist. Nächstes Mal fahren wir mit der Bahn in den Urlaub. Wir haben uns überlegt, wo man gut mit der Bahn hinkommt und vor Ort gute Busverbindungen vorfindet. Ich bin aber entsetzt und frustriert, weil ich an meinem Arbeitsplatz und im Bekanntenkreis sehe, dass alle fliegen und Kreuzfahrten machen. Als ob uns das nichts angeht, worauf Fridays for Future hinweist! Dann frage ich mich manchmal, ob es etwas bringt, wenn ich aufs Fliegen verzichte."

"Ich muss sagen, dass ich kein schlechtes Gewissen habe, auch wenn ich in diesem Jahr bereits vier Flugreisen hinter mir habe. Zwei davon nach Mailand, einmal nach Zürich, und gerade war ich mit meiner Familie für eine Woche in New York. Ich habe zwar über Alternativen nachgedacht, aber bei den Preisen komme ich einfach nicht mit der DB z.B. für 150 Euro nach Mailand …"

"Bei meiner Frau und mir (58 und 60 Jahre) hat eine völlige Umstellung unseres Reiseverhaltens stattgefunden. Es begann mit der Aufdeckung des Betrugs des VW-Konzerns. Ich fuhr bis dahin einen Dienstwagen der VW-Gruppe, den ich dann zurückgab. Ich arbeite in der Kundenbetreuung und bin viel unterwegs. Nun reise ich überwiegend mit der Bahn und nur die letzten Kilometer zum Kunden mit einem Mietwagen oder Taxi. Auch unsere Urlaube genießen wir seit zwei Jahren mit Bahn und Fahrrad. Unser letzter Flug ist drei Jahre her, und wir werden auch zukünftig auf das Fliegen möglichst verzichten."

"Die Frage nach der Veränderung des Reiseverhaltens kann ich mit ja beantworten. Wir haben, nachdem wir für unsere Hochzeitsreise mehrere Fernziele ins Auge gefasst hatten, u.a. Kuba, Kapverden, Mauritius, uns am Ende für eine Bahnreise erster Klasse mit Sparticket nach Österreich entschieden. Obwohl der erste ICE komplett ausgefallen ist und beim IC Ersatzzug zunächst der Lokführer fehlte, haben wir die Reise nicht bereut. Inkl. Fahrtkostenerstattung haben wir pro Strecke nicht mehr als 30 Euro bezahlt und der Urlaub war kulinarisch und vom Klima her ein Hochgenuss."

"Was ich mir wünsche: seitens der Politik CO2-Steuer, Kerosinsteuer, mehr alternative Reisemöglichkeiten, Ausbau des ÖPNVs und natürlich Menschen, die an die Folgen ihrer persönlichen Konsumentscheidungen denken. Ingesamt muss sich das Denken in unserer Gesellschaft ändern, auf Kosten anderer zu leben, seien es Menschen in anderen Regionen oder nachfolgende Generationen."

"Diese Klimahysterie scheint mir völlig überzogen. Ich fliege regelmäßig ohne schlechtes Gewissen und auch eine Sondersteuer würde daran nichts ändern. Wir hatten bereits erheblich höhere Brennstoffpreise, am Verbrauch hat das nichts geändert. Es trifft doch nur die Ärmsten unserer Gesellschaft, völlig inakzeptabel."

"Ich habe im Sommer 2017 beschlossen, aus Umweltgründen fünf Jahre lang nicht mehr zu fliegen. Das werde ich, wie es aussieht, auch auf eine längere Zeitspanne ausdehnen. Dazu muss ich allerdings auch sagen, dass ich im Jahr 2016/17 viel auf Reisen war und circa 18 Mal im Flugzeug saß, sowohl auf der Kurz- (Hamburg–London), als auch auf der Langstrecke (Santiago de Chile–Frankfurt). Das ist eigentlich genug CO2 für ein ganzes Leben. Als Verzicht würde ich die Entscheidung aber nicht beschreiben, eher als Chance. Die Chance, langsamer zu reisen, die Chance, zu entdecken, dass es auch in Europa lohnenswerte Ziele gibt, die man ohne Fliegen erreichen kann. Die Urlaube, die ich seitdem gemacht habe, waren fantastisch!"

WAS SIE HEUTE ERLEBEN KÖNNEN

Lesevertiefung

Drei Buchempfehlungen fürs Wochenende ...

