Florian Zinnecker © Maria Feck für DIE ZEIT

Liebe Leserin, lieber Leser,

besondere Ereignisse erfordern besondere Maßnahmen, und heute steht uns ein solches Ereignis bevor: Mehrere Zehntausend Hamburgerinnen und Hamburger wollen sich gegen Mittag am Jungfernstieg treffen, um mit der "Fridays for Future"-Bewegung für besseren Klimaschutz zu demonstrieren. Um fünf vor zwölf läuten die Glocken der großen Kirchen, fünf Minuten später macht sich der Demo-Zug dann auf den Weg: durch die Mönckebergstraße auf den Glockengießerwall und in einer großen Runde zurück. Anders als bisher rufen die Organisatoren nicht nur Schülerinnen und Schüler auf, die Schule zu schwänzen, sondern auch Erwachsene, nicht zur Arbeit zu gehen. Wie es aussieht, könnte dies die größte Demonstration werden, die Hamburg in den letzten Jahren gesehen hat – und das ist jedenfalls zu hoffen, auch eine der friedlicheren.

Als Journalisten stehen wir Demonstrationen natürlich grundsätzlich neutral gegenüber. Trotzdem haben wir uns entschlossen, die heutige Ausgabe der "Elbvertiefung" ganz den Klimaprotesten zu widmen. Nicht weil wir Werbung für die Demo machen wollten, auch wenn wir das Ziel, die Welt noch eine ganze Weile vor dem Untergang zu bewahren, durchaus teilen. Sondern weil eine Veranstaltung dieser Größe eine Menge Fragen aufwirft, zumal dann, wenn sie mit einem Streikaufruf verbunden ist. Meine Kollegin Annika Lasarzik hat sich bei den großen Hamburger Unternehmen nach deren Umgang mit streikenden Angestellten erkundigt – auch bei solchen Firmen, deren Geschäftsinteresse mit den Zielen der Demo nicht vereinbar ist, weil sie etwa ein Kohlekraftwerk betreiben, Flugzeuge bauen oder ihr Geld mit Kreuzfahrtschiffen verdienen. Verliert ein Moorburg-Mitarbeiter seinen Job, wenn er für Klimaschutz demonstriert? Die Antwort aus dem Hause Vattenfall war jedenfalls so kunstvoll-diplomatisch gedrechselt, dass wir nicht sicher sind, ob die Verfasser sie selbst verstanden haben. Und dann stellt sich noch die Frage, ob ein Streik überhaupt ein Streik ist, wenn er in der Mittagspause stattfindet – unter anderem darüber haben wir mit einem Streikforscher gesprochen 

Aus naheliegenden Gründen raten die Veranstalter dazu, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Demo zu fahren. Als wir beim HVV nachfragten, ob man plane, aus symbolischen Gründen die Fahrpreise zu erlassen, war die Antwort hanseatisch klar: nein. Bleibt nur zu hoffen, dass nicht zu viele U-Bahn- und Bus-Fahrer in den Ausstand treten.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!

Ihr

Florian Zinnecker

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Aktuelles

© Georg Wendt/​dpa

Aufruf zum Klimastreik: Wie Hamburgs Unternehmen reagieren

Klimastreik statt Arbeiten? Wer dies in Erwägung zieht, sollte mit seinen Vorgesetzten reden, raten Arbeitsrechtler. Wir haben 25 der größten Hamburger Arbeitgeber gefragt: Welche Konsequenzen drohen denjenigen, die unentschuldigt fehlen? 18 Unternehmen reagierten. "Wir begrüßen es, wenn Kolleginnen und Kollegen sich in ihrer Freizeit für Umweltthemen einsetzen", schreibt der Sprecher von Kühne+Nagel. Vattenfall verweist auf die "normalen Regeln zu Abwesenheitszeiten": Mitarbeiter in Gleitzeit müssten sich ausstempeln, Mitarbeiter in Schichtarbeit einen Tauschpartner suchen. Überhaupt verweisen fast alle auf Urlaubstage, Überstunden und Gleitzeit. Der Flughafen verweist überdies auf seine "gesetzlich vorgeschriebene Betriebspflicht", Rewe sieht "eine klare Erwartungshaltung der Kunden, wie gewohnt einkaufen gehen zu können". Was auffällt: Zu den Konsequenzen möchte sich fast niemand direkt äußern, nur die Elbe-Werkstätten antworten so offen wie unverblümt: "Abmahnung".

