Florian Zinnecker © Maria Feck für DIE ZEIT

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn jetzt gleich um 8.05 Uhr die Sonne aufgeht, macht sich ein Großaufgebot der Hamburger Polizei wieder daran, eine Gruppe radikaler Klimaschützer aus den Wipfeln des Vollhöfner Waldes zu räumen. Gestern Abend musste der Einsatz unterbrochen werden, Polizisten dürfen bei Dunkelheit nicht klettern.

Der Vollhöfner Wald liegt in Altenwerder – wenn Sie sich am Elbstrand auf den Alten Schweden stellen und haargenau nach Süden blicken, könnten Sie ihn theoretisch sehen, wäre nicht der Hafen im Weg. Dem Hafen wiederum ist der Wald im Weg, die Fläche, rund 45 Hektar, ist ausgewiesenes Hafenerweiterungsgebiet und gehört der Hamburg Port Authority (HPA). Mittelfristig sollen hier 30.000 Bäume fallen, damit der Hafen weiter wachsen kann. Hamburgs Naturschützer fordern, den Wald als Schutzgebiet auszuweisen, Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne), der in der misslichen Lage ist, beiden Seiten gerecht werden zu müssen, erklärt diplomatisch: Niemand habe die Absicht, hier einen Baum zu fällen, jedenfalls jetzt noch nicht.

Ein Trupp Naturschützer hatte den Wald unterdessen aber schon für besetzt erklärt.

Dann begann eine Auseinandersetzung, in der es auch um Umweltschutz und Rechtsstaatlichkeit, vor allem aber ums Prinzip geht: In einem Wald, der im Moment gar nicht durch Anketten vor dem unmittelbaren Angriff der Harvester gerettet werden kann, errichteten die Besetzer (anfänglich waren es sieben, später einige mehr) ein Baumhaus. Die Polizei setzte ein Ultimatum, dann rückte ein Großaufgebot an und begann den Wald, in dem die Besetzung eigentlich nicht weiter störte, zu räumen, das Baumhaus abzureißen und den Besetzern in die Wipfel nachzuklettern. Heute geht es damit weiter.

Wer im Recht ist, lässt sich leicht feststellen: Es ist die Polizei. Es handle sich bei der Besetzung um eine nicht angemeldete Veranstaltung auf nichtöffentlichem Grund, teilte ein Sprecher auf Nachfrage mit. Die Besetzer hätten sich beanstandungslos einige Meter weiter auf öffentlichem Grund versammeln können, so aber müsse die Hafenverwaltung die Versammlung nicht dulden. Und das stimmt natürlich. Gesetze sind dazu da, um eingehalten zu werden, keine Frage.

Wenn sich die Hamburger Politik demnächst aber wieder der Fortschrittlichkeit ihrer Umwelt- und Klimaziele rühmt, dann wird es auch vollkommen legal sein, sich zu erinnern: was für einen enormen Aufwand der Staat gerade betreibt, ein paar Naturschützer aus einem Wald im hinteren Hafen zu befördern, letztlich nur, damit er in ein paar Jahren umstandslos beseitigt werden kann.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!

Ihr Florian Zinnecker

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Aktuelles

Erster vorsichtiger Schlagabtausch der Spitzenkandidaten

Beim Unternehmertag der Unternehmensverbände Nord haben Katharina Fegebank (Grüne), Anna von Treuenfels-Frowein (FDP) und Marcus Weinberg (CDU) sowie die SPD-Vorsitzende Melanie Leonhard erstmals über Fragen der Wirtschaftsentwicklung, der Mobilität und der Wohnungsbaupolitik debattiert. Vertreter von AfD und Linken waren nicht eingeladen. Fegebank setzte gleich zu Beginn die Tonart der Debatte, als sie "Mut zur Veränderung" anmahnte und die Chancen Norddeutschlands und Hamburgs durch die Transformation der Wirtschaft im Zuge des Klimawandels ansprach. Darin stimmten ihr die anderen Teilnehmer mit unterschiedlichen Nuancierungen grundsätzlich zu. Die jüngst veröffentlichte Studie der OECD habe belegt, dass die Metropolregion hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibe. Hamburg müsse sich besser mit seinem Umland vernetzen, Innovation vorantreiben und verlässliche Mobilität gewährleisten. In der Wohnungsbaupolitik lehnten sowohl Fegebank als auch Leonhard den Mietendeckel ab, den ihre Parteien in Berlin mitbeschlossen haben. Vielmehr solle weiter an dem Kurs festgehalten werden, durch intensive Bautätigkeit die Lage auf dem Wohnungsmarkt zu entspannen. Dazu solle das "Bündnis für das Wohnen" mit der Immobilienwirtschaft und den Mieterverbänden fortgeschrieben werden. Von Treuenfels-Frowein und Weinberg mahnten eine Digitalisierung der Bauämter und schnellere Genehmigungsverfahren an. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Weinberg räumte ein, dass der Koalition in Berlin der gemeinsame Geist abhandengekommen sei. "So macht Regieren keinen Spaß mehr", sagte er. In Hamburg wolle die CDU jedoch gern wieder Verantwortung übernehmen. In Umfragen haben SPD und Grüne bislang eine stabile Mehrheit in Hamburg, wobei noch offen ist, welche der beiden Parteien am Ende mehr Stimmen erhält.

