Oliver Hollenstein © Maria Feck

Liebe Leserin, lieber Leser,

heute erreicht die Hitzewelle ihren Höhepunkt, sagen die Meteorologen vom Deutschen Wetterdienst. 36 Grad könnten es werden, möglicherweise wird sogar der bisherige Hamburger Hitzerekord von 37,3 Grad aus dem Jahr 1992 getoppt. Wie kann man das im Büro ertragen? Das haben wir Sie gestern gefragt und jede Menge Tipps erhalten. Unsere redaktionsinterne Jury hat die drei besten Ideen ausgewählt:

1. Eindeutig der kreativste Vorschlag kommt von Désirée Klose aus Winsen: Kaffee-Eiswürfel. "Ich fülle eine Mini-Gugelhupf-Silikon-Backform mit starkem kalten Kaffee und stelle sie (was Festes drunter, sonst bäh) ins Gefrierfach. Für einen schnellen Eiskaffee einfach etwas kalte Milch aufschäumen, 2 Kaffee-Eisgugl und eventuell einen Schluck frischen Kaffee hinein und gut." Ihr besonderer Tipp: Zum Abend hin lasse sich das Rezept auch gut mit einem Schluck Whiskey kombinieren. 

2. Uta Schlott liefert den Vorschlag, mit dem man im Büro auf jeden Fall auffallen dürfte: Mit nassen Haaren arbeiten! Warum? "Die Verdunstung sorgt für einen

kühlen Kopf."

3. Auch weitere Leser raten, den Effekt der Verdunstung zu nutzen: "Feuchte Handtücher über Wäscheständer oder Stuhllehne vor den angestellten Ventilator. Kühlt sofort zusätzlich 2–3 Grad runter", schreibt Marie Louise Schaernack. Und Susanne Jorzick empfiehlt aus dem derzeit kühlen Irland, große Wasserflaschen aus dem Tiefkühler auf den Schreibtisch zu stellen. Dabei gäbe es aber zwei Dinge zu beachten: Wasserflasche nicht vollständig füllen und eine Unterlage zum Auffangen des Kondenswassers nicht vergessen. 

Ansonsten schwören viele Leserinnen und Leser auf eine Wanne mit eiskaltem Wasser für die Füße und ausreichend Eis im Kühlfach. Auch kaltes Wasser über die Unterarme laufen zu lassen helfe. Und natürlich: nicht zu kalte Getränke zu trinken. 

Für alle, die nicht ins Büro müssen, haben wir noch einen Tipp: Heute erscheint die neue ZEIT mit der August-Ausgabe der ZEIT:Hamburg. Darin lesen Sie unter anderem, was die Schauspieler Ulrich Tukur und Martina Gedeck über Hamburg sagen, eine Recherche zum merkwürdigen Umgang der Grünen mit Abweichlern und welche Restaurants unser Gastrokritiker Michael Allmaier für die besten der Stadt hält.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag!

Ihr Oliver Hollenstein 

Wollen Sie uns Ihre Meinung sagen, wissen Sie etwas, über das wir berichten sollten? Dann schreiben Sie uns: hamburg@zeit.de.

Aktuelles

© Daniel Reinhardt/​dpa

Bäderland öffnet Freibäder bis 20 Uhr

Wer geht bei diesem Wetter noch ins Hallenbad? Das hat man sich bei Bäderland auch gedacht. Deshalb wird in den kommenden Tagen voll auf die Freibäder gesetzt. Bis Montag sind sie alle bis 20 Uhr geöffnet – danach wird abhängig vom Wetter entschieden. Um das Personal, das ja derzeit auch mit Streiks für höhere Löhne kämpft, nicht übermäßig zu belasten, werden im Gegenzug die Hallenbäder Elbgaustraße, Süderelbe und St. Pauli nur für den morgendlichen Schwimmclub sowie für die regulären Kurse geöffnet.

Vier Asklepios-Kliniken mussten kurzzeitig Notaufnahmen schließen

Vier Hamburger Asklepios Kliniken mussten Dienstagabend zwischen 20 und 23 Uhr ihre Notaufnahmen schließen. Grund dafür war ein Ausfall einiger zentraler IT-Systeme im Rahmen der monatlichen Wartung, erklärte Asklepios gestern auf Nachfrage. Betroffen waren von dem Ausfall alle sieben Kliniken von Asklepios in Hamburg, allerdings in unterschiedlichem Ausmaß. Die Notaufnahmen mussten in Harburg, St. Georg, Barmbek und Altona schließen. Die Feuerwehr wurde informiert, Rettungsfahrzeuge fuhren in dieser Zeit andere Krankenhäuser an. Dadurch musste beispielsweise die zentrale Notaufnahme des UKE nach eigenen Angaben bis Mitternacht mehr Patienten als sonst behandeln.

