Annika Lasarzik © Melina Mörsdorf

Liebe Leserin, lieber Leser,

es ist so verführerisch einfach. Ein bisschen scrollen, ein paar Klicks – und wie von Zauberhand liegt am nächsten Tag ein Paket vor der Tür. Auch wenn die Zauberhand einem übermüdeten Boten gehört, der sich und das Paket dafür die Treppe hinaufschleppen musste. Und ist man nicht da, landet die Lieferung eben in der nächsten Postfiliale. Ganz einfach. Aber leider nur scheinbar einfach.

Ich weiß es, Sie wissen es: Nicht nur über Hamburg bricht wieder mal eine Paketflut herein. Gestern wurde online allenthalben die "Cyber Week" ausgerufen, die Freitag in den "Black Friday" mündet, bevor am Montag der "Cyber Monday" folgt. Importierte Anglizismen, die sich in "Konsumfeiertage" übersetzen lassen. Bei der Deutschen Post bereitete man sich gestern mental schon mal vor, wie mir eine Sprecherin erzählte: "Viele Hamburger sitzen genau jetzt vorm Rechner und bestellen, ab morgen geht’s dann richtig los." Der Stress werde sich nun sukzessive steigern und in der Woche ab dem 16. Dezember den höchsten Pegelstand erreichen.

Einzelne Postfilialen, in Blankenese und Wilhelmsburg etwa, nehmen nicht zustellbare Pakete gar nicht mehr an. Es sind einfach zu viele. Sie landen jetzt in weiter entfernten Filialen. Und die Post kann nicht ausschließen, dass weitere Standorte in Hamburg nachziehen.

Nun, die große Konsumkritik geht leicht von der Hand, im Einzelfall findet sich dann aber doch immer ein Grund für einen Online-Kauf: War im Angebot, gab es im Laden nicht in meiner Größe, keine Zeit für einen Einkaufsbummel – und so weiter. Ich nehme mich da selbst gar nicht aus. Während ich diese Zeilen schrieb, bekam ich eine Mail mit einer Versandbestätigung: Meine neuen Schuhe, immerhin gebraucht gekauft, sind auf dem Weg.

So, und nach diesem Geständnis frage ich Sie: Wie halten Sie’s mit den Online-Käufen zu Weihnachten? Kaufen Sie in diesem Jahr, nach Monaten intensiver Klimaschutzdebatten, anders, gar weniger ein? Fällt es Ihnen schwer?

Schreiben Sie uns gern an hamburg@zeit.de.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag!

Ihre Annika Lasarzik

Wollen Sie uns Ihre Meinung sagen, wissen Sie etwas, über das wir berichten sollten? Dann schreiben Sie uns: hamburg@zeit.de.

Aktuelles

© Gregor Fischer/​dpa

Mit Brötchentüten und Licht gegen Gewalt an Frauen

Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen war gestern kaum zu übersehen. Die Betriebe der Bäcker-Innung verteilten 40.000 Brötchentüten, mit der Aufschrift "Gewalt kommt nicht in die Tüte" und der Nummer des anonymen Hilfetelefons für Frauen (08000/116016). Am Nachmittag hissten Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit und Sozialsenatorin Melanie Leonhard (beide SPD) dann eine Flagge am Rathaus, darauf zu lesen: "Frei leben – ohne Gewalt". Und mit Einbruch der Dunkelheit dominierte schließlich die Farbe Orange in der Stadt: Der Zonta Club, ein Netzwerk berufstätiger Frauen in Führungspositionen, ließ Kirchen, Museen und andere Gebäude beleuchten. Wo immer es zu körperlicher oder sexualisierter Gewalt komme, müsse es heißen: "Hinsehen und nicht wegsehen", betonte Leonhard. Die CDU indes erinnerte daran, dass die Politik ihren Worten auch "Taten in energischer Form" folgen lassen müsse. Seit Jahren seien die Hamburger Frauenhäuser überfüllt. "Trotzdem werden erst jetzt neue Plätze eingerichtet", kritisierte Franziska Rath, gleichstellungspolitische Sprecherin der Fraktion. Derzeit entsteht ein sechstes Hamburger Frauenhaus mit 32 Plätzen, das im Frühling bezugsfertig sein soll.

