Hamburg/Kiel (dpa/lno) - Auch wenn es beim Fußball-WM-Achtelfinale am Montag spät wird, für die meisten Schüler im Norden gibt es am nächsten Morgen kein Pardon. Die Schule beginne während der kompletten Weltmeisterschaft in Brasilien zur ersten Stunde nach Plan, ergab eine dpa-Umfrage. Es gebe keine Ausnahmeregelung, auch nicht für das späte Achtelfinalspiel zwischen Deutschland und Algerien am Montagabend (22.00 Uhr MESZ), hieß es vom Bildungsministerium in Schleswig-Holstein am Freitag.

Das schleswig-holsteinische Kultusministerium gebe keine Empfehlung, wegen eines Sportereignisses Schulstunden ausfallen zu lassen, erklärte ein Sprecher in Kiel. Aber natürlich sei klar, dass die Schulen das in Eigenverantwortung entscheiden können und dass es bestimmt auch einige so machen.

In Hamburg lautete die Antwort klar: "Uns sind solche Schulen nicht bekannt, es wäre auch nicht zulässig. Die klare Ansage der Schulbehörde ist, dass es WM-bedingt nicht zu Unterrichtsausfall oder -verschiebungen kommen darf", erklärte Peter Albrecht, Pressesprecher der Schulbehörde in der Hansestadt.

Lockerer können es da Privatschulen wie der Brecht-Grundschule in Hamburg angehen. "Da das Spiel am Montag erst um 22.00 Uhr beginnt (und erst kurz vor Mitternacht endet) möchten wir unseren Grundschülern am Dienstag die Möglichkeit geben, etwas später zum Unterricht zu erscheinen", heißt es in einem Schreiben an die Eltern. Spätestens um 10.30 Uhr müssen dann aber auch die kleinen Fans wieder die Schulbank drücken.

Auch einige Schulleiter staatlicher Schulen werden aber möglicherweise ein Auge zudrücken, wenn Kinder eine Entschuldigung für die erste Schulstunde vorlegen. Das zumindest erfuhren manche Eltern auf Nachfrage in den Schulsekretariaten.

Brecht-Grundschule