Hamburg (dpa/lno) - Unter Tränen hat eine 27-Jährige vor dem Hamburger Landgericht geschildert, wie ihr Ex-Freund sie aus enttäuschter Liebe brutal niedergestochen hat. "Ich hab nur dieses Messer gesehen, wie es die ganze Zeit auf mich zukam", sagte die Frau am Donnerstag als Zeugin. "Ich hab auf die Wand geguckt, wie das Blut gespritzt hat." Während des Angriffs im Januar habe sie die ganze Zeit gehofft, dass ihr ehemaliger Partner ihren siebenjährigen Sohn verschont. Der Kleine musste die Messerattacke zwar nicht mitansehen, konnte jedoch alles hören - und sah seine Mutter danach blutüberströmt. Das Opfer und das Kind leiden bis heute unter den Folgen der Tat, beide werden psychotherapeutisch behandelt.

Der 34 Jahre alte Angeklagte hatte beim Prozessauftakt gestanden, die Frau mit mindestens 20 wuchtigen Stichen beinahe umgebracht zu haben. An die Bluttat selbst hat er nach eigenen Angaben allerdings keine konkrete Erinnerung. Nach dem Messerangriff sei er mit einem Taxi nach Hause gefahren und habe versucht, sich mit einem Sprung vom Balkon das Leben zu nehmen. Der Mann steht wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung vor Gericht.

In einem Brief an die 27-Jährige, die der Vorsitzende Richter verlas, entschuldigte sich der Angeklagte bei dem Opfer. "Bitte, bitte verzeih mir, da ich an Dir und Luis hänge und Euch einfach superlieb hab", heißt es in dem Schreiben. "Ihr fehlt mir so!"