                                                                                               Myriam Apke

In einem Satz

Wissenschaftler aus Karlsruhe und München sollen im Auftrag des Sammeltaxidienstes Moia untersuchen, warum die Fahrgäste das Angebot nutzen, welches andere Verkehrsmittel sie dafür stehen lassen und welche Effekte das auf den Stadtverkehr hat – erste Ergebnisse sollen Anfang 2020 vorliegen +++ In der Nähe der Köhlbrandbrücke wurde gestern im Hafen ein 250 Pfund schwerer Blindgänger gefunden +++ Die deutschen Reeder haben im Konflikt um den vom Iran festgesetzten britischen Tanker "Stena Impero" den Internationalen Seegerichtshof in Hamburg als möglichen Weg zu einer Lösung ins Gespräch gebracht +++ In Eimsbüttel hat ein offenbar unter Rauschmitteln stehender E-Bike-Fahrer einen Rennradfahrer übersehen, bei der Kollision wurde der Rennradfahrer schwer verletzt

Was heute auf der Agenda steht

Sommerferien – genießen Sie das Wetter!

Was Sie interessieren könnte

Alltagsreporter: Die Kita-Erzieherin 

Wenn ich zu Hause von meiner Arbeit erzähle, sage ich immer: "Meine Kinder!" Die Kleinen wachsen mir ans Herz. Beim Abschiedsfest Ende Juni kommen mir jedes Mal die Tränen. Ich habe die Kinder kennengelernt, als sie drei Jahre alt waren – und jetzt gehen sie bald in die Schule. Am Anfang haben sie noch so viel Hilfe gebraucht, manche haben noch Windeln getragen oder sich kaum getraut, etwas zu sagen. Jetzt sind sie so selbstständig. Das ist schön. Und es ist auch kein Abschied für immer. Die meisten wechseln auf die Grundschule gegenüber, ich sehe sie regelmäßig auf dem Pausenhof.

An dieser Stelle finden Sie täglich unsere Alltagsreporter. Hier schreiben Hamburgerinnen und Hamburger, die wir gebeten haben, uns regelmäßig zu berichten, was sie in ihren Jobs erleben. Sie bleiben anonym, damit ihnen beruflich keine Konsequenzen drohen.

© Benne Ochs für DIE ZEIT

Spitzenköche plaudern über den Geschmack der Hamburger

Es war nicht leicht, die Fernsehköche Cornelia Poletto, Tim Mälzer und Christian Rach an einen Tisch zu bekommen. Ihr Terminkalender ist teilweise monatelang im Voraus ausgebucht. Doch kaum saßen die drei beim Gipfeltreffen in Polettos Kochschule in Eppendorf, begann ein Schlagabtausch über das Schöne und das Irre an der Gastrobranche, die eigenen Karrieren und die besten Restaurants der Stadt. Und als sie am Ende über den Einzug von Robotern in die Küche sprachen, wurde es fast schon ein bisschen unheimlich. Das Gespräch können Digitalabonnentinnen und -abonnenten hier lesen – und alle anderen finden es in der neuen ZEIT-Ausgabe mit großem Hamburg-Teil, die heute erscheint.

                                                                                               Marc Widmann

© Markus Scholz/​dpa

Ein Nachruf auf die Schöpferin akrobatisch gewagter Satzketten

Am Montag ist die Schriftstellerin Brigitte Kronauer gestorben. Vor zehn Jahren hat ZEIT-Redakteur Ijoma Mangold sie in ihrem Haus in Hamburg besucht und war erst einmal verwirrt: Ein Mann hatte ihn begrüßt, ein anderer bot ihm kurz darauf Tee an. Brigitte Kronauer schien sich über die Verwirrung unseres Kollegen sehr amüsiert zu haben. Die Lösung des – vermeintlichen – Rätsels verrät Mangold in seinem Nachruf auf die "Manieristin, deren Satzketten von akrobatischer Gewagtheit waren", zu lesen in der neuen Ausgabe der ZEIT, am Kiosk oder für Digitalabonnentinnen und -abonnenten gleich hier.

