Hamburg (dpa) - Die Mehrheit der Deutschen befürwortet einer Umfrage zufolge den Vorschlag, Arbeitnehmer auf eigenen Wunsch später als gesetzlich vorgeschrieben in Rente gehen zu lassen. 57 Prozent der Befragten seien für diese Idee, sagte der Hamburger Zukunftsforscher Horst Opaschowski am Montag. Nach ihrer Vorstellung solle es die "Rente mit 63" künftig genauso geben wie die "Rente mit 70". Berufstätige (60 Prozent) sprachen sich noch öfter für die sogenannte Flexi-Rente aus als Nicht-Berufstätige (53 Prozent).

Die junge Generation bis 34 Jahre kann sich allerdings weniger dafür begeistern als Menschen, die älter als 55 Jahre alt sind. "Die starre Altersgrenze beim Renteneintritt ist überholt", erklärte Opaschowski. "Sie wird von immer mehr Menschen als Zwangsrente mit Fallbeilcharakter empfunden." Das passe auch nicht zur steigenden Lebenserwartung in Deutschland.

Die Ergebnisse beruhen auf einer repräsentativen Umfrage des von Opaschowski beauftragten IPSOS-Instituts, das 1000 Menschen ab 14 Jahre in der ersten Mai-Woche befragt hatte. Der Vorschlag, flexible Lösungen für jene zu finden, die als Rentner noch weiterarbeiten möchten, war in der Diskussion um die Rente ab 63 aufgekommen. Vor allem die Mittelstandsvereinigung der Union unterstützt die Idee.