Oliver Hollenstein © Maria Feck

Liebe Leserin, lieber Leser,

das Hamburger Wetter bleibt auch in den kommenden Tagen – na, raten Sie mal – wechselhaft. Der Deutsche Wetterdienst meldet: Heute und morgen überwiegend trocken bis 25 Grad, in der Nacht zum Freitag Schauer und am Wochenende eine Mischung aus allem. Richtige Sommergefühle wollen da nicht aufkommen. Umso dankbarer sind wir für die vielen Frühstücksfotos mit blauem Himmel, die Sie uns geschickt haben – unter anderem aus  Lucca und Trentino in Italien, aus Collioure in Südfrankreich, aus Çolaklı in der Türkei, aus Blokhus und Læsø in Dänemark, aus Saaremaa in Estland, von der polnischen Ostseeküste, aus Südschweden, aus Nordschweden, aus Südnorwegen, vom Vierwaldstätter See, aus der Steiermark, von Korfu und von einigen anderen sonnigen Fleckchen dieser Welt. Wir freuen uns – und ganz ehrlich: Wir gönnen Ihnen die Sonne! Unsere Solidarität haben unterdessen all jene, die gerade im Regen Urlaub machen, unter anderem in Schwedt in der Uckermark, in Wustrow an der Ostsee und auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Es wird wieder besser, bestimmt!

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag!

Ihr Oliver Hollenstein

Wollen Sie uns Ihre Meinung sagen, wissen Sie etwas, über das wir berichten sollten? Dann schreiben Sie uns: hamburg@zeit.de.

AKTUELLES

© Frank Rumpenhorst/​dpa

Hamburger trennen mehr Müll

Traditionell stehen die Hamburger nicht gut da, was Abfall angeht. In keinem anderen Bundesland fällt so viel Haus- und Sperrmüll an, in Sachen Mülltrennung war die Stadt bisher auch kein Vorbild. Doch immerhin wird es besser: 208 Kilo Restmüll fielen im vergangenen Jahr pro Kopf an, sechs Kilo weniger als 2017 – und das, obwohl die Stadt wächst, teilte die Stadtreinigung gestern zufrieden mit. Inzwischen gebe es mehr grüne, blaue und gelbe Tonnen als schwarze Restmülltonnen. Unser Abfall in Zahlen: 589.000 grüne, blaue, gelbe und schwarze Mülltonnen haben die 1000 Mitarbeiter der Müllabfuhr 2018 regelmäßig geleert, dazu kamen 625 unterirdische Großbehälter. Eingesammelt haben sie dabei 440.000 Tonnen Restmüll  aus den schwarzen (-1,7 Prozent), 97.000 Tonnen Papiermüll (-1,3 Prozent; Grund: es gibt immer weniger Printprodukte) aus den blauen, 63.000 Tonnen Bioabfall (-8,8 Prozent, Grund: geringeres Pflanzenwachstum wegen der Trockenheit) aus den grünen und 38.723 Tonnen Verpackungsabfall und Plastik (+3,9 Prozent) aus den gelben Tonnen.

Illegale Ferienwohnungen: 16 Online-Plattformen drohen Sanktionen

Hamburger Wohnungen sollen nicht als Ferienunterkunft missbraucht werden, sondern den Bürgern zur Verfügung stehen. Deswegen dürfen Onlineplattformen wie Airbnb seit April nur noch Wohnungen vermitteln, die bei der Stadt registriert wurden und eine Wohnraumschutznummer aufweisen. Doch nicht alle Plattformen halten sich daran. Auf Anfrage der CDU teilte der Senat mit, dass 16 der Unternehmen in Verdacht stehen, gegen das Wohnraumschutzgesetz zu verstoßen; gegen acht sei bereits ein Anhörungsverfahren eingeleitet worden. Um welche Plattformen es sich handelt, teilte der Senat nicht mit. Wer seine Wohnung an Touristen vermieten will, kann sich über ein Serviceportal registrieren; Bisher wurden so 3861Unterkünfte gemeldet. Bei Verstoß droht ein Bußgeld von bis zu 500.000 Euro. 

