Ein paar Meter weiter spielen drei kleinere Versionen von Emma gerade Fußball. Ein knapp 60 Zentimeter großer Roboter tapst in kleinen Schritten über ein Stück Kunstrasen. Sein Korpus wankt bedrohlich hin und her, so als wäre er angetrunken – doch mit dem Geruckel berechnet die Maschine nur die perfekte Position zum Abschuss. Der Ball geht ins Tor, wo sich ein zweiter Roboter etwas zu spät in eine Ecke geworfen hat und zappelnd liegen bleibt. Den Torschützen hat es ebenfalls direkt umgehauen, auch er liegt wie ein Käfer rücklings auf dem Boden. 

Die zwei Roboter spielen im Team B.Human, es ist Teil eines Forschungsprojekts der Universität Bremen und des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI). Sieben Mal haben sie schon den RoboCup gewonnen, so heißt die Weltmeisterschaft der Roboterfußballer.

Es sei alles andere als leicht, den Maschinen einen komplexen Sport beizubringen, in dem es um Koordination und Schnelligkeit gehe, erklärt Alpay Yildiray, Informatikstudent der Uni Bremen. Inzwischen könnten sich die mit zwei Kameras ausgestatteten Roboter selbstständig auf dem Spielfeld orientieren. Die Regeln – die denen des echten Fußballs gleichen – haben sie verinnerlicht, sie entscheiden ganz allein, auf welcher Position sie spielen. Weit mehr als eine nette Spielerei soll dieser Sport sein, der erlernte Orientierungssinn soll den Entwicklern zufolge zum Beispiel Tiefseerobotern helfen.

Ein wohl kaum zu überschätzender Effekt: Kleine Männchen, die Fußball spielen – bei diesem drolligen Anblick lassen sich schon kleine Kinder für modernste Technik begeistern. In "Hammerbrooklyn" jedenfalls fiebern zwei kleine Jungs eine ganze Weile am Spielfeldrand mit. 

Hamburg will das Zukunftsthema nicht verschlafen

Weniger alltäglich und umso futuristischer kommt Cimon daher: Ein kugelförmiger, schwebender Roboter, der bereits Alexander Gerst auf die Weltraumstation ISS begleitet hat. Er soll eine Art fliegender persönlicher Assistent sein, der Astronauten bei Routineaufgaben unterstützen, die Mission mit Fotos und Videos dokumentieren oder Gespräche führen kann. Mehr noch, Cimon soll auch in der Lage sein, Gesichtszüge zu analysieren, Sarkasmus zu erkennen und den Astronauten aufzumuntern, sollte dieser in eine Depression verfallen. Die Idee stammt von Airbus, entwickelt wurde der Roboter dann in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und IBM.

Das Speeddating zwischen Mensch und Maschine steht Hamburg dieser Tage gut zu Gesicht: Die Stadt will sich später nicht vorwerfen lassen, eine der großen Schlüsseltechnologien verschlafen zu haben, und gibt sich große Mühe, das Thema künstliche Intelligenz voranzubringen. Zumal darin ein lukrativer Markt der Zukunft liegt und viele Start-ups bislang lieber nach Berlin oder München ziehen. Das Signal ist deutlich: Die digitale Zukunft umfasst nicht nur Virtual Reality, Blockchain oder autonomes Fahren – Hamburg hat verstanden.