Kathrin Fromm

In einem Satz

Die Staatsanwaltschaft Stade hat die Standorte des Tierversuchslabors LPT in Hamburg, Mienenbüttel und Plön untersucht; das Labor steht wegen mutmaßlicher Tierquälerei in der Kritik +++ Die zwei maroden Hafenkräne an der Großen Elbstraße in Altona sollen saniert werden, haben die rot-grünen Regierungsfraktionen beschlossen +++ Für 840.000 Euro wurde im Auktionshaus Ketter Kunst eine mittelalterliche Bibel versteigert, die in der Gutenberg-Presse gedruckt wurde; der Schätzwert lag bei einer Million Euro

Linke fordert inklusives Schulgesetz

© Uwe Anspach

Die Linksfraktion hat einen Gesetzesentwurf für ein inklusives Schulgesetz vorgelegt. Schülerinnen und Schüler sollten stärker individuell gefördert werden und "im eigenen Takt" lernen können, heißt es darin. Konkret möchten die Linken zum Beispiel die Abschulung an Gymnasien abschaffen: Kinder, die einmal von einem Gymnasium aufgenommen wurden, sollten auf der Schule bleiben. Der Unterricht an Ganztagsschulen sollte zudem besser auf den ganzen Tag verteilt werden und Sonderschulen die Erlaubnis bekommen, auch Kinder ohne Handicap aufzunehmen – im Sinne einer "echten Inklusion". Nach der Bürgerschaftswahl will die Fraktion das Gesetz ins Parlament einbringen. Auch im Schulausschuss dürfte heute heftig über die Umsetzung der Inklusion debattiert werden: Die Initiative "Gute Inklusion" wirft Schulsenator Ties Rabe (SPD) Täuschung in einem aktuellen Senatsbericht vor. Darin hieß es, die Zahl der zusätzlichen Lehrkräfte für die Inklusion habe sich binnen zehn Jahren verdoppelt. Laut Initiative hätte sich die Zahl der Kinder mit Förderbedarf aber vervierfacht.

41 Wärmebildkameras zählen künftig Radfahrer

Wie viele Menschen fahren in Hamburg Rad? Um auf diese Frage eine verlässliche Antwort zu erhalten, sollen 41 Wärmebildkameras künftig die Zahl der Radfahrer messen. Die Kameras sollen an Beleuchtungsmasten oder Ampeln angebracht werden, teilte der rot-grüne Senat auf Anfrage des Grünen-Verkehrsexperten Martin Bill mit. Der erhofft sich "wichtige Erkenntnisse für die Radverkehrsplanung". So könne sich mit Blick auf die Daten etwa zeigen, dass die derzeitige Regelbreite von 2,25 Meter für Radfahrstreifen auf den Velorouten nicht ausreiche. 1,38 Millionen Euro sollen die neuen Zählstellen kosten, die Hälfte davon übernimmt der Bund. Nach einem Bericht der "Mopo" sollen die ersten Kameras noch in diesem Jahr installiert werden, der Rest folgt 2020. Die neu gewonnenen Daten sollen in Echtzeit öffentlich im Internet abrufbar sein.

Was heute auf der Agenda steht

Bürgermeister Peter Tschentscher und Sozialsenatorin Melanie Leonhard (beide SPD) präsentieren den Entwurf des Regierungsprogramms, das beim SPD-Parteitag am Samstag debattiert wird +++ Zollbeamte präsentieren die Ergebnisse einer Kontrolle unter Mitarbeitern des Weihnachtsmarkts St. Petri; untersucht wurde, ob diese den Mindestlohn verdienen und sozialversichert sind +++ Der Vorverkauf für das für Ende Februar anberaumte Hamburg-Derby zwischen dem HSV und dem FC St. Pauli beginnt +++ Das Bezirksamt Harburg lädt um 18 Uhr zu einer Infoveranstaltung für Wahlhelfer bei der Bürgerschaftswahl