RomanDiese warmherzige Geschichte ist eine Liebeserklärung an Frauenfreundschaften und vergangene Dinge wie zum Beispiel, jeden Tag seines Lebens in einer ganz einfachen Badeanstalt schwimmen zu gehen. Tauchen Sie ein ins Freibad und lernen Sie Kate und Rosemary kennen! Libby Page: Im Freibad;aus dem Englischen von Silke Jellinghaus, Ullstein Verlag, 14,99 Euro

Kinderbuch Nicht nur wir Menschen haben unseren eigenen Charakter und unsere Geheimnisse. Auch in der Tierwelt gibt es das, und so erfahren wir vom Verhaltensbiologen Karsten Bensing in diesem tollen Sachbuch, dass Ratten gern gemeinsam lachen. Lesestoff, auch für Sonnentage! Karsten Brensing: Wie Tiere denken und fühlen;Loewe Verlag, 16,95 Euro, ab 9 Jahren

Sachbuch Anhand von Kunstwerken aus drei Jahrhunderten zeichnet die Kunsthistorikerin Karin Sagner in einfühlsamen Beschreibungen nach, was geschah, als Frauen ihre Korsette abstreiften und Schnürschuhe anzogen. Lauter Spaziergänge mit Frauen auf wunderbaren Gemälden. Karin Sagner: Frauen auf eigenen Füßen; Insel Taschenbuch, 14 Euro

… ausgewählt von Britta Maschek; Tolle Geschichten – Bücher in Klein-Borstel; Klein-Borstel

Was geht

Leseschatz: In den hintersten Winkeln der Bücherei kennt sich kaum jemand aus, dabei warten hier literarische Schätze. Bei der "Themen-Tour: Literatur (ver-)führt" lernen Besucherinnen und Besucher, seltene Werke zu entdecken. Wie etwa finde ich ein vergriffenes Buch? Wie lade ich legal und kostenlos E-Books herunter? 

Zentralbibliothek, Treffpunkt Eingangsbereich, Hühnerposten 1, heute, 16–17 Uhr, Eintritt frei

Was bleibt

Schalalalager: "Der Schlager – so viel ist mal klar: Er lebt", jubeln die Macher des Schlagermoves. Neben Trucks wie dem Bergedorfer Schlageranfall trällern im "Talentschuppen" Newcomer, die sich vielleicht schon morgen auf Malle wiederfinden.

Heiligengeistfeld, Warm-up-Party in Zelten, heute, 19 Uhr, Eintritt frei; Parade, Start/Ziel am Heiligengeistfeld, Sa, 15 Uhr, Aufstellen der Trucks ab 13 Uhr

Was kommt

Orientalisches Crossover: Eine "funkig warme Diskothek" ist die "Disco Tehran: das New Yorker Format in Hamburg", die in das Teheran der Siebzigerjahre entführt. Die Reise beginnt im Mittleren Osten, an der Endstation ertönt Techno.

Nachtasyl, Alstertor 1, Sa, 22 Uhr, VVK ab 8,64 Euro

Historisch spazieren: Wussten Sie, dass das Altonaer Rathaus ursprünglich als Bahnhofsgebäude diente? Oder dass der alte Heine-Park erst seit 1984 öffentlich zugänglich ist? Hans-Peter Strenge, Vorsitzender der "Freunde des Jenischparks", nimmt seine Gäste mit in die Vergangenheit bekannter Plätze. Führung: "Vom Altonaer Rathaus über Klopstock-Friedhof, Rainville, Heine-Park zum Donners Park und Rosengarten"

Altonaer Rathaus, Haupteingang am Kaiser-Wilhelm-Denkmal, Sa, 15 Uhr, Spenden erbeten

Hamburger Schnack

Im Regional-Express von Tostedt nach Hamburg. Kurz vor der Einfahrt in den Hamburger Hauptbahnhof exakt um 12 Uhr eine Durchsage: "Wir haben ungefähr 20 Minuten Verspätung wegen des außerplanmäßigen Halts in Scheeßel und blockierten Gleises bei der Einfahrt in Hamburg-Harburg. Wir bitten Sie um Ihr Verständnis. Den ICE xyz nach ABC, fahrplanmäßige Abfahrt um 11.59 Uhr werden Sie noch erreichen, denn der hat 29 Minuten Verspätung." Daraufhin ein Fahrgast zu seinem Sitznachbarn: "Dann passt es doch wieder, wenn alle Verspätung haben."

Gehört von Hans-Joachim Müller

Meine Stadt

»Wieder einer dieser Tage… man meint es gut, und dann …« – Symbolfoto, auch wenn heute nur Freitag, der 12. ist © Manuel Moritz

Die heutige Ausgabe zum vertieften Lesen

Klaus-Michael Kühne will dem HSV kein Geld mehr geben.