In einem Satz

Auf dem Gelände der Justizvollzugsanstalt Billwerder soll bis 2027 ein neues Jugendgefängnis gebaut werden +++ Dank einer Gesetzesänderung kann man sich in Hamburg bald mit seinem Haustier bestatten lassen, eine Urne mit der Asche des Tieres darf in die eigenen Grabstätte +++ Die Hamburger Polizei hat einen Streifenwagen mit Brennstoffzellenantrieb in ihren Fuhrpark aufgenommen

© Bodo Marks/​dpa

Universitätsgebäude nach Bombendrohung evakuiert

Die Kontroverse um den AfD-Mitbegründer Bernd Lucke, der zum Semesterbeginn seine Professur an der Universität wieder aufnahm, eskaliert weiter: Nachdem auch die zweite Vorlesung Luckes am Mittwoch massiv durch Proteste gestört worden war, ist an der Universität gestern eine Bombendrohung eingegangen. Die Hochschule schaltete daraufhin den Feueralarm ein und ließ die zwei bedrohten Gebäude räumen – ein Verwaltungsgebäude im Mittelweg sowie das Hauptgebäude an der Edmund-Siemers-Allee. Das LKA 7 übernahm die Ermittlungen und stellte fest, dass nicht von einer "Ernsthaftigkeit der Drohung" auszugehen war, wie ein Polizeisprecher sagte. Nach rund 40 Minuten konnten alle Mitarbeiter und Studenten in die Gebäude zurückkehren – Universitätspräsident Dieter Lenzen und Kanzler Martin Hecht informierten die Mitarbeiter per Megafon persönlich darüber. An wen die Drohung gerichtet war und warum gedroht wurde, wollte die Polizei "aus ermittlungstechnischen Gründen" nicht mitteilen. Unterdessen haben die Bürgerschaftsfraktionen von CDU und AfD eine Sondersitzung des Wissenschaftsausschusses beantragt, um das Krisenmanagement von Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) zu beleuchten. Es sei die Gesamtverantwortung des Senats, die Freiheit von Lehre, Forschung und Rede an den Hamburger Hochschulen zu sichern, notfalls auch mit polizeilichen Mitteln. Andernfalls stehe Hamburgs Ruf als Wissenschaftsmetropole auf dem Spiel. Zur Sondersitzung geladen werden soll neben Fegebank auch Uni-Präsident Lenzen. (Unseren Beitrag über die Tumulte bei Luckes Wiederantrittsvorlesung können Sie hier noch einmal lesen).

                                                                                        Friederike Lübke

Was heute und am Wochenende auf der Agenda steht

Die A 7 ist von heute bis Montag, 5 Uhr, zwischen den Anschlussstellen HH-Schnelsen-Nord und dem Autobahndreieck HH-Nordwest gesperrt +++ Umweltsenator Jens Kerstan eröffnet heute in Wilhelmsburg den "Climathon", einen internationalen Klimaschutz-Hackathon +++ Der Prozess gegen den ehemaligen KZ-Wachmann Bruno D. wird heute fortgesetzt +++ Die FDP lädt heute zum Landesparteitag ins Wilhelmsburger Bürgerhaus +++ Im Bürgerzentrum Feuervogel findet am Samstag die erste Harburger Inklusionskonferenz statt +++ Der HSV spielt am Samstag im Volksparkstadion gegen den VfB Stuttgart, der FC St. Pauli trifft am Sonntag im Auswärtsspiel auf den 1. FC Heidenheim

Was Sie interessieren könnte

Alltagsreporter: Die Stadtführerin

Wir machen auch öffentliche Rundgänge für Einzelpersonen, für die man sich nicht anmelden muss. Recht häufig kommen auch Hamburger Gäste, einfach so, aus Interesse. Da sind dann natürlich auch immer Leute dabei, die wesentlich besser Bescheid wissen als der Stadtführer – oder zumindest der Meinung sind, nach dem Motto: Ich war ja noch dabei, als das Rathaus gebaut wurde.