Was Sie interessieren könnte

Alltagsreporter: Der Busfahrer 

In meinem Bus versammelt sich ein Mikrokosmos der Gesellschaft, bei mir fahren Menschen jedes Alters und aus allen Schichten mit. Ich mag besonders die Schnellbuslinie von Kirchdorf-Süd zur Lufthansa-Basis: Erst steigen zwischen Hochhäusern Leute aus vielen verschiedenen Kulturen ein. Später, auf der Mönckebergstraße, kommen die Touristen. In Eppendorf und Winterhude steigen Studenten und Büromenschen zu. Ich kann meistens einschätzen, wer auf dem Weg zur Arbeit ist und wer eher zum Shoppen will. Vor allem merke ich, ob jemand Zeit hat oder nicht.

An dieser Stelle finden Sie täglich unsere Alltagsreporter. Hier schreiben Hamburgerinnen und Hamburger, die wir gebeten haben, uns regelmäßig zu berichten, was sie in ihren Jobs erleben. Sie bleiben anonym, damit ihnen beruflich keine Konsequenzen drohen.

Theater hinter Gittern

© Fabian Hammerl/​Thalia Theater

Stacheldraht und hohe Mauern? Nicht gerade die Kulisse, die man bei einem Theaterbesuch erwarten würde. Doch diese Aufführung war eine ganz besondere: Die Schauspieler Oda Thormeyer und Bernd Grawert waren in der Justizvollzugsanstalt Neumünster zu Gast, beide sind Schauspieler am Thalia Theater. Sie führten Theo van Goghs Zweipersonenstück "Blind Date" auf, im Besucherraum der JVA, vor Gefangenen und externen Zuschauern. Im Rahmen des Programms "Kulturlandschaften" war das Thalia Theater zwar schon an vielen Orten in der Metropolregion Hamburg zu Besuch – doch selten prallten zwei Welten so unmittelbar aufeinander wie an diesem Abend. Autorin Katrin Ullmann hat sich das Stück im Kreise der Inhaftierten angesehen, ihre Reportage lesen Sie auf ZEIT ONLINE.

Klimastreik: "Wir kämpfen für das gleiche Ziel"

Vor dem nächsten großen Klimastreik am Freitag beschäftigen sich die "Students for Future" die ganze Woche lang mit Aspekten des Klimawandels. Im Rahmen der "Public Climate School" gibt es in der Stadt verteilt öffentliche Vorträge und Diskussionsveranstaltungen – auch als Alternative zum regulären Hochschulprogramm. Wir sprachen mit einem der Organisatoren, dem 18-jährigen Politikstudenten Jesko Hennig.

Elbvertiefung: Herr Hennig, die "Students for Future" rufen diese Woche in ganz Deutschland zur Bestreikung des regulären Lehrbetriebs auf. Wie sieht das in Hamburg aus?

Jesko Hennig: Wir sind da eher hanseatisch zurückhaltend. In anderen Städten ist das sicher krasser. In Leipzig etwa gibt es ein riesiges Programm mit alternativen Veranstaltungen. So viel ist es bei uns nicht, aber wir haben zentral am AStA-Gebäude ein Banner aufgehängt, und es gibt jeden Tag Vorträge und Diskussionen, die offen für alle sind. Dafür lassen sicher einige Studierende mal eine Vorlesung oder ein Seminar ausfallen.

EV: Am Mittwoch gibt es ein Gespräch mit Extinction Rebellion. Diese Umweltbewegung ist umstritten, auch weil Gründer Roger Hallam in einem ZEIT-Interview den Holocaust verharmloste. Wie stehen Sie dazu?

Hennig: Die deutschen Aktivisten von Extinction Rebellion haben sich recht deutlich von Hallams Aussagen distanziert. Dem schließen wir uns natürlich an. Abgesehen von seiner Person sehe ich das so: Wir sind viele Menschen, in unterschiedlichen Bündnissen, die für das gleiche Ziel kämpfen. Als Teil der Klimabewegung sind wir solidarisch und können trotzdem andere Herangehensweisen haben. Das versuchen wir mit so einem Gespräch rüberzubringen. Neben Extinction Rebellion gibt es auch eine Veranstaltung mit "Ende Gelände", die sich für den Kohleausstieg einsetzen.

