Sexarbeit: "Nach Vögeln ist gerade den wenigsten zumute"
Josefa Nereus ist Sexarbeiterin in Hamburg. Ihr Geschäft lief gut bis zur Corona-Krise. Nun überlegt sie, ob sie sich bei Penny an die Kasse setzen muss.
Eine Sexarbeiterin berichtet, wie die Corona-Krise ihr Geschäft zum Erliegen gebracht hat. Sie hat seit Jahren als Sexarbeiterin gearbeitet und verdient zwischen 1.500 und 2.000 Euro im Monat. Nun muss sie sich neue Einnahmequellen suchen, da ihr Geschäft aufgrund der Pandemie zum Stillstand gekommen ist. Sie denkt über alternative Berufe nach, wie zum Beispiel an der Kasse zu arbeiten. Trotz finanzieller Sorgen möchte sie gesellschaftlich sinnvoll handeln und hofft, dass die Menschen auch nach der Krise wieder ihre Dienste in Anspruch nehmen werden.
Dies ist ein experimentelles Tool. Die Resultate können unvollständig, veraltet oder sogar falsch sein.
Ich habe zum dümmsten Zeitpunkt Urlaub gemacht: von Mitte bis Ende Februar. Als ich mein Telefon wieder angemacht habe und die Nachrichten von potenziellen Kunden gelesen habe, war wegen Corona schon alles zu spät. Einen einzigen Gast hatte ich noch. Danach habe ich es bleiben lassen, weil ich dachte: Meine Kundschaft gehört häufig zur Risikogruppe. Was ich tue, ist ein Risiko in diesen Zeiten. Das kann ich nicht machen.
Mein Geschäftsmodell ist, Sex gegen Geld zu tauschen. Ich schalte Werbung, habe auf meiner Website meine Mailadresse und meine Telefonnummer. Ich verabrede mit mit Interessenten und Interessentinnen. Wir reden miteinander und wenn die Vorstellungen zusammenpassen, verbringen wir Zeit miteinander. Man kann eine bis drei Stunden bei mir buchen. Mein Stundenpreis liegt bei 190 Euro. Meist habe ich im Monat 20 Treffen. Netto verdiene ich damit zwischen 1.500 und 2.000 Euro. Die Steuern, die Krankenversicherung und IHK-Beiträge sind dann bezahlt. So läuft das seit acht Jahren, seit ich mit 26 Jahren entschieden habe, Sexarbeiterin zu werden.