Hamburg (dpa/lno) - Die Volksinitiative zur Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren an Hamburgs Gymnasien hat wie erwartet einen Antrag für ein Volksbegehren gestellt. "Er wurde in der ursprünglichen Fassung eingereicht", sagte ein Sprecher der Schulbehörde am Mittwoch. Danach will "G9-Jetzt-HH" erreichen, dass an allen 60 Gymnasien der Hansestadt sowohl das Abitur nach acht als auch nach neun Jahren möglich ist. Zurzeit wird an Gymnasien allein das "G8-Turbo-Abitur" angeboten. Wer sich auf seinem Weg zur Hochschulreife ein Jahr länger Zeit lassen will, muss in Hamburg auf eine Stadtteilschule wechseln.

Nach Angaben der Schulbehörde kann die Initiative den Antragstext noch 60 Tage modifizieren. Initiativensprecherin Mareile Kirsch hatte bereits angekündigt, dass man Ausnahmeregelungen gegenüber offen sei. Um bei dem Volksbegehren erfolgreich zu sein und einen Volksentscheid durchsetzen zu können, muss die Initiative nun zwischen dem 18. September und dem 9. Oktober rund 63 000 Unterschriften sammeln. Eine erste Sammelaktion für das Zustandekommen der Volksinitiative hatten bis November vergangenen Jahres knapp 17 000 Hamburger unterstützt.

Bis Ende der Woche soll nach Angaben der Schulbehörde auch das Ergebnis der Befragung aller Gymnasien zu G8/G9 vorliegen. Schulsenator Ties Rabe (SPD) hatte die Schulkonferenzen Ende März aufgefordert, ihre Meinung zum "Turbo-Abitur" kundzutun. In der Bürgerschaft sind bislang alle Fraktionen gegen eine Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren an Gymnasien. Sie fürchten unter anderem eine Schwächung der ohnehin schon weniger beliebten Stadtteilschulen.

Initiative "G9-Jetzt-HH"