Myriam Apke

In einem Satz

Die Mitarbeiter der Hamburger Behörden sind heute durchschnittlich fünf Tage länger krank als vor zehn Jahren, berichtet der NDR auf Basis einer Kleinen Anfrage der FDP +++ Die Deutsche Bahn will ihre Instandhaltungswerke ausbauen und so ICE- und IC-Züge pünktlicher machen; dazu will sie auch in das Hamburger Werk Langenfelde investieren +++ In Heimfeld ist ein 19-Jähriger festgenommen worden, der das Portemonnaie eines 22-Jährigen gestohlen und mithilfe der Daten etliche Online-Bestellungen getätigt hatte +++ In Eimsbüttel hat die Polizei mehrere Geschäfte vorsorglich geräumt, nachdem eine 71-Jährige in einem Gemeinschaftskeller einen Behälter mit 500 Gramm hochexplosiver Pikriksäure entdeckt hatte

Was heute auf der Agenda steht

Die Feuerwehr stellt einen neuen Roboter vor, der bei der Entschärfung von Bomben helfen soll

WAS SIE INTERESSIEREN KÖNNTE

Alltagsreporter: Die Stewardess

Mit Fremdsprachen und der korrekten Aussprache ist das bei manchen Passagieren so eine Sache. Vor allem beim Bordverkauf lauern ein paar Fallen, besonders häufig bei französischen Wörtern: Da wird aus dem Parfum Shalimar von Guerlain schon mal ein "Schalali Schalala von Geierlein" oder aus Gaultier ist ein Gaul-Tier. Lustig war auch das "Mörzi Baukoob", das ich nicht verstand und nachfragte. Darauf der Gast: "Ach, Sie sprechen kein Französisch." Ich sagte nur: "Danke."

An dieser Stelle finden Sie täglich unsere Alltagsreporter. Hier schreiben Hamburger, die wir gebeten haben, uns regelmäßig zu berichten, was sie in ihren Jobs erleben. Sie bleiben anonym, damit ihnen beruflich keine Konsequenzen drohen.

Niederländische Firma bietet jetzt Fahrräder zum Mieten

© Hauke-Christian Dittrich/​dpa

Ein Fahrrad mieten statt kaufen, zu einem Preis von 17,50 Euro im Monat – mit diesem Angebot will der niederländische Fahrrad-Abo-Anbieter Swapfiets jetzt auch in Hamburg Kunden gewinnen. In der kommenden Woche eröffnet das Unternehmen einen Laden in der Holstenstraße, schon jetzt kann man die Fahrräder online bestellen, allerdings mit zwei Wochen Wartezeit. Swapfiets vermietet Fahrräder auf Monatsbasis, die Räder werden online bestellt und nach Hause geliefert. Das Unternehmen verspricht, das Rad bei einer Panne innerhalb von zehn Minuten zu reparieren oder auszutauschen und sich auch um Wartung und Pflege zu kümmern. Derzeit expandiert die Firma nach Deutschland, das Angebot gibt es bereits in 21 deutschen Städten.

Denkmalschutz hat Bedenken beim Holsten-Areal

Auf dem Gelände der ehemaligen Holsten-Brauerei soll ein neuer Stadtteil entstehen. Eigentlich sind die Pläne schon fertig, doch jetzt hat der Denkmalschutz noch einmal Bedenken: Eine Halle auf dem Gelände, die Schwankhalle, ist älter als gedacht, ihre Eisenbetonträger sind schützenswert und sollen erhalten bleiben. Das traf die Stadt und den Investor SSN Development unerwartet. Eine neue Planung im Bereich der Halle sei nicht möglich und auch dem Investor nicht zuzumuten, sagte der Fraktionschef der CDU im Bezirk, Sven Hielscher, nun dem "Abendblatt". Der zuständige Stadtplaner und Architekt André Poitiers sieht das anders: "Umplanen ist kein Problem, sondern eine Chance, einen Entwurf zu überdenken. Und ihn auch mal neu zu denken. Das heißt: Es ist auch eine Chance, ihn besser zu machen", sagte er gestern der ZEIT:Hamburg. Er stehe dem positiv gegenüber. "Wenn man die Schwankhalle erhalten will, dann sollte man dies nutzen, um etwas über ihre Geschichte mitzuteilen, ihre Einzigartigkeit oder das Besondere für den Betrachter erkennbar zu machen. Es hat sich gezeigt: Wir haben in Hamburg immer mehr bereut, Gebäude abgerissen zu haben, als dass wir ihren Erhalt bedauert haben." Zuerst muss jedoch ein Gutachter feststellen, in welchem Zustand die Halle ist. 