Andere bemühen sich um Kompromisse. In den Elbkinder-Kitas ist "Klimaschutz" heute das Motto, Erzieher entwickeln mit Kindern Projekte und Ideen – gestreikt werden darf, wenn "die Kinderbetreuung für die Familien aufrechterhalten werden kann, die darauf angewiesen sind". Weiter gehen die Kulturbetriebe. Die Elbphilharmonie ermöglicht die Teilnahme an der Demonstration auch denjenigen, die im Dienstplan eingeplant sind. Beim Schauspielhaus wird die Mittagspause länger, bis zu zwei Stunden darf dort gestreikt werden. Und Kampnagel-Intendantin Amelie Deuflhard rief zum Streik auf: "Das haben wir im Haus explizit so kommuniziert. Ich weiß, dass sich viele schon verabredet haben."

Annika Lasarzik

Auch auf Sylt und Hooge wird demonstriert

Auch vor den Toren Hamburgs sind für heute Klima-Proteste angemeldet – etwa in Buxtehude, Stade, Pinneberg, Buchholz, Bargteheide, Kaltenkirchen, Winsen und Lüneburg, aber auch in größeren Städten wie Kiel, Lübeck, Cuxhaven, Itzehoe und Bad Segeberg. Es gibt sogar einzelne Aktionen auf den Nordseeinseln Helgoland, Pellworm, Föhr und Sylt. Sogar auf Hooge, wo weniger als 100 Menschen leben, soll demonstriert werden. Die meisten Veranstaltungen beginnen mittags, einzelne starten morgens, so wie in Rendsburg um 8 Uhr, in Stade hingegen geht es erst um 16 Uhr los. Alle Orte und Zeiten sind auf einer Karte unter diesem Link verzeichnet

Alisa Swoboda

In einem Satz

Mitglieder der Naturschutzorganisation "Robin Wood" haben gestern den Kühlturm des Kohlekraftwerks Moorburg besetzt und ein Banner mit der Aufschrift "Kohle frisst Zukunft" aufgehängt +++ Die rot-grüne Koalition will in Gebieten mit besonders angespanntem Wohnungsmarkt Eigenbedarfskündigungen weiter einschränken  +++

Der Vorplatz der HafenCity Universität, zwischen Buenos-Aires-Kai und Überseeallee, wird nach Altbürgermeister Henning Voscherau benannt, der in seiner Amtszeit die Weichen für die Entstehung der HafenCity gestellt hatte +++ Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat Anklage gegen 19 junge Demonstranten wegen der Ausschreitungen während des G20-Gipfels in der Straße Rondenbarg erhoben. +++

Auf dem Hochbunker am Hamburger Heiligengeistfeld soll bereits bis Mitte 2021 ein neues Design-Hotel entstehen; die bislang im Bunker ansässigen Tonstudios, Clubs und Unternehmen der Kreativwirtschaft sollen weiter dort bleiben

Was heute und am Wochenende auf der Agenda steht

Heute um 11 Uhr stellt Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt bei einem Rundgang den Stand der Entwicklungen im Quartier Mümmelmannsberg vor +++ Am Samstag findet der Landesparteitag der CDU Hamburg zur Landesliste für die Bürgerschaftswahl statt; ab 16 Uhr ruft die Klimaschutz-Organisation SAMEoceans zum "World Cleanup Day" auf und will den Elbstrand aufräumen +++ Am Sonntag beginnt die 11. Hamburger Klimawoche, Schirmherr ist der Segler Boris Herrmann; um 15 Uhr wird bei einem ökumenischer Festgottesdienst die Kreuzkirche Billstedt an die Syrisch-orthodoxe Gemeinde übergeben, und am Sonntagabend eröffnen die Symphoniker Hamburg in der Laeiszhalle ihre Konzertsaison

Was Sie interessieren könnte

Alltagsreporter: Der Fischmarkt-Verkäufer

Meine Familie arbeitet seit 120 Jahren auf dem Hamburger Fischmarkt. Wir bieten dort vor allem Räucherfisch an, Fischbrötchen und frische Delikatessen. Zurzeit liegen beim Absatz die Nordseekrabben ganz weit vorn. Da kostet ein gut belegtes Brötchen aktuell fünf Euro – 2018 mussten wir sieben dafür nehmen. Zwei Jahre lang haben die Tierchen sich versteckt, das kenne ich schon, ein ganz natürliches Ereignis. Und plötzlich sind so viele Krabben da, dass die Fischer ihre Ladung kaum mehr an Land bringen können. Jetzt sollte man das genießen, bis die See im Herbst und Winter stürmischer wird. Dann fahren die kleinen Krabbenkutter seltener raus und die Preise steigen wieder.

