Verkehr: Fahrgäste der U-Bahn werden sich auf Bauarbeiten gefasst machen müssen. Der Grund ist vor allem der barrierefreie Ausbau an den Linien U1 und U3. Wie die Hochbahn ankündigt, laufen die Bauarbeiten an den U1-Haltestellen Klein Borstel und Fuhlsbüttel-Nord noch bis März; die Haltestelle Straßburger Straße soll im Sommer barrierefrei sein. Ab Februar sind die U1-Stationen Steinstraße und Jungfernstieg dran, die bis zum Frühjahr 2021 umgebaut sein sollen. Die größte Baustelle auf der Linie der U3 wurde Anfang der Woche eröffnet: Die Haltestelle Mönckebergstraße soll bis Sommer 2022 umgebaut und saniert werden, ebenso wie die Haltestelle Rathaus, wo die Arbeiten im Februar starten. Dafür soll die Station Landungsbrücken im März fertig sein. Dauerhaft gesperrt wird laut Plänen der Hochbahn nur auf einem Streckenabschnitt: Zwischen 8. Juni und 13. August fällt die U1 zwischen Stephansplatz und Hauptbahnhof aus.

An Haltestellen und Strecken der S-Bahn sind ebenfalls Baumaßnahmen geplant, Genaueres gibt die Deutsche Bahn jedoch noch nicht bekannt. Fest steht vorerst nur: Bauarbeiten im Rahmen des geplanten Pilotprojekts zur digitalen Steuerung von S-Bahnen sollen für die Fahrgäste ohne Beeinträchtigungen ablaufen. Da etwa in nächtlichen Betriebspausen gearbeitet werden könne, seien in diesem Zusammenhang keine Sperrungen nötig, erklärt ein Bahn-Sprecher auf Anfrage.

Wer ohnehin lieber Fahrrad fährt, darf sich laut Verkehrsbehörde auf neue Velorouten freuen. Im Laufe des Jahres sollen mindestens 14 Abschnitte fertig werden, darunter die Strecke am Ballindamm, die bis Oktober 2020 zur Promenade mit breiterem Radstreifen umgebaut wird. Im Bezirk Eimsbüttel sollen die bedeutendsten Velorouten am Langenfelder Damm, der Rothenbaumchaussee und der Schlüterstraße und entlang des westlichen Alsterufers entstehen, im Osten der Stadt sind es die Abschnitte Eulenkamp und Friedrich-Ebert-Damm in Dulsberg, der Steindamm, die Schimmelmannstraße und die Kuehnstraße zwischen Wandsbek und Jenfeld und die Billstedter Hauptstraße. Südlich der Elbe sollen Radfahrer vor allem entlang der Hannoverschen Straße, einer Verbindungsroute zwischen Wilhelmsburg und Harburg, leichter vorankommen.

Autofahrer rund um den Steindamm werden sich ab Februar auf Umwege einstellen müssen. Die Hauptverkehrsader St. Georgs wird umfassend neu gestaltet, auch um Radfahrern mehr Platz zu geben. Weitere große Straßenbaustellen sind geplant an der Hohenfelder Bucht (östliches Alsterufer) ab März 2020 und der Umbau der Kreuzung Max-Brauer-Allee/ Holstenstraße. Dort beginnt Hamburg Wasser im Mai mit den Leitungsarbeiten, der Straßenbau startet laut Verkehrsbehörde im August oder September. Konkrete Pläne für neue autofreie Zonen gibt es nach Auskunft der Bezirksämter bisher nicht – nur in Bergedorf wird geprüft, ob ein Teil der Bergedorfer Schlossstraße für sechs Monate zur Fußgängerzone erklärt werden soll. Stimmen Verkehrsplaner und Polizei den Plänen der Bezirksversammlung zu, könnte der Testlauf im April starten.

Kultur: In einem Lobpreis der Schöpfung begegnen sich dieses Jahr Elbphilharmonie und Staatsoper: Kent Nagano und Georges Delnon bringen gemeinsam die Oper Saint François d'Assise auf die Bühne des Großen Saals. Komponist Olivier Messiaen, der sich auch als Ornithologe bezeichnete, folgt darin dem Lebensweg des Asketen Franz von Assisi. Im Rahmen des Internationalen Musikfests Hamburg im Mai wird das selten gespielte Stück dreimal aufgeführt; noch gibt es Karten.

Den Deichtorhallen steht 2020 ein umfangreiches Werk ins Haus. Der amerikanische Künstler Tom Sachs baut die gesamte Halle für aktuelle Kunst zu einer interaktiven Raumstation um. Sein Projekt Space Program 4 – seltene Erden kreist um die Themen Imperialismus, Kolonialismus, Technologiebegeisterung und Terror und setzt die Reihe spektakulärer Installationen zur Raumfahrt fort, die Sachs bislang an verschiedenen Orten der USA zeigte. Die Ausstellung startet im Juni.

Mit Geschlechterrollen beschäftigt sich die Kunsthalle in einer umfangreichen Ausstellung des Künstlers Max Beckmann (1884–1950). In rund 150 Gemälden, Plastiken und Zeichnungen, teils Leihgaben aus Saint Louis, Harvard, Amsterdam und dem Nachlass Beckmann, spiegelt sich seine Auseinandersetzung mit Begehren, Zartheit und Macht. Eröffnet wird die Ausstellung Max Beckmann. weiblich-männlich Anfang April.