An dieser Stelle finden Sie täglich unsere Alltagsreporter. Hier schreiben Hamburgerinnen und Hamburger, die wir gebeten haben, uns regelmäßig zu berichten, was sie in ihren Jobs erleben. Sie bleiben anonym, damit ihnen beruflich keine Konsequenzen drohen.

© picture-alliance

Im Scheinwerferlicht: Clemens Wolff, Theater an der Marschnerstraße

Hamburgs Bühnen sind bekannt für Musicals und Sprechtheater, Travestie und Opern. Unsere Serie "Im Scheinwerferlicht" stellt ihre Darstellerinnen und Darsteller in den Mittelpunkt: Wie bereiten sie sich auf ihre Rolle vor, wie fühlen sie sich in neue Charaktere ein? Clemens Wolff spielt im Amateurtheaterstück "Das Fest" Christian, dessen Schwester Linda sich vor Kurzem das Leben genommen hat.

"Linda und Christian sind Zwillinge. Beide wurden als Kinder über Jahre hinweg vom Vater  sexuell missbraucht. Die Mutter guckte weg. Sich in dieses Martyrium hineinzuversetzen ist hart. Wir haben ein halbes Jahr lang geprobt, zweimal die Woche drei Stunden – und hatten immer dieses Thema im Kopf. Was geht in Menschen vor, die genau dort missbraucht werden, wo sie sich am sichersten und geborgensten fühlen? Ich glaube, entweder sie zerbrechen, so wie Linda. Oder sie lassen die Angst überhaupt nicht an sich heran. Das hat Christian getan, bis er erwachsen ist, bis zum großen Fest: Am 60. Geburtstag will der Vater sich im Kreis seiner Familie und Geschäftsfreunde feiern. Womit er nicht rechnet, ist Christians Rede, in der er das Schweigen bricht. Er hofft, dass ihm die anderen Gäste zur Seite springen, endlich das wahre Gesicht des mächtigen Vaters erkennen. Das Erschreckende ist: Die Zuhörer wollen überhaupt nichts vom Missbrauch wissen. Sie denken über den Täter nicht: "So ein Schwein!", sondern feiern weiter. Was nicht sein darf, ist nie passiert. Das ist für mich in der Rolle des Christian sehr bedrückend. Ich fühle mich während des ganzen Stücks auf der Bühne wie ein Attentäter. Nur ich weiß, dass ich eine Bombe inmitten der Idylle zur Explosion bringen werde. Und manchmal frage ich mich, ob die Zuhörer heute in Zeiten von #MeToo anders reagiert und die Vorwürfe sofort ernst genommen hätten. Aber wer weiß."

Theater an der Marschnerstraße, Marschnerstraße 46, Premiere am 25.10., Fr/Sa je 19.30 Uhr, So 18 Uhr, ab 6 Euro

                                                  Aufgezeichnet von Anna Heidelberg-Stein

© privat

Märchenwelten: Erst kommt das Gähnen, dann die Moral

Unweit des Miniaturwunderlands und des Dungeons hat in der Hafencity eine weitere Attraktion eröffnet: die "Märchenwelten" am Baakenhafen. Dort wandeln Besucher auf 3000 Quadratmetern durch Panoramalandschaften, in denen sie sich wie eine Figur aus Grimms Märchen fühlen sollen. Das Ganze ist wie eine Art dreidimensionales, interaktives Märchenbuch aufgemacht. Unser Autor Moritz Herrmann war dort – und wurde nicht verzaubert, sondern verärgert. "Es war einmal ein Mann, der ging in eine neue Ausstellung in der Hafencity, und wenn er darin nicht gestorben ist, was fast passiert wäre, vor Langeweile und Befremden, lebt er wohl noch heute, vielleicht gar glücklich" – das ist der erste Satz seines Textes. Wie er zu seinem Eindruck kommt und warum die neue Touristenattraktion aus seiner Sicht Grimms Märchen nicht gerecht wird, lesen Sie mit Digitalabo kostenfrei hier.