An dieser Stelle finden Sie täglich unsere Alltagsreporter. Hier schreiben Hamburgerinnen und Hamburger, die wir gebeten haben, uns regelmäßig zu berichten, was sie in ihren Jobs erleben. Sie bleiben anonym, damit ihnen beruflich keine Konsequenzen drohen.

Interview: "Die Angst vor dem Regelbruch ist tief verankert"

© Jörg Nowak

Zwei Einwände sind es, die in Zusammenhang mit den Klimaprotesten immer wieder auftauchen. Sind Streiks fürs Klima überhaupt erlaubt?, fragen die einen. Und die anderen sagen: Ein Streik, der in der Mittagspause stattfindet, ist gar keiner – oder? Der Politikwissenschaftler Jörg Nowak hat zur Arbeiter- und Streikbewegung des 21. Jahrhunderts geforscht und arbeitet derzeit am University College of Dublin in einem Forschungsprojekt zur Arbeitspolitik der Europäischen Union. Er hat zur Legitimität von politischen Streiks ein paar überraschende Einsichten parat.

Elbvertiefung: In Hamburg wird im Zusammenhang mit dem Klimastreik insbesondere eine Frage diskutiert: "Darf man das überhaupt, einfach so streiken?" Überrascht Sie das?

Jörg Nowak: Nein, gar nicht, die Frage ist sogar ganz bezeichnend für die deutsche Streikkultur. Die Unwissenheit über die Gesetzeslage ist groß. Arbeitnehmer in anderen Ländern sind zwar auch nicht unbedingt besser informiert – ich selbst lebe gerade in England, auch hier werden diese Fragen gestellt, sobald zu einem Streik aufgerufen wird. Aber dort geht man dann eben einfach auf die Straße und legt die Arbeit nieder. In Deutschland hingegen ist die Angst vorm Regelbruch tief verankert. Außerdem ist die gesellschaftliche Akzeptanz für Streiks in Deutschland traditionell geringer.

EV: Glauben Sie, dass sich am Freitag viele Arbeitnehmer über das Verbot hinwegsetzen und streiken? Bundesweit wurden 450 Demonstrationen angemeldet, allein in Hamburg rechnet die Polizei mit 30.000 Teilnehmern.

Nowak: Ja, ich kann mir gut vorstellen, dass diesmal außergewöhnlich viele Menschen dem Aufruf zum Streik folgen. Ob es, wie von "Fridays for Future" angekündigt, zu einem "Wendepunkt in der Geschichte" kommt, muss sich zeigen. Aber in der deutschen Streikgeschichte kam es bislang selten vor, dass ein Thema eine so breite Resonanz erreicht. Das unterscheidet die Klimaproteste von anderen Bewegungen, wie zum Beispiel "Occupy Wall Street" nach der Finanzkrise.

EV: Inwiefern?

Nowak: Da wurde auch weltweit demonstriert, es wurden starke Bilder produziert – aber hinter dem Protest standen einzelne soziale Bewegungen, die größtenteils zersplittert waren. Und schon nach kurzer Zeit zerfaserte die Bewegung.

EV: So könnte es auch dieses Mal kommen.

Nowak: Das ist unwahrscheinlich, im Klimathema liegt das große Potenzial, ganz neue gesellschaftliche Bündnisse entstehen zu lassen. Weil es gerade darum geht, das große Ganze zu betrachten: Welchen Stellenwert sollte das Auto für uns haben? Wie werden Städte gebaut? Wie ließe sich der Nahverkehr ausbauen, ist er zu teuer? Über all diese Fragen wird seit den Siebzigerjahren immer mal wieder diskutiert, aber eher von einzelnen Bewegungen, Initiativen oder Parteien. Verkehr, Städtebau, Energieversorgung: All diese Themen werden in der Klimafrage zusammengeführt. Dazu kommt die Dringlichkeit, die Angst vor den Folgen des Klimawandels, die alle eint. Ich muss immer an ein Zitat von Herbert Marcuse denken: "Vielleicht kann nur die Katastrophe das Monopol der Herrschenden brechen."