Friederike Lübke

ZEIT Wissen zeichnet wieder Mut zur Nachhaltigkeit aus

Wenn Sie sich für Nachhaltigkeit engagieren oder jemand kennen, der das auf vorbildliche Weise tut, kommt hier Ihre Chance.  Zum achten Mal wird der ZEIT Wissen-Preis "Mut zur Nachhaltigkeit" verliehen. Damit werden Menschen, Initiativen, Bildungseinrichtungen, Unternehmen und Start-ups ausgezeichnet. Träger der Initiative  "Mut zur Nachhaltigkeit" sind das Magazin ZEIT Wissen und der Metallproduzent Aurubis AG. Der Preis wird in den drei Kategorien "Wissen", "Handeln" und "Durchstarten" verliehen und ist mit jeweils 10.000 Euro dotiert. Schlagen Sie jemanden vor oder bewerben Sie sich selbst. Bewerbungsschluss ist der 31. August 2019. Vorschläge mit Begründung können Sie entweder per E-Mail an mut-zur-nachhaltigkeit@zeit.de senden oder online einreichen.

WAS SIE HEUTE ERLEBEN KÖNNEN

Sommerlektüre: Bücher fürs Freibad

Drei Buchempfehlungen fürs Wochenende ...

RomanAls sein bester Freund Felix während einer Reise nach Kambodscha spurlos verschwindet, ist für den Protagonisten sofort klar: Niemand außer ihm kann Felix finden! Je tiefer der Held dieses tollkühnen Reiseromans in die Wildnis vordringt, desto deutlicher wird, dass diese Reise auch bei ihm selbst Spuren hinterlassen wird. Friedemann Karig: Dschungel; Ullstein Verlag, 22 Euro

Kinderbuch Ist das toll: In diesem einzigartigen Buch liegt das Meer direkt vor unseren Augen. Spiegelglatt und beweglich dank der offenliegenden Fadenbindung, die die Seiten zusammenhält. Und das beste: Kurzerhand sind wir mittendrin, malen Seemännern Tattoos, beladen ein Containerschiff, erforschen ein Schiffswrack. Piotr Karski: Meer!;aus dem Polnischen von Marlena Breuer, Moritz Verlag, 19 Euro, ab 8 Jahren

Sachbuch Mit den Wochenendern aus dem Hamburger Frenz Verlag ist das Hamburger Umland (Ostsee, Nordsee, Lüneburger Heide) seit kurzem bestens kartiert. Mit wunderschönen geschmackvollen Fotografien laden die drei Bücher ein, das Ausflugsgepäck nicht nur für das nächste, sondern gleich die nächsten zehn Wochenenden zu packen! je 18 Euro;

… ausgewählt von Lena Meyer; cohen+dobernigg BUCHHANDEL; Karolinenviertel

Was geht

BWL zwischen Büchern: Kleine und mittlere Unternehmen müssen sich besonders gut aufstellen, um Finanzierung und Bestand zu wuppen. Die Handelskammer bietet ihnen Orientierung: "Unternehmer-Sprechtag" in der Bücherhalle Barmbek. 

Bücherhalle Barmbek, Poppenhusenstraße 12, heute, 13–17 Uhr, Eintritt frei  

Seelenruhig sterben: Wenn jemand endgültig geht, können wir den Verlust oft kaum ertragen. Ist der Mensch überhaupt in der Lage, den Tod zu akzeptieren? Professor Manfred Geier sieht ihn als Kehrseite einer Lebensbejahung, die sich auch gegenüber der stärksten Bedrohung behauptet. Vortrag: "Seelenruhe im Angesicht des Todes". 

Hamburger Hospiz, Helenenstraße 12, 18 Uhr, Spenden erbeten, Anmeldung online    

Hamburger Schnack

Bei Rewe Fuhlsbüttel an der Kasse reicht eine ältere Dame ein schon etwas schlapp anmutendes Bund Grünzeug dem Kassierer: "Ich möchte die Petersilie zurückgeben. Die schmeckt komisch!" "Gute Frau, das ist keine Petersilie, das ist Koriander! " "Aber warum sieht das denn aus wie Petersilie?" "Da müssen Sie schon den großen Alliierten da oben zu befragen."

Gehört von Eva-Juliane Sell

Meine Stadt

Sperrung der U3 (Landungsbrücken) wegen Bauarbeiten © Bernd Klosa