EV: Wie hängen die "Students for Future" mit den Schülerprotesten von "Fridays for Future" zusammen?

Hennig: Wir gehören zu "Fridays for Future". Hier in Hamburg arbeiten Schülerschaft und Studierende eng zusammen. Wir haben eine gemeinsame Telegram-Gruppe und treffen uns jede Woche zu einem offenen Plenum. Gerade sind wir vor allem mit der Organisation der großen Demo am Freitag beschäftigt. Da erwarten wir 30.000 Menschen. Insgesamt sind in Hamburg bei "Fridays for Future" so um die 120 Leute aktiv dabei. Etwa 40 davon sind Studierende, vor allem aus den Sozial- und den Naturwissenschaften.

EV: Ist es schwieriger, Studierende zu mobilisieren als Schüler?

Hennig: Ja, das hat vor allem organisatorische Gründe. Studierende sind viel freier als Schüler und lassen sich nicht einfach als Klasse mobilisieren. Manche wollen vielleicht inhaltlich nichts verpassen oder ihre Dozenten nicht im Stich lassen. Dafür ist vielen Studierenden soziale Gerechtigkeit sehr wichtig. Das ist ein Punkt, den wir anbringen können: Wir müssen zeigen, dass die ökologische Katastrophe auch eine humanitäre Krise ist. Immerhin, zu einer Vollversammlung von uns kamen Ende Oktober 400 Studierende.

EV: Bringen Sie als Student einen anderen Blickwinkel mit?

Hennig: Wir haben vielleicht etwas andere Aufgaben. An der Uni bekommen wir deutlich mit, wie die Wissenschaft von der Politik mit Füßen getreten wird. Ich sehe uns Studierende da als Vermittler. Deshalb organisieren wir auch inhaltliche Veranstaltungen, so wie jetzt während der Klimastreikwoche.

EV: Gibt es einen Programmpunkt, den Sie empfehlen können?

Hennig: Ich finde die Zusammenarbeit mit den "Scientists for Future" spannend. Die Professoren sprechen zum Beispiel über die Energiewende und den Klimawandel. Außerdem freue ich mich auf die Diskussion "Der Klimastreik als Generalstreik?" heute. Da ist es erlaubt, auch mal in Utopien zu denken.

Das Programm der Klimastreikwoche in Hamburg findet sich hier.

Die Fragen stellte Kathrin Fromm

Was Sie heute erleben können

Kaffeepause

Kuchen und Kaffee zum Mitnehmen

In der einen Auslage liegen "Quetschies", Obstpüree aus der Tüte (1,70 Euro), in der Theke wird Eis aus der Eismanufaktur Kleine Pause angeboten (Kugel 1,30 Euro) – Indizien dafür, dass Kinder hier gern gesehene Gäste sind. Das Karottentotten ist ein kleines Café am Rande von Eimsbüttel, das herrlichen Kaffee (von der Speicherstadt-Rösterei) und leckeren Kuchen anbietet. Platz nehmen darf man allerdings nicht – seit einem zivilrechtlichen Streit, der schon viele Jahre zurückliegt, darf in dem kleinen Laden zwar Kaffee ausgeschenkt und Kuchen zum Mitnehmen verkauft werden, der Aufenthalt aber ist untersagt. Und vor dem Café finden sich Schilder, auf denen um Rücksichtnahme auf die Nachbarn gebeten wird. Also nimmt man den Kuchen mit – zum nahe gelegenen Glücksburger Platz, zum Spielplatz um die Ecke oder nach Hause. Während der Marmorkuchen ein wenig trocken und fest ist, überzeugen das vegane, nach Zimt schmeckende Bananabread und der American Cheesecake, dessen knuspriger Boden eine leicht salzige Note hat.

