Hamburg (dpa/lno) - An zwei Hamburger Schulen wird vom kommenden Schuljahr an Religionsunterricht in gemeinsamer Trägerschaft der christlichen, islamischen und jüdischen Gemeinschaften erprobt werden. Das beschloss am Montag eine gemeinsame Kommission aus Vertretern der Schulbehörde und der Religionen. Um welche Schulen es sich handelt, wollte der Sprecher der Schulbehörde, Peter Albrecht, am Dienstag nicht sagen.

Voraussetzung sei aber, dass regulär ausgebildete Pädagogen mit der erforderlichen islamischen oder alevitischen Lehrbefähigung vorhanden seien und dass die Schülerschaft einen vergleichsweise hohen Anteil an Kindern mit islamischem Hintergrund habe. Unterrichtet werden sollen die fünften und sechsten Klassen. Der Versuch ist auf fünf Jahre angelegt.

Bislang lag die Verantwortung für den Religionsunterricht bei der evangelischen Kirche. Vor einem Jahr hatte die Bürgerschaft eine Vereinbarung mit den islamischen und alevitischen Gemeinschaften beschlossen, die die Neuerung vorsieht. Albrecht versicherte, dass der Probelauf mit den Leitungen der beiden ausgewählten Schulen abgesprochen sei. Die Schulkonferenzen seien jedoch nicht einbezogen worden, weil diese keine pädagogischen Fragen entscheiden könnten.