© Daniel Bockwoldt/​dpa

"Mehr Sorgen machen uns die Zuschauer und die Ballkinder"

Bei den European Open am Rothenbaum werden die Tennisstars heute erneut bei Temperaturen um 35 Grad im Schatten spielen. Nach den Zwischenfällen beim Halbmarathon Anfang Juli machen sich viele Sorgen um die Gesundheit der Spitzensportler. Wir haben den Orthopäden Volker Carrero gefragt, ob diese Sorgen berechtigt sind. Er ist seit elf Jahren Turnierarzt des Tennisturniers am Rothenbaum.

Elbvertiefung: Herr Carrero, ist das eine gute Idee, bei 35 Grad Hochleistungssport zu betreiben?

Volker Carrero: Die Frage ist zu temperaturbezogen. Hohe Temperaturen sind gar nicht so schlimm, da haben wir schon ganz andere Hitzeperioden durchgemacht. Viel entscheidender ist die Luftfeuchtigkeit. Wenn die hoch ist, können schon mittlere Temperaturen für den Körper viel anstrengender sein.

EV: Wieso das?

Carrero: Bei hoher Feuchtigkeit können Sie nicht so transpirieren, dann hat der Körper weniger Regulationsmöglichkeit. Die Wärme wird einfach nicht abtransportiert.

EV: Beim Halbmarathon Anfang Juli wurde den Hobbysportlern geraten, eben etwas langsamer zu laufen. Aber bei den Tennisprofis geht es ja um nicht wenig. Spielen die jetzt anders?

Carrero: Der Gegner hat ja das gleiche Problem. Die Spieler gestalten dann die Ballwechsel und das Risiko anders und versuchen vielleicht nicht, jeden Ball zu erreichen. Beim Service reizen sie die 25 Sekunden, die sie sich Zeit lassen dürfen, eben mehr aus. Und sie geben nicht in jeden Ball 100 Prozent ihrer Energie. Aber die Voraussetzung ist ein hohes Trainingslevel, dann wissen die Spieler, wie ihr Körper reagiert und wie sie das Spiel gestalten sollen. 

EV: Kann man sich als Spitzensportler auf diese Verhältnisse vorbereiten?

Carrero: Bei den Australian Open herrschen auf dem Center-Court teilweise 50 Grad. Die Profis sind aber adaptiert, die spielen ja nicht nur bei angenehmen Temperaturen, sondern kennen das seit Jahren. Wir bereiten nasse Handtücher mit Eis vor, die sie sich beim Seitenwechsel in den Nacken legen. Mehr Sorgen machen uns die Zuschauer und die Ballkinder.

EV: Gab es hier schon Zwischenfälle?

Carrero: Früher gab es mehr, die Zuschauer sitzen ja auf der einen Tribüne voll in der Sonne. Aber das Hamburger Publikum ist mittlerweile auch schon professionell vorbereitet, sie setzen einen Hut auf oder gehen zwischendurch in den Schatten. Die Ballkinder nutzen Elektrolytgetränke oder machen zwischendurch auch einmal einen Tag Pause.

                                                                                           Sigrid Neudecker

Was Sie heute erleben können

Eissalons:

Von Knoblauch bis Senf

Auf der Suche nach wirklich ausgefallenen Eissorten – und die Rede ist hier nicht von Ziegenmilch oder Gurke – wird man im nördlichen Winterhude fündig. In einem kleinen roten Büdchen unweit der U-Bahn-Haltestelle Lattenkamp wird Eis mit Knoblauch angeboten. "Das bestellt doch niemand!", rutscht der Testerin ungläubig heraus. Doch, doch!, lautet die Antwort, es werde schon das eine oder andere Mal bestellt, vor allem in Kombination mit Erdbeere. Aus nicht weniger als 70 verschiedenen Zutaten – weitgehend aus regionalem Anbau ohne künstliche Farb- und Aromastoffe – stellt die Eis-Zauberei EiZ ihr Angebot zusammen. Auf der Grundlage von zucker- und fettarmem, bio-zertifiziertem Milch-, Joghurt- oder Reismilcheis entsteht mit ein, zwei oder mehr Zutaten in der "kleinsten EiZ-Manufaktur der Welt" ein individuell gefertigtes Eis, das an Softeis erinnert. Das Ergebnis (ab 2 Euro) schmeckt cremig und in der Kombination Karotte-Erdnuss ebenso überraschend wie Lavendel-Sanddorn. Vielleicht fehlt nur ein wenig Süße und Cremigkeit. Beim Schlecken von Senf-Erdbeere mit Joghurteis indes spürt man dann recht deutlich, dass es Grenzen gibt bei der Wahl der Geschmackskombinationen.