Über die zweifelhafte Geschichte des Verbots politischer Streiks und die zwiespältige Rolle der Gewerkschaften beim Klimastreik spricht Jörg Nowak in der ausführlichen Variante des Interviews auf ZEIT Online (kostenfrei für Digitalabonennten) 

Die Fragen stellte Annika Lasarzik

Was Sie heute und am Wochenende erleben können

Lesevertiefung

Drei Buchempfehlungen fürs Wochenende ...

RomanIn der "Odyssee", der Mutter aller Geschichten, hat Homer schon von allem erzählt: Helden, Schurken, Ungeheuer, Familiendramen, Schicksalsschlägen, Liebschaften, Gelüsten, Gemetzel, Rache, Abenteuer. "Circe" ist eine unwiderstehliche Frau: Tochter des Helios, Liebhaberin von Hermes und Odysseus, Hexe, Heilerin und leidenschaftliche Kämpferin gegen den Mutwillen der Götter. Großartig! Madeline Miller: Ich bin Circe.;Aus dem Amerikanischen von Frauke Brodd; Eisele Verlag, 24 Euro

Reisebericht 1000 Kilometer wilde, entbehrungsreiche und kräftezehrende Natur entlang des South West Coast Path in Südengland liegen hinter Raynor und Moth Winn. Aus dem Verlust der materiellen Dinge, die die beiden jahrelang verortet und verankert haben, entsteht Hoffnung und Freiheit. Ein Buch für alle Wanderfreunde und diejenigen, die eine neue Form des Reisens suchen. Raynor Winn: Der Salzpfad.; Aus dem Englischen, Dumont Verlag 14,99 Euro

Kinderbuch Fast schon ein Klassiker und die perfekte Ergänzung zum gerade erschienenen "Hamburg mit Hund" von Holger Wetzel. Die Geschichte von dem verwöhnten Stadtjungen Henry und Fleck, dem Leihhund, ist gleichermaßen liebevoll wie bissig. Eva Ibbotson: Fünf Hunde im Gepäck.; Aus dem Englischen, dtv 8,95 Euro, für 8–11 Jahre

… ausgewählt von Annerose Beurich; Stories! Die Buchhandlung; Eppendorf

Im Scheinwerferlicht: Maja Schöne

© Matthias Horn

Hamburgs Bühnen sind bekannt für Musicals und Sprechtheater, Travestie und Opern. Unsere Serie "Im Scheinwerferlicht" stellt ihre Darsteller in den Mittelpunkt: Wie bereiten sie sich auf ihre Rolle vor, was geschieht kurz vor dem Auftritt hinter den Kulissen? Maja Schöne spielt in "Liliom" das schwangere Dienstmädchen Julie. Mit seinem arbeitslosen Liebsten brennt es durch, wird jedoch bald zum Opfer seiner Gewaltausbrüche.

"Julie ist ein Opfer – aber eines, das sich wehrt. Sie kämpft im Lauf des Stücks gegen die Opferrolle an. Deshalb nehme ich sie als stark, schnell und gewitzt wahr; diese Diskrepanz zu spielen ist schauspielerisch sehr interessant. Im Originalstück steht allerdings ein Satz, der mir beim ersten Lesen große Probleme bereitet hat. Julie sagt da: "Es ist möglich, dass einen jemand schlägt, und es tut gar nicht weh." Das wollte ich so nicht unreflektiert stehen lassen. Unsere Autorin Kata Weber hat die Szene dann zum Glück umgeschrieben. Am Schluss des Stücks wird ganz deutlich, wie stark Julie ist. Wie sie sich, im Gegensatz zu Liliom, weiterentwickelt hat.

