Sexarbeit gehört zu Hamburg so wie die Hafenkräne, die Alsterschwäne und die Rote Flora. Die Bordelle leuchten prominent auf dem Kiez, die Frauen verstecken sich nicht. 5.000 Sexarbeiterinnen soll es in Hamburg geben, schätzt die Hamburger Sozialbehörde. 5.000 Euro Bußgeld müsste jede einzelne von ihnen zahlen, würde sie derzeit arbeiten. 

Seit vier Monaten herrscht für die Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter in Hamburg – wie in ganz Deutschland – Berufsverbot. Gut 400 haben sich vor einer Woche in der Herbertstraße versammelt, um gegen das Berufsverbot zu protestieren. "Das älteste Gewerbe braucht eure Hilfe", stand auf ihren Plakaten, oder auch: "Wir zahlen Steuern und nun hilft uns keiner."