Winterhude, Eis-Zauberei EiZ, Lattenkamp 33, Do–So 12–18 Uhr

Elisabeth Knoblauch

Was geht

Plattenrausch: Im Museum schlummert eine Plattensammlung mit Schätzen aus der ganzen Welt. Sie zu retten, ist das Markk ausgezogen – und stieß dabei auf Tanzpotenzial aus Nigeria, Kamerun, Malta, Mexiko, Indien und Rumänien. Norman Müller vom Goldenen Pudel lässt die Scheiben jetzt klingen: "Get Together im Zwischenraum – Ich markk Vinyl".

Markk, Rothenbaumchaussee 64, heute, 19 Uhr, Eintritt frei

Was bleibt

Mucke am Nobistor: Altona füllt das Sommerloch mit Musik- und Wortakrobaten. Neben Leslie Clio, Blumfeld und Rainald Grebe hat im Biergarten frisch Gezapftes seinen großen Auftritt. Musikalisch startet das Fest mit "Klan", den Pop-Brüdern für die großen Melodien. Möge der "Sommer in Altona" beginnen! 

Grünanlage am Nobistor, 25.7.–28.8., Biergarten ab 18 Uhr, Eintritt frei; Klan, heute, 20 Uhr, VVK 18 Euro

Tipps für Kids 

Mini: Henri Hahn ist Koch aus Leidenschaft. Eines Tages entdeckt er in einem Rezept eine neue Zutat: ein Ei. Wer so ein Ei legen kann, der muss etwas ganz Besonderes sein, denkt Henri – und macht sich auf die Suche. Ferienbilderbuchkino für Kids ab vier Jahren: "Wie Henri Henriette fand". 

Bücherhalle Rahlstedt, Amtsstraße 3a, Fr, 10–10.30 Uhr und 16–16.30 Uhr, Eintritt frei

Medi: Stempel ist nicht gleich Stempel; es gibt solche zum Rollen, andere färben sich wie durch Zauberhand von selbst ein. In der Stempelwerkstatt schneiden Kids zwischen sechs und zwölf Jahren eigene Stempel und gestalten damit Papier und Co.

Museum der Arbeit, Wiesendamm 3, 29.7.–3.8., 14–16.30 Uhr, Eintritt frei

MediMaxi: Was kriecht, läuft, schwimmt und fliegt in Hamburg? Das Museum für Hamburgische Geschichte führt Kids ab elf Jahren auf eine Safari durch das Museum und durch Planten un Blomen. Pferde, Kühe und Hühner waren früher auf den Straßen unterwegs. Aber wie kommen Löwen und Kugelfische in die Stadt? Ferienaktion: "Tierisches Hamburg".

Museum für Hamburgische Geschichte, Holstenwall 24, 1./2.8., je 9–14 Uhr, 20 Euro, Anmeldung unter 040/42 81 310

Hamburger Schnack

Auf dem Fahrradweg in Mundsburg vor der Hamburger Meile. Ein etwa fünfjähriger Junge auf dem Fahrrad, dahinter seine Mutter. Beim Anfahren an der grünen Ampel weist die Mutter darauf hin, dass Sohnemann geradeaus fahren soll.

"Mami?"

"Ja?"

"Auch wenn du häufig meckerst, hab ich dich trotzdem lieb."

Gehört von Michael Kock

Meine Stadt

© Astrid Verheyden

Korrektur

In der Kategorie "In einem Satz" schrieben wir gestern, der 180 Millionen Euro teure Neubau der Universität für die Geowissenschaften und Klimaforschung entstehe in Eppendorf. Das ist falsch. Das sogenannte Haus der Erde entsteht am Campus Bundesstraße im Stadtteil Rotherbaum.

Die heutige Ausgabe zum vertieften Lesen

Die Spitzenköche Cornelia Poletto, Tim Mälzer und Christian Rach sprechen über die Gastronomiebranche, ihre Karrieren und über Roboter. (Abo) 

Ijoma Mangolds Nachruf auf Brigitte Kronauer. (Abo)