Hamburg (dpa/lno) - Weil sie jahrelang Zahngold von eingeäscherten Toten gestohlen haben sollen, müssen sich von heute an acht Friedhofsmitarbeiter vor dem Hamburger Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten Diebstahl und Störung der Totenruhe vor. Zwischen Mai 2005 und August 2010 sollen die Mitarbeiter des Krematoriums insgesamt 275 Mal Zahngold aus der Asche genommen und danach verkauft haben.

Ein weiterer Angeklagter muss sich zudem wegen gewerbsmäßiger Hehlerei verantworten. Der Geschäftsführer einer Firma für Münzen und Edelmetalle soll das Zahngold - obwohl er von dessen illegaler Herkunft wusste - für fast 30 000 Euro angekauft haben. Für den Prozess sind mehrere Verhandlungstage angesetzt.