© Carsten Hinz

"Etiketten wie ›feministisch‹ gefallen mir gar nicht so sehr"

Am Wochenende lädt der Club Uebel & Gefährlich zur zweiten Ausgabe des "Further Festivals" ein, wo mit Künstlerinnen wie Novaa, Gianni Mae, Pale Honey oder Emily-Mae Lewis ausschließlich Frauen auf der Bühne stehen. Ein Frauenfestival? Braucht's das noch in Zeiten, wo sogar das Reeperbahn-Festival sich an eine 50/50 Quote annähert? Ja, finden die Macherinnen des "Further Festivals", noch immer seien auf Bühnen, Podien, Bestenlisten und hintern DJ-Pult Männer die dominierende Kraft. "Während auf anderen Festivals und Partys die Macker die Räume beherrschen, gehören sie hier allen", schreiben sie. Höhepunkt am Freitagabend ist der Auftritt von Ms. Nina aus Madrid, die mit ihrer Reggaeton-Show die feministische Alternative zu Latin-Stars wie Luis Fonsi oder Daddy Yankee darstellt. Wie findet sie den Ansatz der Veranstalterinnen?

Elbvertiefung: Sie machen Reggaeton, aber eine feministische Variante davon – wie kommt man dazu?

Ms. Nina: Ich bin keine reine Reggaeton-Künstlerin, ich bin mit Latin-Music und Salsa aufgewachsen, ich mache manchmal Reggaeton, manchmal Cumbia, manchmal Trap. Klar, meine Musik soll die Frauen empowern.

Elbvertiefung: "Mach dich nie von jemandem abhängig, verdien immer dein eigenes Geld" singen Sie in einem Ihrer Tracks.

Ms. Nina: Ja, so bin ich erzogen worden, das hat mir meine Mutter beigebracht – und dafür bin ich dankbar. Aber im Grund gefallen mir Etiketten wie "feministisch" gar nicht so sehr. Eigentlich geht meine Botschaft an alle raus. Wenn eine Frau, so wie ich es mache, offen über Sexualität singt, gilt sie gerne als Bitch – ich versuche hier ein bisschen Ebenbürtigkeit herzustellen. Wenn wir rausgehen und Party machen, sollten wir Frauen uns genauso sexy benehmen können wie die Männer.

Elbvertiefung: Heute treten Sie beim Further-Festival auf, wo Männer nur im Publikum stehen – das Bühnenprogramm ist rein weiblich. Ist das außergewöhnlich für Sie?

Ms. Nina: Ich habe auch schon auf sehr männerdominierten Festivals gespielt, aber ich trete eigentlich immer mit Frauen auf, DJs, Sängerinnen, Tänzerinnen. Es gibt heute auch viel mehr Frauen, die Musik machen, als vor fünf Jahren, als ich angefangen habe. Ich weiß nicht, woran es liegt, aber es ist wirklich super. Ich freu mich auch, mit all den Chicas in Hamburg auf der Bühne zu stehen. 

                                                               Die Fragen stellte Christoph Twickel

Was Sie heute erleben können

Lesevertiefung

Drei Buchempfehlungen fürs Wochenende …

 

Kinderbuch Begel ist ein tüchtiger Egel, der als Physiotherapeut in einer Tierarztpraxis arbeitet und ein wunderbar gleichförmiges Leben führt. Doch plötzlich muss er sein schönes, gepflegtes Glas mit dem schmächtigen Ögel teilen. Und dann kommt es bei seinem Einsatz auf einem riesigen Hundepatienten zum Eklat ... Mit leuchtenden Illustrationen.

Nele Brönner: Begel, der Egel, Luftschacht Verlag, 22 Euro

 

Fotografie Immer wieder stieß Jochen Raiß, ein leidenschaftlicher Sammler historischer Amateurfotografien, bei seinen Flohmarktstreifzügen auf Bilder von Eisbären, die gemeinsam mit Menschen in Strandkörben, in der Kneipe oder auf dem Jahrmarkt posieren. Jochen Raiß (Hg.): Eisbären, Hatje Cantz, 16 Euro

 

Kunst/Architektur/Design »Hamburg hat keine direkte Bauhaus-Tradition«, räumt Rüdiger Joppien in seiner Einleitung ein. Und doch hatten die Ideen des Bauhauses einen starken Einfluss auf die Hamburger Kunstszene und Pädagogik, wie der reich bebilderte Band zeigt. Rüdiger Joppien/Hans Bunge: Bauhaus in Hamburg. Künstler. Werke. Spuren, Dölling und Galitz, 39,90 Euro