Karottentotten; Altona-Nord, Ophagen 1 , Mo–Fr 11–18 Uhr

Elisabeth Knoblauch

Verlosung

"Gregs Tagebuch" – live mit Jeff Kinney: Bestsellerautor Jeff Kinney bringt den beliebten Comicroman-Helden auf die Bühne – zur einzigen Vorstellung seines neuen Buchs in Deutschland. Die Kids können Jeff alles fragen, was sie schon immer über Greg und seinen besten Freund Rupert wissen wollten. ZEIT-Redakteurin Katrin Hörnlein führt durch die Veranstaltung und übersetzt Fragen aus dem Publikum und Jeff Kinneys Antworten. Wir verlosen dreimal bis zu fünf Karten, der Familienevent beginnt am 3. Dezember um 17.00 Uhr im Delphi Showpalast. Senden Sie uns bis morgen, 12 Uhr eine E-Mail mit dem Betreff "Greg" und der Anzahl der gewünschten Karten (bis zu zwei Erwachsenen- und drei Kindertickets) an hamburg@zeit.de. Viel Glück!

Was geht

Lesung: Ásta, darin steckt das isländische Wort für Liebe. Doch kaum ist ein Mädchen dieses Namens geboren, verlässt die Mutter die Familie. Als Ásta einem Mitschüler viel später die Nase bricht, muss sie für einen Sommer in die Westfjorde. "Jón Kalman Stefánsson schreibt, als ginge es um unser aller Leben", sagt Elke Heidenreich. Nordische Literaturtage: "Ástas Geschichte".

Literaturhaus, Schwanenwik 38, heute, 18.30 Uhr, 12 Euro

Latino-Leinwand: Der alte Schneider Abraham hat keine Lust auf das Seniorenheim. Stattdessen macht er sich auf eine Reise: von Buenos Aires nach Polen. Dort will er den Jugendfreund suchen, der ihm im Holocaust das Leben rettete, und ihm ein besonderes Geschenk bringen – den letzten handgefertigten Anzug. Lateinamerika Filmtage: "El último traje", Spanisch mit Untertiteln.

3001 Kino, Schanzenstraße 75, heute, 19 Uhr, 9 Euro

Sand-Gigant: Nicht nur die Musik der Giant Sands, auch die zugehörigen Videos bieten punkigen Wums. Dazwischen erklingt Katerstimmung mit Country. Neues Album auf Europatournee: "Recounting the Ballads of Thin Line Men".

Bahnhof Pauli, Spielbudenplatz 21–22, 20 Uhr, VVK 28,20 Euro

Hamburger Schnack

Am Samstag in einem Supermarkt in St. Georg. In der Obst- und Gemüseabteilung studiert ein Vater, begleitet von seinem etwa dreijährigen Sohn, den Einkaufszettel und sagt : "Wir brauchen noch Rosenkohl." Der Sohn darauf: "Ich mag keinen Rosenkohl!" Der Vater, während er das Gemüse eintütet: "Ich auch nicht, aber Mama hat es aufgeschrieben." Der Junge fängt an zu singen: "Mama mag alles, Mama isst alles. Deshalb ist sie auch dick!" Der Vater, wieder seinen Zettel studierend, nickt und sagt gedankenverloren: "Das stimmt …" Dann geht ihm auf, was sein Sohn eben gesagt hat. Mit entsetztem Blick in die Runde der um ihn herumwuselnden anderen Kunden ruft er: "Mama ist doch nicht dick, sie sieht ganz toll aus!"

Gehört von Wolfgang Meyer

Meine Stadt

Herbst in Ottensen © Dineke Baarlink-Carstensen

Die heutige Ausgabe zum vertieften Lesen

Für das Hamburger Thalia Theater gehören Gastspiele zum Alltag. An einem Ort war das Ensemble bisher noch nie: im Gefängnis

Roger Hallam, britischer Mitgründer der Klimabewegung Extinction Rebellion, spricht über Völkermord – und relativiert den Holocaust. Es tue den Deutschen nicht gut, dass sie ihn fälschlicherweise für einzigartig hielten (Abo)