Carsten Marek, 60 Jahre, sitzt in schummerigem Licht auf einer cremefarbenen Kunstledercouch, wenige Meter neben einem Käfig. Bis Mitte März haben sich darin nackte Frauen gerekelt. Seither steht der Käfig leer. Wie auch die 34 Zimmer des Bordells Babylon in Hammerbrook, das Marek betreibt: Die sauber eingerollten Handtücher auf den Bettlaken und die Taschentuchspender auf den Nachttischen sind unberührt. Eigentlich dürfte sich das jetzt wieder ändern: Vom 15. September an ist Sexarbeit in Hamburg unter strengen Auflagen wieder erlaubt. Doch Carsten Marek ist noch nicht überzeugt. Die Auflagen beinhalten ein striktes Alkoholverbot, Kontaktlisten und Termine nur nach vorheriger Vereinbarung – an der Umsetzung der Auflagen muss Marek noch feilen. Solange bleibt das Bordell erst einmal geschlossen. Als Kopf der "Marek-Bande" war Carsten Marek einst eine Rotlichtgröße auf St. Pauli. 2007 wurde er wegen gewerbsmäßigen Menschenhandels und Beihilfe zur ausbeuterischen Zuhälterei zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Im Jahr 2013 eröffnete er sein knapp 3000 Quadratmeter großes Bordell im Gewerbegebiet in der Süderstraße.
Carsten Marek: "Ich bin sicher, dass viele Läden gar nicht mehr aufmachen werden"
Lange hat der Betreiber des Hamburger Großbordells Babylon auf das Ende des Prostitutionsverbots gewartet. Nun dürfte er wieder öffnen – aber er weiß noch nicht, wie.