 

… ausgewählt von Ann-Kristin Hohlfeld, Sautter + Lackmann, Mitte

Was geht

Wellenreiter: Surf-Pioniere mausern sich zu Beschützern ihrer Spots, Sunnyboys sammeln Plastikmüll und kämpfen für Artenvielfalt. Den Weg von Aussteigern auf der Jagd nach der perfekten Welle hin zu leidenschaftlichen Umweltschützern porträtiert der Doku-Streifen "Secrets of Desert Point"; Nouvague Surf Film Nacht

Zeise Kino, Friedensallee 7–9, heute, 22.30 Uhr, 9 Euro

Ausverkauf auf Tour: An Selbstbewusstsein mangelt es Kyles Tolone schon mal nicht, nennt die Band ihre aktuelle Tour doch "Sold Out". Die Göttinger mischen einen satten Sound aus Rock, Pop, Alternative und Indie, verorten sich selbst "irgendwo zwischen aufbrausenden Schallwellen und mitreißenden Stromschnellen".

Astra Stube, Max-Brauer-Allee 200, heute, 20 Uhr, 15 Euro

Was kommt

Alles Käse: Wer sagt, dass die Freiluft-Saison mit dem Ende der Sommerzeit (diesen Sonntag) vorüber sein muss? Beim Käsefondue unter freiem Himmel baumelt ein gusseiserner Kessel über dem Feuer. Es duftet nach Herbst und Kräutern, Baguette taucht ein in cremig-heißen Käse.

Gut Karlshöhe, Treffpunkt am Unterstand auf der Streuobstwiese, Karlshöhe 60 d, Sa, 19–22 Uhr, 32 Euro, Anfragen unter info@waldfondue.de

Johann, Jimi, Yul: "Johann Sebastian Bach trifft Jimi Hendrix", bejubeln die Veranstalter das Konzert von Yul Anderson. Der kalifornische Pianist und Sänger trat bereits mit zwölf Jahren im Vorprogramm von Ray Charles auf, zu seinen Vorbildern gehört Mahalia Jackson. Bei Live-Auftritten verbindet Anderson Gospel, Blues und Soul mit klassischer Musik, ein Großteil seines Programms ist frei improvisiert; "Dream Sky" am Solo-Piano.

Laeiszhalle, Johannes-Brahms-Platz, Sa, 20 Uhr, ab 30 Euro

Universitätsgottesdienst: Warum ist Bildung für unser Zusammenleben wichtig? Welche Rolle spielt Bildung in einer Demokratie? Darum geht es im Ökumenischen Festgottesdienst zum 100-jährigen Universitätsjubiläum. Predigen werden Bischöfin Kirsten Fehrs und Erzbischof Stefan Heße. Musik erklingt vom Chor der Universität Hamburg.

Hauptkirche St. Katharinen, Katharinenkirchof 1, Mo, 18 Uhr

Hamburger Schnack

Eine Ausstellung im Bucerius Kunst Forum. Eine kleine ältere Frau ist in Begleitung zweier großer wesentlich jüngerer Männer. Gemeinsam betrachten sie die Kunst, die Frau erklärt, die jungen Männer lauschen, schauen aufmerksam, lächeln. Vor einer Reihe kleiner satirischer Werke fällt die (Lehrerinnen-)Frage: »Und? ... Ach, sagt erst mal, was ihr seht.« Da antwortet aus dem Hintergrund eine fremde Weißhaarige: »Ich sehe einen dicken, fetten Kapitalisten mit Zigarre.«»Ja! Aber Sie sollen doch nicht vorsagen!«

Gehört von Cornelia Spengler

Meine Stadt

Herbst in Planten un Blomen © Dieter Stypmann

Die heutige Ausgabe zum vertieften Lesen

Keine Alternative für den Hörsaal - Bernd Lucke lehrt wieder an der Universität Hamburg. Doch seine erste große Vorlesung musste unter Tumulten und "Nazischwein"-Rufen abgebrochen werden 

Erst kommt das Gähnen, dann die Moral – Die Ausstellung "Märchenwelten" will Kinder in die Welten der Gebrüder Grimm entführen. Unser Autor hätte sich in einem dunklen Wald nicht verlorener fühlen können.