Das Thema "Missbrauch in Beziehungen" begegnet mir aber nicht nur auf der Bühne, ich lese auch in Zeitungen immer mal wieder darüber. Da ist oft von "Familientragödien" die Rede. Nee, jede Form körperlicher Gewalt ist ein Verbrechen, fertig! Sprachlich wurde diese Darstellung gerade in den Medien viel zu lange nicht hinterfragt; nur langsam gelingt im Rahmen von #MeToo ein Umdenken.

Als Schauspielerin habe ich manchmal Ängste oder Zweifel, wenn ich vor tausend Leuten auf die Bühne gehe. Kurz vor der Aufführung versuche ich deshalb, gleichzeitig ruhig und hochgespannt zu sein. Ich atme tief in den Bauch, spüre, wo meine Kraft sitzt, mache meditativ den Kopf frei. Wenn diese Balance gelingt, kann es ein erfüllender Abend für die Zuschauer werden – und natürlich auch für mich."

Thalia Theater, Alstertor, Premiere am Samstag, Karten ab 16 Euro

Protokoll: Anna Heidelberg-Stein

Was geht

Kanak-Rap: Die deutschtürkische Musikerin Ebru Düzgün kämpft gegen Alltagsrassismen, heute beim Reeperbahnfestival. Mit ihrem Debüt "Kanak For Life" setzte sie ein Zeichen, ohne sich in bloßer Provokation zu erschöpfen. Als Ebow macht Düzgün Kritikern zufolge "klugen, bissigen, fett produzierten Hip-Hop, von dem sich ihr Männer-dominiertes Metier zwei, drei Scheiben abschneiden kann".

Spielbude, Spielbudenplatz, heute, 21.25 Uhr, Festival-Tagesticket ab 49 Euro

Was bleibt

Meer im Bild: Im Ozean ist der Mensch nur zu Gast. Seepferdchen, Buckelwale und Haie ziehen vorüber, passieren Schiffwracks, Korallen und Eisberge. Unterwasserfotograf Tobias Friedrich hat ihre Welt in Bildern festgehalten, erzählt auf 57 großformatigen Fotografien von Ruhe, Eleganz, Vergänglichkeit. Open-Art-Ausstellung: "Below Surface – Leben im Ozean".

HafenCity, Überseeboulevard, Ausstellung bis zum 29.3.20, Eintritt frei

Was kommt

Runde Tage: Wo der Herbst sich entfaltet, darf es an Äpfeln nicht fehlen. Bei den "Norddeutschen Apfeltagen" identifizieren Pomologen Apfel- und Birnensorten, lehren Experten die richtige Obstbaumpflege und pressen frischen Saft in der Mosterei. Zugleich feiert der Botanische Garten den "Sommerausklang mit Herbstbörse"

Loki-Schmidt-Garten, Ohnhorststraße, Sa/So, 9–18 Uhr, Eintritt frei

Gutshof-Tage: Auf dem Gut fallen erste bunte Blätter, spielt ein Mann vier Instrumente zugleich, fliegen Strohballen. Beim Herbstmarkt geht es nachhaltig zu: Besucher handeln um langlebige Produkte und informieren sich über das Stromsparen, während Kinder Kürbisse schnitzen, Holzpuppen zuschauen und das Lakritzmobil belagern können.

Gut Karlshöhe, Karlshöhe 60d, Sa/So, je 10–18 Uhr, 4 Euro

Hamburger Schnack

Gestern Abend hörte ich im 5er-Bus einer Unterhaltung zweier Jungs über ihre Fremdsprachenwahl zu. Sie unterhielten sich darüber, was ›Ich heiße …‹ übersetzt heißt. Der eine sagte: "Je m’apelle". Der andere lauschte dem eine Weile nach und meinte dann: "Ich weiß echt nicht, warum ich Latein gewählt habe. Das spricht doch keiner mehr, das ist doch eine tote Sprache. Ich sollte zukünftig wirklich mehr nachdenken, bevor ich Entscheidungen treffe."

Gehört von Christine Stecker

Meine Stadt

Cruise Days: Nicht nur an Land regt sich Widerstand. © Andreas Ulbricht

Die heutige Ausgabe zum vertieften Lesen

Ca. 30.000 Teilnehmer werden bei der Hamburger Klimastreikdemonstration erwartet. Firmen und Arbeitnehmer hadern. Streikforscher Jörg Nowak wundert das nicht – ein Interview (Abo)